Im Volksmund werden Devisen häufig verwendet, um von fremden Währungen zu sprechen und vor allem dann, wenn der Urlaub bevorsteht und man noch schnell in die nächste Bank muss, um sich ausländisches Geld zu holen. Diese Banknoten in fremder Währung werden richtig allerdings als Sorten bezeichnet, während der Begriff Devisen eine ganz andere Bedeutung hat, auch wenn die fremden Währungen natürlich eine wichtige Rolle dabei spielen. Devisen sind allerdings kein ausländisches Bargeld, sondern stellen Forderungen auf ausländische Währungen dar, die es sowohl in der Form eines entsprechenden Guthabens, eines Schecks, von Obligationen oder eines Wechsels auf die entsprechende Währung geben kann.
Bei dem Handel mit Devisen müssen immer zwei Währungen im Spiel sein, sodass im Zusammenhang mit Devisen immer auch von Währungspaaren die Rede ist. Schließlich kann eine Währung nur dann gekauft werden, wenn mit einer anderen dafür bezahlt wird, wobei dann das jeweils gültige Umtauschverhältnis eine wichtige Rolle spielt. Dieses wird als Währungs- oder Devisenkurs bezeichnet und sehr exakt bis zur vierten Nachkommastelle berechnet und angegeben. Hier erfolgt im Normalfall eine so genannte Preisnotierung.
Das bedeutet, dass immer angegeben wird, wie viel Einheiten man von der einen Währung bekommt, wenn man von einer Einheit der einen Währung zahlen muss, um eine Einheit der anderen zu erwerben. Besteht zum Beispiel ein Kurs zwischen Euro und US-Dollar bei 1,4, erhält man für jeden Euro im Gegenzug 1,40 US-Dollar. Mit diesem Beispiel sind schon einmal zwei der wichtigsten Devisen genannt. Hinzu kommen das Britische Pfund, der japanische Yen und der Schweizer Franken, um nur die bedeutendsten Währungen in diesem Zusammenhang zu erwähnen.
Der Handel mit Devisen erfolgt wie bei anderen Wertpapieren an der Börse und ist auch insofern vergleichbar, dass man in den wenigsten Fällen Devisen physisch erworben werden. Es handelt sich eher um den Handel mit Rechten auf die jeweiligen Währungen. Der Devisenhandel wird auch als FOREX-Handel bezeichnet, was als Abkürzung für Foreign Exchange steht. Der FOREX-Handel äußert sich im Normalfall durch den Handel mit so genannten Finanzderivaten, wobei Optionen das häufigste Mittel sind.
Die Derivate folgen in ihrem Wert dem Wert der jeweiligen Währungspaare und vereinfachen den Handel, weil somit leicht auf den physischen Transfer der Währungen verzichtet werden kann. Attraktiv sind dabei vor allem auch die Derivate, die mit bestimmten Hebeln ausgestattet sind, durch die es den Händlern möglich wird, an der Börse mehr Geld umzusetzen als eigentlich aktiv eingesetzt wird. Die große und wachsende Bedeutung des Devisenmarktes wird alleine schon daran deutlich, dass mit 5 Billionen Dollar am Tag der größte Umsatz am Finanzmarkt zu verzeichnen ist.
