Zögerliche Zinswende

Kommentar zur Fed-Zinsentscheidung

Die US-Zentralbank (Fed) hat ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die neue Bandbreite für die „Federal Funds Rate“ ist jetzt 0,25 bis 0,50 Prozent.

Zudem verkündete die Fed, ihren Leitzins im Verlauf des Jahres nicht nur drei, sondern sechs Mal anheben zu wollen – so dass der Leitzins Ende 2022 bei 1,9 Prozent anstatt bis 0,9 Prozent liegen wird.

Die jahresdurchschnittliche Inflation (gemessen anhand der „PCE inflation“) wird im laufenden Jahr auf 4,3 Prozent geschätzt nach 2,6 Prozent gemäß der Schätzung im Dezember 2021.

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Gleichzeitig hat die Fed ihre Wachstumsprognose reduziert: In 2022 wird die US-Wirtschaft nicht (wie im noch im Dezember 2021 geschätzt) um 4,0 Prozent, sondern nur noch um 2,8 Prozent wachsen. Dabei betont die Fed die „große Unsicherheit“, die für die Wirtschaft aus dem Ukraine-Konflikt erwächst – und die die Inflation weiter antreiben und das Wachstum verringern kann.

Wie ist der Zinsschritt zu beurteilen? Ohne Frage sind Zinsanhebungen längst überfällig; man bedenke nur einmal, dass die Inflation der US-Konsumgüterpreise im Februar 2022 bei 7,9 Prozent lag – ein 40-Jahreshoch. Ein großer Zinsschritt von, sagen wir, 0,50 Prozentpunkte wäre angemessener gewesen.

So gesehen fällt der jüngste 0,25-Prozentanstieg in der Tat sehr zögerlich aus, denn er leistet nur sehr wenig, um den realen (also inflationsbereinigten) US-Zins aus den Tiefen des Negativbereiches heraufzubefördern und dadurch seinen inflationären Impuls zu verringern.

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Die Fed scheut sich ganz offensichtlich, beherzt gegen die hohe Inflation vorzugehen. Stattdessen kalkulieren die Zentralbankräte vermutlich, dass die aktuelle Inflationswelle im Laufe des Jahres nachlässt, dass sich die derzeitigen sehr hohen Inflationsraten zurückbilden, ohne dass dafür der Leitzins weiter stark angehoben werden müsste und die Wirtschaft in eine Rezession verfällt.

Doch der nach wie vor hohe „Geldmengenüberhang“ in der US-Wirtschaft (eine Folge der geldpolitischen Reaktion auf die Lockdown-Krise) lässt erwarten, dass die Inflation weiter stark erhöht bleiben wird, auch wenn die Energie- und Rohstoffkostenexplosion etwas nachlassen sollte – denn das US-Kredit- und Geldmengenwachstum ist nach wie vor sehr hoch, und es ist fraglich, ob es durch zaghafte Zinsanhebungen tatsächlich abgeschwächt werden kann.

Zusammengefasst kann man daher zum Schluss gelangen: Die heutige Zinserhöhung sowie die weiteren, in Aussicht gestellten Straffungsschritte können das Inflationsproblem nicht überzeugend vertreiben. Wenn es also zu keiner beschleunigten Straffung kommt in den nächsten Monaten, ist vielmehr damit zu rechnen, dass die US-Inflation deutlich höher für länger bleiben wird – und dass dadurch letztlich auch die Inflation in anderen Währungsräumen – wie insbesondere dem Euroraum – hochgetrieben wird.

Aus unserer Sicht gibt es so gesehen nach wie vor gute Gründe für Anleger, in einer anhaltend hohen Inflation eine der zentralen Herausforderungen bei der Kapitalanlage zu erblicken. Für langfristig orientierte Anleger ist und bleibt das Halten von physischem Gold und Silber eine attraktive Option, um dem Kaufkraftverlust des Geldes heute und in den kommenden Jahren zu entgehen.

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