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Wasserstoff-Aktien: Nel ASA, Plug Power und Co – Das darf jetzt nicht wahr sein!

Wasserstoff-Aktien gelten als sehr volatil. Dafür gibt es Gründe. Den wohl größten Einfluss auf Nel ASA, Plug Power und Co hat jedoch aktuell die Politik.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wasserstoff-Aktien nennt man nicht umsonst auch „Hoffnungswerte“. Das kann zweierlei bedeuten: Negativ betrachtet sind Nel ASA, Plug Power und Co demnach völlig überwertet und ein recht vages Zukunftsversprechen. Positiv betrachtet stehen die Aktienjedoch auch inhaltlich für den Beginn einer besseren Zeit. Genau darum geht es im heutigen Newsletter Wasserstoff Briefing.

Aufbruchstimmung in den USA versus Katerstimmung in der EU: Es ist schon erstaunlich, wie sich Mentalitätsunterschiede bis in die Gesetzgebung hinein auswirken. Das US-Klima- und Steuerpaket, gemeinhin auch als Inflation Reduction Act (IRA) bekannt, löst bei Wasserstoff-Playern wie Nel ASA und Plug Power geradezu Euphorie aus. Doch die EU steht in der Kritik.

Konkreter Anreiz für grünen Wasserstoff

Denn europäische Unternehmen, die auf Wasserstoff setzen, fürchten mittlerweile „einen Massenexodus“ der noch jungen Wasserstoff-Industrie aus Europa. Das geht aus einem „Brandbrief“ („Spiegel“) hervor, den der Lobbyverband Hydrogen Europe jüngst an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen geschrieben hat.

Kursperformance

Tag 0,00 % 1,14
Woche -3,26 % 1,18
Monat -18,49 % 1,40
3M -7,90 % 1,24
6M -30,83 % 1,65
1J -10,75 % 1,28
3J 47,26 % 0,78

Die Kursperformance der Nel ASA-Aktie

Darüber berichteten der „Spiegel“ und das Portal „Energynews“. Tenor des Briefes: Während in den USA durch den IRA ein einfaches Verfahren mit konkretem Anreiz für grünen Wasserstoff in Kraft trete, verheddere sich die EU in detaillierten Regulierungen. Denn die EU wolle der Industrie vorschreiben, wann Wasserstoff als grün gelten dürfe, schreibt dazu das Nachrichtenmagazin.

So lasse sich jedoch keine Zukunftsbranche schaffen, heißt es unter der Überschrift „Von Brüssel totreguliert“ weiter. Der Teufel steckt dabei wieder einmal im Detail bzw. in den Details der Bestimmungen. Und gerade bei diesen Details läuft die EU demzufolge wohl gerade zu großer Form auf und verkeile sich in einem Grundsatzstreit. So sieht es zumindest Hydrogen Europe.

Nel ASA: Wir sind bereit

Zu den Mitgliedern von Hydrogen Europe gehören Blended Player im Wasserstoff-Sektor wie ENBW, Linde, RWE oder Siemens Energy ebenso wie Pure Player Nel ASA. Am Beispiel Nel ASA zeigt sich auch, wie groß womöglich der Frust bei den Europäern sein muss. Denn nachdem die EU ihre neue Energiestrategie REPowerEU im März 2022 vorstellte, reagierte Nel ASA sofort:

Der Wasserstoff-Spezialist betonte, in der Lage zu sein, seine Produktionskapazitäten im Hinblick auf grünen Wasserstoff massiv ausbauen zu können. Falls dies von Seiten der EU gewünscht sei. Im Frühjahr 2022 herrschte beim Thema Wasserstoff geradezu Aufbruchstimmung. Dazu dürfte auch der Elektrolyseur-Gipfel im Mai 2022 beigetragen haben, zu dem die EU eingeladen hatte.

Wasserstoff-Aktien: Zinspolitik bleibt Herausforderung

Man unterzeichnete eine gemeinsame Erklärung, in der sich die Industrie verpflichtete, ihre Produktionskapazitäten für Elektrolyseure bis 2025 zu verzehnfachen. Im Gegenzug versprach die EU u.a. die Schaffung eines unterstützenden Rechtsrahmens (!), den Zugang zu Finanzmittel zu erleichtern und effiziente Lieferketten zu fördern.

Seitdem schein allenthalben Ernüchterung eingekehrt. Und das zu dem für Pure Player und wie Nel ASA und Plug Power ungünstigsten Zeitpunkt. Denn also sogenannte Wachstumsunternehmen dürfte ihnen eine voraussichtlich strengere Zinspolitik seitens der Fed und seitens der EZB am meisten zu schaffen machen.

  • Intraday
  • 1 Woche
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  • 1 Jahr
  • 3 Jahre
  • 5 Jahre
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Gegen Mittag am heutigen Dienstag hat es für die Nel ASA-Aktie bis dato auch keine größeren Ausschläge zu verzeichnen gegeben. Das geht aus einer aktuellen Meldung des Finanzportals „finanzen.ch“ hervor. Die Kollegen zeigen sich am heutigen Dienstag ohnehin skeptisch: So spreche charttechnisch derzeit vieles gegen die Aktie, einschließlich der Fundamentalindikatoren.

Noch fataler aus Sicht der Anleger dürften ausbleibende Unternehmensnews sein. Wann kommen weitere Big Orders? Quasi eine grundsätzliche Frage, die Beobachter bei Nel ASA stellen. Die jüngste Meldung der Norweger auf Twitter bezog sich bezeichnenderweise auf den Inflation Reduction Act (IRA) und glich einer Hymne auf dessen Steuergesetzgebung:

Aufbruchstimmung für grünen Wasserstoff

Der Kommentar von Kathy Ayers, VP Research and Development bei Nel ASA, betonte ausdrücklich den Wettbewerbsvorteil, den der nun günstigere grüne Wasserstoff habe. Denn in der Tat haben vor allem die Steuergutschriften für grünen Wasserstoff das Potenzial, eine Revolution in der Energieversorgung auszulösen. Und zwar eindeutig zugunsten des grünen Wasserstoffs.

Darin sind sich nicht nur viele Analysten einig. Auch die Wasserstoff-Player haben schnell reagiert. So war Plug Power eines der ersten Unternehmen, das den IRA als historisch für die Energie- und Klimapolitik in den USA bezeichnete. Jüngstes Beispiel für die Euphorie und Aufbruchstimmung, die der IRA auslöst: das in Kanada ansässige Unternehmen First Hydrogen.

First Hydrogen sieht sich bestätigt

Laut einer Mitteilung vom heutigen Dienstag forciert First Hydrogen seine Pläne für grünen Wasserstoff für den US Markt. First Hydrogen ist in der Automobilbranche tätig. Das Unternehmen konzentriert sich demnach auf emissionsfreie Fahrzeuge, die Produktion und den Vertrieb von grünem Wasserstoff und überkritischen Kohlendioxid-Extraktionssystemen.

First Hydrogen beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von leichten kommerziellen Demonstrationsfahrzeugen (LCV), bei denen Wasserstoff-Brennstoffzellen zum Einsatz kommen. Das LCV wird für eine Reichweite von 500 Kilometern und mehr entwickelt. An Möglichkeiten zur Herstellung und zum Vertrieb von grünem Wasserstoff arbeitet man ebenfalls.

USA: Bald Weltmarktführer für grünen Wasserstoff?

In der Mitteilung feiert man den IRA. Mit der mittlerweile vollzogenen Gründung der Firmen First Hydrogen Energy (USA) und First Hydrogen Automotive (USA) habe man auf die vor kurzem erfolgte Verabschiedung des historischen IRA reagiert. Mit diesem Gesetz gingen Ausgaben in Höhe 369 Milliarden US-Dollar für Energie und Klimawandel einher.

First Hydrogen wolle nun damit den beginnen, den Flottenkunden in den USA seine wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeuge anzubieten, hieß es weiter. Die Subventionierung von grünem Wasserstoff markiere grundlegende Veränderungen des USA-Marktes und mache ihn zu einem Weltmarktführer für grünen Wasserstoff.

Wasserstoff-Aktien: Investieren muss sich lohnen

Und Rob Campbell, Director und CEO von First Hydrogen Energy, fügte demnach hinzu: „Dieses Gesetz ist genau das, was der Markt braucht.“ Bam! Nimm das, Brüssel! Doch, zugegeben, natürlich sind Gesetze nicht für den Markt da, sondern dafür, ihn rechtlich einzuhegen und allen Marktteilnehmern faire Spielregeln zu garantieren.

Dennoch dürften sich die Wasserstoff-Player wahrscheinlich wünschen, dass sich die EU den amerikanischen Pragmatismus vielleicht doch ein klein wenig zum Vorbild nimmt. Damit Wasserstoff-Aktien wieder als Hoffnungswerte im besten Sinne des Wortes gelten. Und sich das Investieren in Wasserstoff-Aktien zumindest mittelfristig und langfristig lohnt.

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