Devon Energy gerät bei der geplanten Bereinigung seines Förderportfolios unter Druck. Der britische Energiekonzern BP hat sich aus Verhandlungen über den Erwerb von Schieferöl- und Gasflächen des US-Produzenten im texanischen Eagle-Ford-Becken zurückgezogen. Zeitgleich verstärken aktivistische Großaktionäre ihre Forderungen nach raschen Schritten zur Wertsteigerung.
Geplatzter Milliardenverkauf in Texas
Laut der Nachrichtenagentur Reuters beendete BP die Gespräche, nachdem der Konzern Einblick in den Datenraum für das Fördergebiet erhalten hatte. Das zum Verkauf stehende Areal in Texas umfasst rund 90.000 Netto-Acres und erreichte im zweiten Quartal eine Fördermenge von rund 77.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Devon Energy hatte das Paket nach dem Abschluss der 58 Milliarden US-Dollar schweren Fusion mit Coterra im Mai 2026 ins Schaufenster gestellt.
Parallel dazu vermarktet der Konzern auch Liegenschaften im Powder-River-Becken. Für das Eagle-Ford-Paket bezifferte das Analysehaus TPH Research den potenziellen Marktwert auf rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Andere Marktangaben verorteten den möglichen Verkaufspreis vor dem Abbruch der Gespräche in einer Spanne zwischen 3,5 und 4 Milliarden US-Dollar.
Aktivistische Investoren erhöhen den Reformdruck
Die gescheiterten Gespräche fallen in eine Phase wachsender Unruhe im Aktionariat. Die Investmentgesellschaften Toms Capital und Kimmeridge fordern ein deutlich entschlosseneres Handeln des Managements. Toms Capital drängt darauf, strategische Alternativen einschließlich eines vollständigen Verkaufs von Devon Energy zu prüfen.
Kimmeridge fordert nach der Fusion mit Coterra eine zügigere Veräußerung von Randaktivitäten und eine klarere strategische Fokussierung. Neben den aktivistischen Fonds führen weitere institutionelle Investoren, darunter einer der größten Anteilseigner des Unternehmens, Gespräche mit der Unternehmensspitze über die künftige Ausrichtung.
Markt reagiert mit Kursverlusten
Am Markt sorgten die Neuigkeiten für Zurückhaltung bei den Anlegern. Am Freitag sank die Aktie um 3,4 Prozent auf 41,53 Euro. Trotz des jüngsten Rücksetzers verzeichnet der Titel seit Jahresanfang einen Wertzuwachs von 34 Prozent.
Für Devon Energy verkompliziert der Rückzug von BP die weiteren Schritte. Das Management steht nun unter Druck, entweder andere Käufer für die Fördergebiete zu finden oder den Investoren eine tragfähige Alternative für die weitere Portfoliostruktur zu präsentieren.
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