Wirecard Aktie: Ein schlechter Witz!

Dass man mal sein Portemonnaie verlegt, ist allzu menschlich. „Ich bin mir sicher, da sind noch 50 Euro drin“, wäre so ein Standardsatz. Dass man aber gleich 1,9 Milliarden Euro vermissen könnte, klingt wie ein schlechter Witz – und es ist auch einer. Wirecard ist nach eigener Aussage aber genau das passiert: Die Abschlussprüfer der Firma EY haben – statt den geplanten Jahresabschlusses zu testieren – Wirecard am Donnerstag darüber informiert, dass über die Existenz von Bankguthaben in dieser Höhe „noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren“ – und das Management kann sich das nicht erklären. Die Aktie stürzt ins bodenlose.

Ein Viertel der Konzernbilanzsumme

Wirecard – wegen Vorwürfen der Bilanzmanipulation schon lange unter Beschuss – fühlt sich einmal mehr betrogen, hat Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Doch die Staatsanwaltschaft ermittelt im Gegenzug gegen das Unternehmen. Es geht um viel: Der fehlende Betrag entspricht laut Medienberichten in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme. Und die beauftragten Prüfer von EY, die die Wirecard-Bilanz seit Jahren durchgewinkt hatten, verweigern nunm erstmals ihr Testat für den Jahresabschluss 2019. Das ist ohne Beispiel in einem Dax-Unternehmen. Und es könnte für den Zahlungsdienstleister schon am heutigen Tag zu einer weiteren Zuspitzung kommen: Wirecard hatte in seiner Mitteilung vom Donnerstag selbst angemerkt, dass „Kredite der Wirecard AG in Höhe von ca. 2 Milliarden Euro gekündigt werden“ könnten, sollte bis zum 19. Juni 2020 kein testierter Jahres- und Konzernabschluss vorgelegt werden.

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„Erhöhte Insolvenzgefahr“

„Wir sind fassungslos“, wird Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment, von Capital zitiert. Der britische Hedgefonds-Manager Christopher Hohn sehe düstere Zeiten auf Wirecard zukommen, heißt es beim Spiegel. Er wäre überrascht, sagte er dem Nachrichtenmagazin, „wenn Visa und Mastercard weiterhin Geschäfte über Wirecard abwickeln würden, angesichts der erhöhten Insolvenzgefahr“. Was das alles für die Aktie zu bedeuten hat, ist kaum abzuschätzen. Am Donnerstag sind die Wirecard-Papiere um mehr als 60 Prozent eingebrochen, von rund 104 auf nur noch 39,90 Euro. Der schlechte Witz aber ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

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Im Club of Rome, fabulieren sie schon seit vielen Jahren, wie es mit der stark steigenden Bevölkeru
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Eines der größten Lügen der Geschichte:( Es macht mich wütend, traurig und hilflos!
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zu Geschichte der Rheinwiesenlager. Eines der größten Verbrechen an der Menschlichkeit! luma,mei
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