Xiaomi-Aktie – Realitätscheck und Kursphantasien

Das chinesische Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von Smartphones, Fernsehern und Smart-Home-Geräten. Nach dem Siegeszug im Heimatmarkt China sowie in Indien erobert die Xiaomi Corp. erfolgreich die westliche Welt.

Xiaomi im Jahr 2020:

  • Handy-Marken Mi, Redmi, Poco
  • 146,4 Mio. Smartphones verkauft
  • mehr als 22.000 Mitarbeiter
  • Verkauf in mehr als 100 Ländern

Kursanstieg nach schwachem Börsenstart

Der Börsengang in Hongkong im Jahr 2018 ist für den Smartphone-Hersteller Xiaomi Corp. zunächst wenig erfreulich verlaufen. Erst wurde weniger Kapital erlöst, als erhofft. Dann halbierte sich der Börsenkurs des chinesischen Elektronik-Herstellers sogar auf etwa einen Euro.

Inzwischen notiert die Xiaomi-Aktie jedoch fast 50 Prozent über den Kursen des Jahres 2018. Außerdem gehört das Papier zum chinesischen Hang Seng Index. Allerdings schwebt über den Zukunftsaussichten die Gefahr von Handelsbeschränkungen zwischen den USA und China, wobei Xiaomi andererseits vom Bann gegen Huawei profitierte.

 Xiaomi-UmsatzEBIT/Gewinn
2020276,3 Mrd. HKD22,8 Mrd. HKD
2019233,4 Mrd. HKD14,6 Mrd. HKD
2018207,2 Mrd. HKD17,2 Mrd. HKD
2017132,2 Mrd. HKD-48 Mrd. HKD
201680 Mrd. HKD1,5 Mrd. HKD
10 Hongkong-Dollar = 1,07 Euro (April 2021)

Mi-Handy-Premiere im Sommer 2011

Vor allem punktet das Unternehmen mit Smartphones. In China und Indien hat Xiaomi sehr schnell die Führung übernommen. Das erste Handy hat das 2010 in Peking (Beijing) gegründete Unternehmen, im Sommer 2011 auf den Markt gebracht. Dabei hat sich Xiaomi auf die Produktion preiswerter Smartphones fokussiert.

Smartphone mit hochauflösender Kamera

Jetzt gehört das Unternehmen im Handy-Geschäft mit Samsung, Apple und Huawei zu den großen Playern. Die Flaggschiff-Reihe des chinesischen Smartphones heißt Mi (Mi 11 mit 5G und 128 GB). Insbesondere wirbt Xiaomi mit der Kamera und verspricht höchste Bildqualität. Genannt werden Auflösungen von mehr als 100 Megapixeln, Weitwinkel und Stabilisierung.

Werbeversprechen von Xiaomi-Handys:

  • Hohe Kameraqualität mit vielen Funktionen
  • Kurze Akkuladezeit
  • Minimaler Displayrand an drei Seiten
  • Günstiges Preis-Leistungsverhältnis

Günstige Modelle von Redmi

Günstigere Handy-Modelle für Einsteiger, bietet Xiaomi mit der eigenständigen Marke Redmi (Redmi Note-Reihe) an. Technisch besonders leistungsfähige und dennoch günstige Phones, etwa für Gaming, heißen Poco. In Tests und Vergleichen schneiden die Smartphones von Xiaomi sehr gut ab.

Eigene Android-Oberfläche MIUI

Die Smartphones von Xiaomi laufen mit dem Betriebssystem MIUI (Mi User Interface), das „Me You I“ ausgesprochen wird. Das angepasste Android-System verfügt über eigene Apps, etwa für Musik und Fotos. Die internationale MIUI-Version ist vom Android-Förderer Google zertifiziert und enthält Dienste wie die Navigation Google Maps, den Google Play Store für Apps und den E-Mail-Dienst Gmail.

Kritik an Nutzerdaten-Auswertung

Datenschützer und Cyber-Security-Experten kritisieren den Datenhunger von Xiaomi. Im Frühjahr 2020 kamen Experten laut eines Forbes-Artikel zu dem Schluss, dass Xiaomi-Apps wie die eigenen Browser zahlreiche Daten zum Surfverhalten abgreifen und weiterleiten.

Inkognito-Browser-Modus erfasst

Erfasst werden laut des Medienberichtes verwendete Webadressen und auch Eingaben in Suchmaschinen. Das betrifft demnach sogar den vermeintlich privaten Inkognito-Modus oder Suchanfragen an sichere Suchportale wie DuckDuckGo.

Xiaomi verweist auf Nutzer-Einwilligung

In einer Stellungnahme betonte die Xiaomi Corp., die Nutzerdaten würden anonymisiert verarbeitet und die Nutzer hätten dem zugestimmt. Das Unternehmen erklärte, es halte Privatsphäre für sehr wichtig und achte alle Gesetze. Die Apps sollen jedoch nun transparentere Wahlmöglichkeiten zur Datenübertragung bieten.

Cloud-Dienst voreingestellt

Es ist nicht das erste Mal, das Xiaomi aufgrund des Umgangs mit Kundendaten kritisiert wurde. Im Jahr 2014 war bekannt geworden, dass Redmi-Note-Handys damals Fotos, SMS und E-Mails auf chinesische Server übertrugen. Diese automatische Cloud-Anbindung war nicht deaktivierbar, heute ist dies möglich.

Mi-Home-Netzwerk für smarte Technik

Xiaomi betreibt außerdem, die nach eigenen Angaben zufolge, weltweit größte Plattform für vernetzte Geräte (Internet of Things) – Stand 2021. 324 Millionen Smart Devices sind mit dem Mi-Home-System verbunden. Nicht mitgezählt sind Smartphones und Notebooks der Mi-Reihe.

Smarte Produktvielfalt:

  • steuerbare Leuchten und LED
  • Heizungsthermostate
  • Wlan-Steckdosen (Smart Plug Power Plug)
  • Fernsteuerbare Luftreiniger
  • Netzwerk-Kameras
  • App-gesteuerte Zahnbürsten
  • Fingerabdruck-Türschlösser

Mi-Smartphones deutschlandweit

Seit 2019 sind die Handys der Chinesen auch in Deutschland kein Import-Tipp mehr. Telekom, Vodafone und O2 Telefonica bieten Xiaomi-Smartphones mit und ohne Vertrag an. Zudem sind die Mobiltelefone auf bekannten Shopping-Portalen wie Amazon und Cyberport offiziell gelistet.

Smart-TV reagiert auf Sprachbefehle

Neben Smartphones stellt Xiaomi weitere elektronische Geräte her. Dazu zählen smarte Mi-Fernseher. Das Spitzenmodell unter den Smart-TV ist derzeit der Mi TV Q1 mit einer Größe von 75 Zoll und 4K-Auflösung. Das Fernsehgerät auf Android-Basis lässt sich per Sprache steuern.

Luftreiniger von Xiaomi

Zahlreiche weitere smarte, vernetzte Produkte der Chinesen sind auch in Deutschland erhältlich. Dazu gehören Smartwatches, Fitnessarmbänder, drahtlose Kopfhörer und Ladegeräte. Aber auch Luftfilter-Geräte, Saugroboter und Haarföne verkauft Xiaomi. In China ist die Produktpalette größer und umfasst unter anderem Mi-Notebooks, E-Scooter und E-Bikes.

Milestones der Xiaomi Corporation

2010Gründung in Peking (Beijing)
2011Erstes Xiaomi-Smartphone Mi 1
2014Expansion nach Singapur, Malaysia und Indien / Einführung der Handy-Marke Redmi
2016Handyverkaufszahlen brechen ein
2017Einführung eigener Mi-Stores
2018Börsengang Hongkong Stock Exchange / Einfühung der Handy-Marke Poco
2020Eröffnung Mi-Store in Düsseldorf

In Zukunft will Xiaomi das internationale Geschäft mit Smart-TV ausbauen. In China sind die Mi-Fernseher bereits die am häufigsten verkauften. Gute Wachstumschancen ergeben sich vor allem dank eigener Onlineangebote wie E-Commerce, Gaming und Streaming auf den smarten Geräten.

Außerdem will Xiaomi deutlich mehr smarte Haushaltsgeräte und Lifestylegeräte entwickeln. Dabei nutzen die Chinesen teilweise Crowdfunding, um aussichtsreiche Produkte schneller erkennen und entwickeln zu können. 

Xiaomi und die Entwicklung von smarten E-Autos

Kursphantasie löste Xiaomi im Frühjahr 2021 aus. Das Unternehmen kündigte an, Elektroautos zu entwickeln. Innerhalb der kommenden zehn Jahre will das Börsenunternehmen den Berichten zufolge rund zehn Milliarden US-Dollar in diesen Bereich investieren.

Durch jahrelange Erfahrung mit smarter Vernetzung sehen sich die Chinesen für den Einstieg in den E-Auto-Bereich gerüstet. CEO Lei Jun sagte, er sehe bei intelligenten Elektrofahrzeugen die größten Geschäftspotentiale im nächsten Jahrzehnt. Erste Erfahrungen hat das Xiaomi bereits in einem Joint-Venture mit dem Autohersteller Bestune gesammelt.

Jede fünfte Xiaomi-Aktie in Gründerhand

Im April 2020 wurde Xiaomi in der chinesischen Hauptstadt aus der Taufe gehoben. Der heutige CEO Lei Jun und Vice Chairman Lin Bin gründeten das Unternehmen mit sechs Partnern zusammen. Zuvor hatten sie unter anderem bei Google, Kingsoft, Microsoft und Motorola Erfahrungen gesammelt. Rund 20 Prozent der Xiaomi-Anteile gehören bis heute Lei Jun und Lin Bin. 75 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz.

Wie wird Xiaomi ausgesprochen?

Der Name Xiaomi macht es Europäern schwer, ihn zu schreiben und auszusprechen. Gern wird versehentlich Xioami oder Xaomi geschrieben. Ausgesprochen wird der Unternehmensname einfach „Schaumi“.

Xiaomi bedeutet schlicht „Hirse“. Wie es heißt, liegt der Ursprung darin, dass die Gründer einst zusammen Hirse-Porridge aßen. Der Name wurde ausgewählt, weil die Hirse für etwas kleines, simples steht und doch vollkommen ist und als Energielieferant großes bewirken kann. Der Name Xiaomi steht für die Firmenphilosophie. 

Agrar-Innovationen oder Hightech?

Einer Anekdote zufolge wurden die Gründer bei der Registrierung von Xiaomi gefragt, ob es sich vielleicht um ein innovatives Agrarunternehmen handele, das sich mit Hirse beschäftigt.

Fokus auf Preis-Leistungsverhältnis

Der chinesische Technikhersteller setzte auf solide Geräte mit gutem Preis-Leistungsverhältnis. Eine Ursprungsidee war es, neue Komponenten und Features erst später als die Konkurrenz anzubieten, sobald die Kosten dafür gesunken sind.

Allerdings ist das bei den Spitzen-Handys nur noch bedingt der Fall. Hier will Xiaomi technisch up-to-date sein. Die Handy-Premiummarke Mi steckt einerseits im Firmennamen, steht dem Unternehmen zufolge aber auch für „Mobile Internet“ und „Mission Impossible“.

Letzteres spielt auf schwierige Zeiten in der jungen Unternehmensgeschichte an. Xiaomi ist als Phoenix der chinesischen Wirtschaft bekannt. Nach einem guten Start stürzte der Smartphonehersteller in den Jahren 2015 und 2016 in eine Krise. Der Handy-Verkauf brach drastisch ein.

Nur ein Jahr nach den Start in Brasilien zog sich Xiaomi dort wieder zurück. Und der reine Onlineverkauf von Smartphones erwies sich als Sackgasse, denn andere Hersteller steigerten mit Läden ihre Verkäufe.

Doch Xiaomi konnte das Ruder rumreißen. Bereits im Jahr 2017 eröffneten hunderte Mi-Läden in China. Und mit den Mi Mix-Smartphones gelang ein rettender Bestseller. Das an drei Seiten randlose, so genannte tri-bezel-less Design begeisterte die Käufer. In nur zweieinhalb Jahren vervielfachte Xiaomi die Handyverkäufe von 53 Millionen auf 122 Millionen Stück. Und das große Portfolio an Smart-Home-Geräten bindet in Kombination mit der eigenen Cloud-Plattform langfristig Kunden.

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