Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat an einem US-Gericht einen juristischen Erfolg erzielt. Am Mittwoch wies ein Gericht in Manhattan eine Klage von Arzneimittelkäufern im Zusammenhang mit dem Herzmedikament Entresto ab.
Den Klägern zufolge sollte der Konzern ein Patent missbräuchlich genutzt haben, um den Markteintritt von Generika zu verzögern. Das Gericht folgte dieser Argumentation laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht und wies die Vorwürfe vollständig zurück.
Für den Konzern bedeutet der gerichtliche Beschluss eine Entlastung bei der Verteidigung der Exklusivrechte für eines seiner umsatzstärksten Präparate. Der Streit um Patentschutzfristen und den Wettbewerb durch Nachahmerpräparate gehört zu den zentralen Faktoren für die Ertragsentwicklung großer Pharmahersteller.
Regulatorische Fortschritte und Rückschläge in der Forschung
Neben den juristischen Auseinandersetzungen prägen vor allem klinische und behördliche Entscheidungen die Aussichten des Unternehmens. Am 18. September sprach der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur eine positive Stellungnahme für das Medikament Cosentyx zur Behandlung von Polymyalgia rheumatica aus. Eine finale Entscheidung der EU-Kommission über die Zulassungserweiterung wird binnen etwa zwei Monaten erwartet.
Diesen Fortschritten stehen jedoch auch Belastungen in der klinischen Forschung gegenüber. Wie Reuters berichtete, stoppte Novartis am 16. September die Entwicklung des Wirkstoffkandidaten VHB937 gegen die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Die zugrunde liegende Phase-2-Studie ASTRALS verfehlte sowohl die primären als auch die sekundären Endpunkte, woraufhin das Programm eingestellt wurde.
Einschätzungen am Kapitalmarkt
Die wechselhaften Nachrichten aus Entwicklung und Patentverteidigung spiegeln sich auch in den Analysen wider. Am 15. September beließ Deutsche Bank Research die Einstufung für die Aktie auf Hold mit einem Kursziel von 120 Franken. Zudem senkte Goldman Sachs das Kursziel von 113 auf 110 Franken bei einer Beibehaltung der Einstufung Sell.
An der Börse zeigte sich das Papier derweil robust. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Novartis-Aktie bei 127,10 Euro, was im Wochenvergleich einem Zuwachs von 4,0 Prozent entspricht. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von 21 Prozent. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf die anstehende Entscheidung der europäischen Behörden zu Cosentyx.
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