Wette auf die Konjunktur: Das Deutschland-Depot 2021

Liebe Leser,

das Börsenjahr geht mit schnellen Schritten auf sein Ende zu. In den kommenden Tagen wird noch einmal kräftig gehandelt, zwischen den Jahren jedoch, also zwischen dem Weihnachtsfest und Silvester, kaum noch. Deshalb ist es nicht zu früh, jetzt bereits das kommende Börsenjahr vorzubereiten.

Wer auf Fonds setzt, streut die Risiken deutlich besser als Investoren, die nur einzelne Aktien im Depot aufnehmen. Die Chancen für das kommende Jahr sind zwar deutlich größer als die Risiken, dennoch kann es bei einigen Unternehmen negative Überraschungen geben – weil wir den Konjunkturverlauf noch nicht kennen können.

Daher finden Sie heute einen Vorschlag für ein starkes Deutschland-Depot, das hinreichend gute Mischung und damit Risikostreuung verspricht.

Die Corona-Impfstoff-Hoffnung

Zunächst sieht es im Ausblick für das kommende Jahr gut aus. Der Dax hat zum Ende der Woche fast sein Allzeithoch erreicht. Das war so nicht zu erwarten und zeigt, wie optimistisch die Märkte weiterhin sind.

Woran liegt das? Es gibt zwei wesentliche Treiber. Der erste Treiber für die starken Kurse ist die Hoffnung auf die Wirkung der Corona-Impfstoffe. Wenn die Welt von dieser Geißel – der Lockdowns – erst einmal befreit ist, wird die Wirtschaft wieder wachsen, so die Hoffnung.

In Deutschland rechnen namhafte Experten für das neue Jahr bereits wieder mit 3 % bis 4 % Wachstum. Voraussetzung ist, dass der Impfstoff wirkt und schnell genug breit genug verteilt wird.

Es nützt uns nichts, wenn nur Deutschland davon profitierte. Wir leben vom Export. Allein 40 % der Exporte (oder etwas mehr, wir werden die Auswirkungen des Brexit abwarten müssen) gehen in die EU. Wenn sich dort die Wirtschaft also wieder entfaltet, dann ist das für uns von Vorteil.

Setzen wir also voraus, dass die Impfstoffe wirken (Moderna etwa hat jetzt auch die Zulassung in den USA, die EU wird sicherlich folgen). Und setzen wir voraus, dass die Produktionsmengen groß genug sind und die Verteilung funktioniert.

Zwischenfazit: Sie sehen einige Fragezeichen – und die sollten wir auch beachten. Wenn das Corona-Virus und dessen Verbreitung immer wieder für Lockdowns sorgen wird, dann ist das Wirtschaftswachstum zu hoch eingeschätzt.

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Die Zinssituation hilft

Auf der anderen Seite allerdings hilft uns paradoxerweise die hohe Verschuldung – und die steigende Verschuldung der Staaten. Die finanzieren sich mittlerweile fast ausschließlich (bezogen auf die Neuverschuldung) durch die Druckerpresse der Zentralbank(en). Diese Zentralbanken kaufen Anleihen auf und verwenden dafür Geld, das es vorher nicht gab. Sie dürfen einfach die Geldmenge erhöhen (die senkt sich bei einer Rückführung der Schulden wieder).

Damit die Staaten sich aber sinnvoll verschulden können, müssen sie das Geld praktisch kostenfrei erhalten. Die Niedrigstzinsen, die größtenteils Negativzinsen sind, sollten eigentlich eine Ausnahme sein. Wir können damit rechnen, dass diese Situation allerdings noch Jahre anhält.

Demzufolge muss die neue Geldmenge anderweitig untergebracht werden. Deshalb steigen die besser rentierenden Vermögenswerte, die auf Sachvermögen basieren – Immobilien und Aktien sind der Klassiker.

Zwischenfazit: Solange die Geldmenge steigt und die Staaten übermäßige Schulden haben – sowie diese nicht hinreichend schnell abbauen können -, haben die Aktienmärkte fast automatisch entscheidende Impulse.

Im kommenden Jahr stehen die Chancen auf einen überproportionalen Anstieg der Kurse gut. Es wäre keine Sensation, wenn der Dax zum Beispiel auf mehr als 15.000 Punkte steigt. Damit wären die Unternehmen auf Basis des aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von vielleicht 17 deutlich überbewertet, das KGV läge bei ungefähr 20.

Diese Überbewertung aber ist vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen vollkommen vertretbar und auch zu erwarten.

Das Deutschland-Depot

Die meisten Investoren investieren ihr Geld in Deutschland bzw. in deutsche Unternehmen. Es gibt zwar zahlreiche Berater, die ein internationales Engagement empfehlen, allerdings ist es einfacher, sich am Status Quo zu orientieren – wir wollen in Deutschland investieren.

Dafür finden Sie nun zwei Fonds-Vorschläge.

„Vanguard German All Cap ETF“, ISIN: IE00BG143G97

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Der Vanguard German All Cap ETF folgt dem „FTSE Germany All Cap Index“. Dieser Index spiegelt nicht nur die Dax-Werte wider, sondern darüber hinaus insgesamt gut 150 Aktien aus Deutschland. Damit seien – bezogen auf die Marktkapitalisierung – mehr als 90 % der Aktien aus Deutschland begedeckt.

Siemens oder SAP und Allianz bilden einen größeren Schwerpunkt, zudem aber sind auch sogenannte Nebenwerte vertreten. Dies sind etwa Fielmann, ein Augenoptiker, der hohe Dividenden zahlt, Hannover Rück, eine Rückversicherungsgesellschaft mit hohen Dividenden etc.

De Fonds ist vergleichsweise günstig, da er auf den Index setzt und deshalb als einfacher Index-ETF konstruiert ist. Die laufenden Kosten (TER) sind mit 0,1 % niedrig. Zudem schüttet der Fonds seine Dividenden aus.

„Vanguard German All Cap ETF“, ISIN: IE00BG143G97

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Der zweite Fonds: Fondak, ISIN: DE0008471012

Der Fondak ist inzwischen über 70 Jahre alt. Der Fonds gilt als Dauer-Klassiker in Depots und hat inzwischen ein Volumen von fast 2 Milliarden Euro. Der Fonds ist über die Börsen handelbar und damit gleichfalls im Kauf / Verkauf recht günstig. Die laufenden Kosten sind weitaus höher und belaufen sich auf 1,69 % pro Jahr.

Dennoch ist der Fonds interessant, da er aktiv gemanagt wird. Das heißt, bei außergewöhnlichen Verläufen an den Märkten kann das Management reagieren bzw. agieren und anpassen. Die Benchmark für das Management ist ein Index, der den Dax zu 60 % widerspiegeln soll, den MDax zu 30 % und den SDax zu 10 %.

Das Management muss sich nicht zu 100 % an diesem Index orientieren, was wiederum bei außergewöhnlichen Risiken in einem Segment dazu führen kann, dass Sie sicherer investieren.

Fondak, ISIN: DE0008471012

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Die beiden Fonds zusammen bilden den deutschen Markt bestens ab und sind durch die Mischung zwischen Index-Investition des einen Fonds und variableren Möglichkeiten des anderen Fonds (Fondak) auch aus Sicherheitsaspekten heraus attraktiv.

Wer möchte, kann zudem auch reine Standard-Index-ETFs dazu nehmen, etwa auf den Dax. Dafür eignet sich etwa der oft empfohlene iShares Core Dax ETF, der an den Börsen handelbar ist und laufende Kosten in Höhe von 0,16 % p.a. aufweist.

Der ETF allerdings reinvestiert die Erträge, also die Dividenden und eignet sich bei der Version mit der ISIN DE0005933931 besonders dafür, sehr einfach Vermögen aufzubauen und sich noch nicht einmal um die Dividenden zu kümmern.

Ausschüttend ist der Xtrackers Dax Income ETF mit der ISIN LU0838782315, der gleichfalls an den Börsen handelbar ist. Die laufenden Kosten sind ähnlich niedrig wie beim iShares Core Dax ETF.

Ihnen gute Gesundheit an den Weihnachtsfeiertagen und ein gutes Händchen bei der richtigen Fondsauswahl.

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