Dr. Bernd Heim

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Dr. Bernd Heim ist erfolgreicher Autor und ein bekannter Finanzjournalist. Sie wollen Unterhaltung und Information rund um das spannende Thema Börse? Dann sind Sie bei Ihm goldrichtig! In seiner morgendliche Kolumne ‚7 vor 8‘ auf http://7vor8.de/start/ sind Kommentare, Fakten und Hintergründe rund um das ebenso spannende wie aufreibende Thema ‚Börse‘ zu finden.

Was Sie hier lesen, ist nicht immer todernst gemeint, hat aber den Anspruch auf Qualität und Tiefgang.

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05.05.17

Lieber Investor,

In den USA machen die Sozialleistungen inzwischen rund 60 Prozent der staatlichen Ausgaben aus. In anderen Ländern sind die Werte nur unwesentlich niedriger. Damit die Schulden relativ zum Bruttoinlandsprodukt nicht weiter ansteigen, muss das BIP pro Jahr um mindestens zwei Prozent wachsen. In den vergangenen Jahren war dies der Fall. Aus diesem Grund gingen die Schulden relativ zur Wirtschaftsleistung auch in den USA zurück, obwohl sie nominal immer weiter erhöht wurden.

Warum soll ein Bürger Steuern bezahlen, wenn sich der Staat aus immer mehr Dienstleistungen zurückzieht?

In den USA geht das Congressional Budget Office (CBO) davon aus, dass die Verschuldung durch die demographische Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten ganz automatisch auf 150  Prozent der Wirtschaftsleistung ansteigen wird. Das sind keine rosigen Aussichten, denn sie signalisieren eine Überschuldung des Staates, die zunehmend schwerer beherrschbar wird.

Eine Möglichkeit die Verschuldung wieder abzubauen, wäre eine Veräußerung der Vermögenswerte des Staates. Zu ihnen zählen in erster Linie Immobilien. Doch die sind in vielen Fällen nicht veräußerbar. Natürlich könnte man das Finanzministerium verkaufen und die Autobahnen privatisieren. Doch wohin dann mit den Beamten der Finanzverwaltung und aus welchem Grund soll ein Bürger noch Steuern bezahlen, wenn sich der Staat aus immer mehr Dienstleistungen zurückzieht?

Ein Verkauf der Liegenschaften ist damit keine Lösung, zumindest keine langfristige. Sie wird kurzfristig etwas Geld in die Kassen spülen, doch danach müssten die gut verkauften Gebäude teuer wieder zurückgemietet werden oder die Finanzämter ihre Arbeit einstellen. Letzteres könnte den Bürgern zwar gefallen, dem Staat aber nicht, denn der würde durch diesen Schritt ohne Geld dastehen und damit handlungsunfähig werden.

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468
05.05.17

Lieber Investor,

dass die Schulden hoch sind, wird nicht bestritten. Ob sie auch zu hoch sind, ist eine Frage, die immer noch kontrovers beurteilt wird. Bislang ermöglichten die niedrigen Zinsen und das ansteigende Wirtschaftswachstum die kritische Frage ein wenig in den Hintergrund rücken zu lassen.

Die Zinsen sind so niedrig, dass selbst der gigantische Schuldendienst mit Leichtigkeit zu stemmen ist und die anziehende Wirtschaft vermittelte die Hoffnung auf eine Reduzierung der Schulden, sowohl absolut als auch relativ zur Wirtschaftsleistung. Das schöne Bild hat aber in den vergangenen Wochen empfindliche Risse bekommen.

Ein großer Teil der Staatsausgaben sind Sozialleistungen aller Art

In den USA steigen die Zinsen wieder und aus der Wirtschaft gibt es widersprüchliche Signale. Sie deuten noch nicht unmittelbar auf einen bevorstehenden Abschwung, sie lassen aber erkennen, dass die Dynamik nachlässt und das zukünftige Wachstum hinter die Werte aus den Vorjahren zurückfallen wird.

An dieser Stelle ist Vorsicht geboten, denn ein großer Teil der Staatsausgaben sind die Sozialleistungen aller Art. Sie werden in den kommenden Jahren weiter steigen, denn die Bevölkerung altert. Das bedeutet für den Staat höhere Pensionslasten für seine Beamten sowie höhere Zuschüsse zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung. Wenn eine Rezession vor der Tür stehen sollte, kommen weitere Ausgaben für Kurzarbeit und Arbeitslosenhilfe leicht dazu.

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368
04.05.17

Lieber Investor,

Sowohl Donald Trump als auch Recep Erdogan setzen primär auf die kurzfristige Karte.  Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen werden ausgeblendet. Das heißt aber nicht, dass sie sich nicht einstellen werden. Sie werden aber unweigerlich kommen. Fraglich ist allein ihre Ankunftszeit.

Dann gibt es auch neue Rechnungen, die der Präsident seinem Volk präsentieren muss. In den Staatshaushalten müssen aufgrund der höheren Zinsen Einsparungen vorgenommen werden. Die steigenden Zinsen würgen die Wirtschaft ab und die Arbeitslosigkeit steigt. Mit ihr steigt auch der Unmut der Bevölkerung und das Land wird zunehmend destabilisiert.

Wir stehen heute erst am Anfang dieser Entwicklung. Doch sie droht und ein Blick auf die leidgeprüften Länder Südamerikas zeigt, wohin der Weg führen kann, wenn ein populistisch agierender Volkstribun sein Volk mit kurzfristigen Maßnahmen in eine bessere Zukunft führen will.

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308
04.05.17

Lieber Investor,

Autoritarismus und die Einschränkung von politischer Freiheit vertragen sich auf Dauer nicht mit wirtschaftlicher Dynamik. Je mehr die Freiheit einschränkt wird, desto mehr und desto schneller trüben sich die längerfristigen Wachstumsaussichten ein, weil sich zunächst die Investoren zurückhalten. Sie fürchten um ihre Einsätze und investieren lieber in anderen Ländern, die eine größere Freiheit versprechen und einen liberaleren Umgang mit ausländischem Kapital pflegen.

Der Putsch in der Türkei im Sommer 2016 hat an dieser Stelle verheerend gewirkt. Seine unmittelbaren und mittelbaren Folgen vertreiben Touristen wie Investoren gleichermaßen und führen dazu, dass die Türkei, die ohnehin viel Geld aus dem Ausland benötigt, um ihr Wirtschaftswachstum zu halten, heute Mühe hat, sich zu refinanzieren. Für seine zehnjährigen Staatsanleihen muss der türkische Staat inzwischen elf Prozent Zinsen zahlen.

In den USA sind nicht die hohen Zinsen das Problem

Die Inflation ist hoch und der Außenwert der türkischen Lira schwach. Da die jüngsten wirtschaftlichen Aufschwünge mit hohen Krediten erkauft wurden, zieht sich die Schlinge um den eigenen Hals langsam zu. Es droht ein Teufelskreis. Die hohen Zinsen würgen Investitionen und Wirtschaftswachstum ab. Letzteres führt dazu, dass der Außenwert der Landeswährung weiter sinkt. Weil die Notenbank die Abwertung früher oder später mit höheren Zinsen bekämpfen wird, ist der Kreislauf vollendet.

In den USA sind nicht die hohen Zinsen das Problem. Hier dürfte sich eher die vom neuen US-Präsidenten bevorzugte Handels- und Einreisepolitik negativ auswirken. Für die US-Unternehmen wird es immer schwieriger an die benötigten Fachkräfte zu kommen, wenn diese aufgrund der verschärften Grenzkontrollen nicht mehr ins Land gelassen werden oder diese auf die Einreise von sich aus verzichten, weil Amerika ihnen als zu abweisend und unattraktiv erscheint.

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304
04.05.17

Lieber Investor,

Donald Trump und Recep Erdogan sind nicht die ersten Präsidenten, die sich mithilfe einer populistischen Wirtschafts- und Finanzpolitik profilieren wollen. Die Bilanz ihrer populistischen Vorgänger mahnt jedoch zur Vorsicht. Große und vor allem bleibende Erfolge haben nur die Wenigsten vorzuweisen.

Das liegt vor allem daran, dass sich die Beschränkungen von Freiheiten aller Art und eine prosperierende wirtschaftliche Entwicklung auf Dauer ausschließen. In einem Klima der Angst gedeihen Vorsicht und Zurückhaltung, aber nicht der Mut, neue Wege zu gehen und innovativ tätig zu werden.

Die Bevölkerung spürt erst mit der Zeit, dass sich die wirtschaftliche Basis des Landes verschlechtert.

Das innovative und intellektuelle Potenzial eines Landes ist so zwar immer noch vorhanden, kommt aber immer seltener zur Geltung. Die Folge ist ein langsames Zurückfallen hinter die Entwicklungsgeschwindigkeit anderer Kulturen und Länder. Hält dieser Zustand zu lange an, wie beispielsweise in der islamischen Welt in der Neuzeit oder in China während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, entsteht eine Kluft, die anschließend nur noch sehr schwer wieder zu schließen ist.

Am Anfang ist von diesem Bedeutungsverlust noch nicht sehr viel zu spüren. Es sind primär die Experten, die frühzeitig bemerken, dass das Land von seiner Substanz lebt und langsam den Anschluss verliert, weil nicht genügend in neue Technologien und Produkte investiert wird. Der Rest der Bevölkerung spürt erst mit der Zeit, dass sich die wirtschaftliche Basis des Landes verschlechtert.

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352
04.05.17

Lieber Investor,

erfahrene Demokraten wissen, dass den Aussagen der Politiker nur begrenzt Glauben zu schenken ist. Das gilt insbesondere für die Aussagen, die in der Zeit des heißen Wahlkampfes gemacht werden. Hier wird dem Wähler besonders oft das Blaue vom Himmel versprochen. Die politische Wirklichkeit sieht anschließend allerdings meist deutlich trüber aus.

So ergeht es inzwischen den USA und so könnte es auch schon bald der Türkei ergehen. Die Träume des Wahlkampfes sind in beiden Ländern schneller ausgeträumt als es ihren Präsidenten und deren Wählern lieb sein kann. Im einen wie im anderen Fall liegt ein Teil der Misere darin, dass versucht wird, die Wirtschaft mit populistischen Methoden in Schwung zu bringen.

Langfristig wird eine Abschottung der USA keinen Erfolg bringen

Sie zielen stets stärker auf die kurzfristige Wirkung als auf den langfristigen Erfolg. Der Vorteil einer derartigen Strategie ist, man kann dem Wähler recht schnell erste Erfolge präsentieren. Die Rückseite dieser Medaille ist jedoch, dass wichtige langfristige Weichenstellungen oftmals nicht erfolgen, weil sie zu wenig im Blick des herrschenden Präsidenten oder Regierungschefs stehen.

Kurzfristig mag es Donald Trump gelingen mit seiner America-First-Politik den einen oder anderen zusätzlichen Auftrag für die US-Industrie ins Land zu holen. Langfristig wird eine stärkere Abschottung der USA vom Weltmarkt den Unternehmen jenseits des Atlantiks jedoch keinen Erfolg bringen.

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332
03.05.17

Lieber Investor,

Die gegenseitige Abhängigkeit von Staaten und Banken gilt als ein Mitauslöser der Eurokrise. Da sie in den Jahren seit 2011 nicht verringert, sondern sogar noch weiter verstärkt wurde, müssen wir nicht nur damit rechnen, dass die Eurokrise bei einem Anstieg der Zinsen zurückkommen wird, sondern dass sie stärker zurückkommen wird.

Das sind weder für die Staaten – und hier sprechen wir nicht nur von den bekannten Problemstaaten – noch für die betroffenen Banken angenehme Aussichten. So wundert es nicht, dass die EU-Kommission bereits händeringend nach Wegen sucht, mit denen sich die Krise meistern lässt. Momentan heißer Favorit sind die sogenannten European Safe Bonds (ESB).

Es dürfte Europa leichtfallen, in diesen Zeiten kein allzu attraktives Bild abzugeben

Sie sind eine verkappte Neuauflage der alten Eurobonds-Idee. Man gibt dem Kind nur einen etwas anderen Namen und fügt zur Verschleierung eine europäische Institution ein, die diese angeblich sicheren Bonds ausgibt. Aus deutscher Sicht ist es aber egal, ob man direkt für griechische und italienische Staatsanleihen haftet oder indirekt für die von einer europäischen Institution ausgegebenen Anleihen, die selbst massiv in die Staatsanleihen der Problemstaaten investiert.

Egal, wie man das Kind nennt und welche Konstruktion man wählt, am Ende steht eine gemeinschaftliche Haftung für die Schulden der anderen. Das wird in den Ländern im Norden auf wenig und im Süden auf große Gegenliebe treffen. Entsprechend groß wird der politische Streit sein, der den Mitgliedern der Eurozone schon bald wieder ins Haus steht. Da gleichzeitig auch die Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien laufen, dürfte es Europa leichtfallen, in dieser Zeit kein allzu attraktives Bild abzugeben.

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332
03.05.17

Lieber Investor,

Dieser angenehme Zustand wird sich bei einem Zinsanstieg sofort in sein Gegenteil verwandeln, denn bei steigenden Zinsen verlieren Anleihen, die früher zu niedrigeren Zinsen ausgegeben wurden, an Wert. Ihr Kurs fällt solange, bis der nominale Zins der alten Anleihe geteilt durch den Kurswert an der Börse wieder den aktuellen Zinssatz entspricht.

Steigende Zinsen sind deshalb nicht nur Sprengsätze für die Staatshaushalte, sondern auch für die Bankbilanzen. Je stärker der Anstieg ausfällt, desto mehr Geld müssen die Finanzminister an anderer Stelle einsparen. Aber auch die Banken müssen sehen, dass sie schnell an mehr Eigenkapital kommen, denn je weiter die Anleihekurse fallen, desto leichter stehen sie als unterkapitalisiert und damit überschuldet da.

Die Investoren wissen dass der Zins das Ausfallrisiko einer Anleihe widerspiegeln sollte.

Überschuldete Banken, die von ohnehin klammen Staaten gerettet werden müssen, sind eine Horrorvorstellung für jeden Anleger, weil sich alle an den Fingern einer Hand abzählen können, dass dieses Drama auf Dauer nicht gutgehen kann. Der Zins hat zwar in den letzten Jahren seine Funktion als Warnhinweis für das mit einer Anleihe verbundene Risiko vordergründig verloren, doch auch wenn sie es verdrängt haben, so wissen die Investoren doch nur zu gut, dass der Zins das Ausfallrisiko einer Anleihe widerspiegeln sollte.

Diese wichtige Funktion wird der Zins in dem Augenblick langsam wieder übernehmen, in dem das Zinsniveau allgemein steigt. Er wird sie endgültig wieder ausfüllen können, wenn er sich aus dem Joch der Notenbanken befreit. Es wird gewiss noch eine ganze Zeit dauern, bis die Marktteilnehmer wieder selbst bestimmen, welche Zinssätze sie verlangen und sich dieses nicht von den Notenbanken vorschreiben lassen. Doch das Pendel könnte langfristig wieder in diese Richtung ausschlagen.

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338
03.05.17

Lieber Investor,

Benoît Couré ist Mitglied des sechsköpfigen Führungsgremiums der Europäischen Zentralbank und fordert, dass sich der Finanzsektor, die anderen Wirtschaftsakteure und natürlich auch die europäischen Regierungen, auf ein Ende der niedrigen Zinsen vorbereiten müssen. Er sprach bereits offen aus, was eigentlich allen klar sein sollte: Die Zinsen werden nicht ewig auf dem aktuellen Niveau verharren.

Es ist im Grunde egal, ob die Zinsen jetzt schon steigen oder erst in einem oder zwei Jahren angehoben werden. Das Ergebnis ist in allen Fällen das Gleiche. Es tritt nur früher oder später ein. Die Zinslast für die staatlichen und privaten Schuldner wird steigen. Sie wird sogar spürbar steigen, weil das Ausgangsniveau so unnatürlich niedrig ist.

Staatsanleihen machen inzwischen den Kern der Bilanzen aus

Diesen Anstieg werden viele Schuldner nicht verkraften und zusammenbrechen. Mit hässlichen Bremsspuren in den Wirtschaftsstatistiken der betroffenen Länder ist also zu rechnen. Vergrößert wird das Problem dadurch, dass viele der von der Entwicklung besonders betroffenen Schuldner in einer engen Abhängigkeit zueinander stehen. Zu nennen sind hier insbesondere die Staaten und die Banken.

Die Banken haben sich auch bedingt durch den regulatorischen Druck der Politik in den letzten Jahren mit Staatsanleihen vollgesogen. Sie machen inzwischen den Kern ihrer Bilanzen aus, bringen aber kaum einen nennenswerten Zinsertrag. Bislang gab es sogar Kursgewinne, und zwar immer dann, wenn das Zinsniveau fiel.

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384
03.05.17

Lieber Investor,

sie ist im Moment kein Thema an den Finanzmärkten, denn dank der extrem niedrigen Zinsen sind auch Europas Problemstaaten in der Lage, ihre Schulden am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Die fehlende mediale Aufmerksamkeit ändert aber nichts an der Brisanz des Problems, denn Schulden, die nicht mehr tragbar sind, sind zu jeder Zeit eine Belastung für Kapitalmärkte, Volkswirtschaften und Gesellschaften.

Die Frage ist also nicht, ob die europäische Schuldenkrise zurückkommen wird, sondern wann. Der Zeitpunkt wird in dem Augenblick nicht mehr fern sein, in dem sich die Europäische Zentralbank zu einer Anhebung ihrer Leitzinsen gezwungen sieht. Weil dies allen mehr oder weniger klar ist, fragen sich die Anleger inzwischen immer besorgter, wie nah oder wie fern dieser Moment ist.

Die Nachrichten und Kommentare aus dem EZB-Tower sind widersprüchlich

Er könnte bereits näher sein als den Meisten lieb ist. In den USA ist die Zinswende nicht nur bereits vollzogen, sondern verschärft sich zunehmend. Der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Zinsschritten der US-Notenbank wird kürzer. Damit wächst der Zinsabstand zwischen europäischen und amerikanischen Anleihen und mit ihm der Druck auf die EZB, dem Beispiel der FED zu folgen.

Die Nachrichten und Kommentare aus dem Frankfurter EZB-Tower sind augenblicklich verwirrend, weil widersprüchlich. Mal heißt es, die Zinsen werden noch lange niedrig bleiben und das Anleihenkaufprogramm werde in geplantem Umfang zu Ende geführt werden, was für weiterhin extrem niedrige Zinsen spricht. Daneben gibt es aber auch gewichtige Stimmen, die Europas Regierungen vor dem Ende der Niedrigzinsphase warnen, etwa die von Benoît Couré.

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412
03.05.17

Liebe Leser,

sein selbst gestecktes Ziel, mit 30 Jahren Millionär zu werden, übertraf Bill Gates deutlich. Mit 31 Jahren konnte er sich sogar als Milliardär betiteln. Er ist bekannt als guter Taktiker und Geschäftsmann. Seine Gabe, die Soft- und Hardware-Entwicklungen für die nächsten Jahre vorauszusehen, brachte ihm den selbst eingeforderten Erfolg.

Er behält sein Vermögen allerdings nicht nur für sich und seine Frau Melinda Gates, sondern ist auch bekannt für seine großzügigen Spenden. Insgesamt hat er schon über 28 Milliarden US-Dollar gespendet.

Gates verfügt aufgrund seiner großzügigen Spenden in der Öffentlichkeit über einen guten Ruf.

Die Bill & Melinda Gates Foundation verfügt über ein geschätztes Vermögen von rund 29 Milliarden US-Dollar. Hauptsächlich setzt sich die Organisation für die Bereitstellung von Impfstoffen und diversen Gesundheitsprojekten in Entwicklungsländern in Afrika und Asien ein.

Bis zu seinem Tod will Bill Gates nach eigenen Angaben 90 bis 95% seines Gesamtvermögens spenden. Seine Kinder sollen „nur“ jeweils ca. 10 Millionen US-Dollar erben. Heute besitzt Gates aufgrund seiner großzügigen Spenden in der Öffentlichkeit einen hohes Ansehen und einen guten Ruf.

Eine interessante Randnotiz: Auch Warren Buffett, ebenfalls Stammgast in der Top-5-Rangliste der reichsten Menschen der Welt und guter Freund von Bill Gates, sicherte der Stiftung einen großen Teil seines Vermögens in seinem Testament zu.

Meine Lieblingszitate von Gates

Zum Abschluss teile ich Ihnen meine Lieblingszitate von Bill Gates mit:

„Ich besitze keine Dollars. Ich besitze Microsoft-Aktien. Nur durch Multiplikation entsteht eine erschreckende hohe Zahl von dem, was ich durch ihre Konvertierung angeblich besitze.“

„Wir überschätzen immer den Wechsel, der in den nächsten zwei Jahren geschehen wird und unterschätzen den Wechsel, der in den nächsten 10 Jahren passieren wird. Lassen Sie sich selbst nicht von Nichtstun einlullen.“

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384
03.05.17

Liebe Leser,

man muss keinen perfekten schulischen oder beruflichen Lebenslauf besitzen, um Multi-Milliardär zu werden. Die Nummer 1 der aktuellen Vermögens-Rangliste hat dies eindrucksvoll bewiesen. In der dritten und letzten Folge unserer Serie stelle ich Ihnen heute den reichsten Menschen der Welt vor. Wie Bill Gates sein Vermögen innerhalb relativ kurzer Zeit erlangt hat, zeige ich Ihnen jetzt.

Nochmals zum Hintergrund: Die internationale Entwicklungsorganisation Oxfam hat das Vermögen der Superreichen unter die Lupe genommen und eine Liste mit den reichsten Menschen der Welt veröffentlicht.

Bill Gates – Der Gründer von Microsoft

Unangefochtene Nummer 1 ist Bill Gates. Sein Vermögen wird auf rund 81,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bereits seit 1994 verteidigt er fast ohne Unterbrechung den Titel „Reichster Mann der Welt“. Im vergangenen Jahr ist sein Vermögen um rund zwei Milliarden US-Dollar gewachsen.

William „Bill“ Henry Gates III wurde am 28. Oktober 1955 in Seattle geboren. Sein Erfolg machte ihn schnell reich, sodass er im Juni 2004 das letzte Mal ganztägig bei Microsoft arbeitete, um seine Zeit danach verstärkt seiner Stiftung für wohltätige Zwecke zu widmen. Nun stellt sich die Frage, wie er sein Vermögen in so kurzer Zeit erlangt hat.

Die erste Firma bringt die ersten Erfolge

Mit 14 Jahren gründete Bill Gates mit seinem Schulfreund Paul Allen die erste Firma. Mit gerade einmal 15 Jahren verdiente er bereits 5.000 US-Dollar durch eine Software, die zur Messung von Verkehrsströmen diente.

Aufgrund seiner Programmier-Leidenschaft brach er sein Studium an der Harvard University ab und gründete mit seinem Freund Paul Allen am 4. April 1975 Microsoft. Paul Gardner Allen wurde am 21. Januar 1953 in Seattle geboren. Allen war dafür verantwortlich, dass Microsoft im Jahre 1980 ein Betriebssystem günstig kaufen konnte. Dies war die Grundlage für das Wachstum von Microsoft. 1990 gelang dann der große Durchbruch.

Im Jahr 2000 trat Allen von seiner Position im Aufsichtsrat zurück, wurde aber gebeten, weiterhin als strategischer Berater für das Unternehmen tätig zu sein. Heute betätigt er sich hauptsächlich als Geschäftsmann, Kunstsammler und Teambesitzer im nordamerikanischen Profisport. Auch Allen profitierte von der Zusammenarbeit mit Gates. Das Forbes Magazine setzte ihn auf Platz 51 der reichsten Menschen weltweit. Sein Vermögen wird auf rund 17,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

 

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364
01.05.17

Lieber Investor,

Sie gehen jetzt erst einmal nach Italien und sparen dort eine Menge Geld, und wenn es sich in zwei oder drei Jahren anderswo tatsächlich noch billiger lebt, verkaufen Sie Ihre luxuriöse Villa in der Toscana und ziehen auf ihre alten Tage noch einmal um.

überlegen Sie sich das mit dem Umzug nicht zu lange

Dass Sie Italiens Sonne mit dem kalten Schmuddelwetter in Castrop Rauxel tauschen müssen, glaube ich eher nicht. Von Wolfgang Schäuble sind solche Steuergeschenke wohl nicht zu erwarten, und wenn die Sozis im Herbst die Bundestagswahl gewinnen, dann müssen Sie sich als Reicher hier in Deutschland ganz besonders warm anziehen. Die kommen noch auf die Idee, den Spitzensteuersatz zu erhöhen, um den Hartz 4-Empfängern drei Monate länger das Arbeitslosengeld bezahlen zu können.

Deswegen überlegen Sie sich das mit dem Umzug nicht zu lange. Die Zeit drängt, allein schon weil im Herbst ein neuer Bundestag gewählt wird. Und wenn Sie der italienischen Sprache nicht mächtig sind, dann ziehen Sie halt nach Südtirol. Dort spricht man mehr und besser Deutsch als auf Mallorca und das will bekanntlich schon was heißen.

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344
01.05.17

Lieber Investor,

denken Sie nur mal an Venezuela oder die Türkei. Bevor ihnen dort irgendwelche Bomben um die Ohren oder Messer zwischen die Rippen fliegen, sollten Ihre Freunde lieber mit Ihnen nach Italien kommen.

Der italienische Staat meint es wirklich gut mit den reichen Ausländern

Sie müssen ja nicht gleich nach Sizilien ziehen und der Mafia Konkurrenz machen und die gefährliche Fahrt im Schleuserboot über das Mittelmeer können sich Ihre reichen Freunde auch sparen. Es genügt eine Million Euro in Italien zu investieren oder für einen guten Zweck zu spenden und schon ist das Spezialvisium für reiche Ausländer erteilt. Klingt verlockend, nicht wahr?

Ich sag es Ihnen doch schon die ganze Zeit: Der italienische Staat meint es wirklich gut mit den reichen Ausländern. Er hat aber auch ein Herz für seine eigenen Kinder. Das muss man fairerweise anerkennen. Wenn Sie einen Italiener kennen, der vor zehn oder mehr Jahren seiner Heimat den Rücken gekehrt hat, sollten Sie ihn zur Rückkehr bewegen. Sie wird ihm immerhin mit einem Steuernachlass auf sein Gehalt von bis zu 90 Prozent versüßt.

Ob sich das ganze Theater für den italienischen Staat lohnen wird? Ich glaube es eher nicht. Die anderen Finanzminister sind auch keine Schlafmützen. Sie werden schnell mit neuen Angeboten ihre steuerliche Gegenoffensive starten. Aber für Sie und die vielen anderen Reichen und Superreichen wird sich der Aufwand auf jeden Fall lohnen.

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392
01.05.17

Lieber Investor,

Sie als gehegter und gepflegter Paperone werden in Italien nur 100.000 Euro an das Finanzamt abführen und damit ist alles erledigt. Sie meinen, Ihr Aktiendepot sei aber nicht nur 40 Millionen, sondern mehr als 400 Millionen Euro schwer. Macht nichts. Auch in diesem Fall ist bei 100.000 Euro Schluss.

Das ist doch gerade das Schöne an Bella Italia: Bei 100.000 Euro und keinem einzigen Cent mehr enden all Ihre steuerlichen Verpflichtungen, egal, wie viele Millionen oder Milliarden Sie Ihr Eigen nennen.

Die Italiener waren schon immer besonders kinderlieb

Und wenn Ihre Familie den Umzug nach Italien mitmacht und über ebenso gut gefüllte Investmenttaschen verfügt, müssen pro Kopf noch einmal 25.000 an das Finanzamt überwiesen werden. Dafür dürfen die Bambinis aber auch soviel verdienen, wie sie wollen. Sie sagen es, die Italiener waren schon immer besonders kinderlieb.

Ihre Freunde sollten Sie am besten gleich mit nach Italien bringen. Wer geht schon gerne allein? Ich weiß, viele von denen leben schon in einem Niedrigsteuerland und zahlen keine oder nur eine sehr geringe Einkommensteuer. Aber viele dieser Länder haben gerade Probleme und es wimmelt dort nur so von Terroristen und Banditi.

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