Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump macht im Handelskonflikt ernst: Ein internes Schreiben, das Reuters vorliegt, fordert von Verhandlungspartnern neue Angebote – und das bis spätestens Mittwoch. Damit rückt die Deadline für eine Lösung der seit Monaten schwelenden Zollfragen in greifbare Nähe.
Ultimatum für bessere Angebote
Laut dem Entwurfsschreiben sollen Länder ihre besten Vorschläge für zentrale Handelsbereiche einreichen. Dabei geht es um Zoll- und Quotenangebote für US-Produkte sowie um Pläne zum Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse. Auch Zusagen in Sachen digitaler Handel und Wirtschaftssicherheit werden verlangt – je nach Land spezifisch zugeschnitten.
Diese Forderung nach „bestmöglichen Angeboten“ unterstreicht, wie ernst es der US-Regierung mit einer schnellen Einigung ist. Die Gespräche laufen bereits seit dem 9. April, als Trump seine „Liberation Day“-Zölle vorerst für 90 Tage ausgesetzt hatte. Diese Frist endet am 8. Juli.
Zölle bleiben als Druckmittel bestehen
Besonders brisant: Das Schreiben warnt ausdrücklich davor, die geplanten Zölle auf die leichte Schulter zu nehmen. Selbst wenn US-Gerichte gegen Trumps Maßnahmen entscheiden sollten, will die Regierung andere rechtliche Mittel ausschöpfen, um die Zölle durchzusetzen. Damit macht Washington klar, dass die Zölle fest eingeplant bleiben, sollte es keine Einigung geben.
Breite Gesprächsrunden – aber wenig Zeit
Betroffen von den Verhandlungen sind wichtige Handelspartner wie die Europäische Union, Japan, Vietnam und Indien. In diesen Gesprächen wird es nun vor allem darum gehen, ob bis Mittwoch konkrete Fortschritte erzielt werden können. Denn schon wenige Wochen später läuft die selbst gesetzte Frist endgültig aus – und die Gefahr neuer Zölle wäre dann wieder ganz akut.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Trumps Strategie der harten Verhandlungen tatsächlich auf fruchtbaren Boden fällt oder ob sich der Handelsstreit weiter zuspitzt. Für die Weltwirtschaft bedeutet das in jedem Fall weiter große Unsicherheit.
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