Zehn neue Produkte mit jeweils mindestens 500 Millionen Euro Spitzenumsatzpotenzial sollen das Wachstum der Agrarsparte von Bayer in den kommenden zehn Jahren sichern. Mit dieser Zielmarke kündigte das Leverkusener Unternehmen für Crop Science eine Phase von Blockbuster-Einführungen an.
Während der Konzern an der Neuordnung seiner Finanzen und der Bereinigung alter Rechtsrisiken arbeitet, soll die operative Produktpipeline das künftige Kerngeschäft stärken.
Milliardenschwere Innovationen bei Crop Science
Der Start der angekündigten Markteinführungen ist bereits angelaufen. Mit Plenexos und dem Preceon Smart Corn System befinden sich zwei Produkte aus der Pipeline bereits in der Kommerzialisierung. Das Management setzt darauf, über technologiegestützte Agraransätze und neue Wirkstoffe verlorene Ertragsdynamik auszugleichen.
Gleichzeitig trennt sich Bayer von etablierten Pharma-Werten, um Mittel freizusetzen und die Bilanz zu entlasten. Medienberichten zufolge vereinbarte das Unternehmen am Montag den Verkauf des Krebsmedikaments Stivarga mit dem Wirkstoff Regorafenib an Grünenthal.
Der Kaufpreis beläuft sich auf bis zu 375 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen sowie regulatorischen Freigaben und wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.
Umbau der Bilanz und Entlastung bei Altlasten
Die Produktinitiativen ergänzen eine Reihe strategischer Schritte zur Stabilisierung der Kapitalstruktur. Über eine Partnerschaft mit von Apollo verwalteten Fonds und KKR flossen Bayer 3 Milliarden Euro an Eigenkapital für das Geschäft mit langwirksamen reversiblen Verhütungsmitteln zu, bei dem der Konzern die Mehrheit und die operative Kontrolle behält.
Ergänzend platzierte Bayer zwei Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 2 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von 30 Jahren, womit das gesamte ausstehende Hybridanleihen-Volumen auf 6,55 Milliarden Euro stieg.
Auch bei den juristischen Altlasten in den USA deutet sich ein Fortgang an. Eine Anhörung zur Genehmigung des Vergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar zu Roundup-Klagen fand vor rund zwei Wochen statt. Die gerichtliche Entscheidung steht noch aus.
An der Börse stieß die Kombination aus juristischer Entspannung und strategischer Fokussierung auf Zustimmung: Die Bayer-Aktie schloss am Freitag bei 50,20 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Kursplus von 36 Prozent.
Mit einer Marktkapitalisierung von 48,51 Milliarden Euro orientiert sich der DAX-Konzern wieder nach oben, muss nun aber die versprochenen Umsatzpotenziale der neuen Agrarprodukte im Markt realisieren.
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