Die Null-Prozent-Finanzierung – Fluch oder Segen? – Teil 2

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Mehrkosten für klassische Finanzierung sind gering

Zudem sind die Mehrkosten für ein klassisches Annuitätendarlehen verhältnismäßig gering. Als Beispiel sei ein Privatkredit über 10.000 Euro mit bonitätsunabhängigen Zinsen genannt. Dieser wird über einen Zeitraum von 36 Monaten abgezahlt. Die Zinsen liegen bei 650 bis 900 Euro. Die Gesamtrate pro Monat beträgt 295,73 Euro, für den kostenlosen Ratenkauf bewegt sich die Rate bei 277,83 Euro.

Zusätzlich kann der Verbraucher durch die klassische Bankfinanzierung als Barzahler auftreten und oftmals satte Rabatte, Skonti und Co. aushandeln. Wird etwa der Kaufpreis im Beispiel nur um 650 Euro gedrückt und geht man von einem Zinssatz von 4,19 Prozent aus, liegt die monatliche Rate sogar nur noch bei 276,51 Euro. Das ist weniger als bei der Null-Prozent-Finanzierung. Diese schließt jedoch Barzahler-Rabatte in aller Regel aus.

Gibt es auch Fälle, in denen sich die Null-Prozent-Finanzierung lohnt?

Ja, diese Fälle gibt es durchaus. Regelmäßig wird man beim Autokauf mit der Null-Prozent-Finanzierung besser bedient sein. Denn hier gibt es oft nur geringe Rabatte seitens des Händlers, die die Zinskosten wieder aufwiegen können. Die Finanzberatung FMH hat eigens für diesen Fall einen Rechner ermittelt, mit dem man ermitteln kann, wie hoch der Rabatt ausfallen müsste, damit sich ein Autokredit lohnt.

Insgesamt gesehen lohnen sich Null-Prozent-Finanzierungen für Verbraucher also wenig. Oft bringt es mehr, etwas Verhandlungsgeschick an den Tag zu legen und die Preise zu vergleichen. So zahlt man weniger und kann dementsprechend auch im Kreditvergleich eine geringere Darlehenssumme angeben.

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