Wasserstoff-Aktien: Gute Aussichten, miese Kurse

Wasserstoff-Aktien haben jetzt zwar gute Aussichten, doch die Kurse dürften schon bald einen ordentlichen Dämpfer erfahren!

Liebe Leserin, lieber Leser,

in diesem Wasserstoff Briefing gibt es gleich mehrere erfreuliche Entwicklungen aus Anlegersicht zu sehen. Wir stellen einige ausgewählte neue und alte Projekte aus dem Bereich vor und stellen uns außerdem die Frage, warum diese an der Börse derzeit mehr oder weniger komplett zu verpuffen scheinen.

So ziemlich der gesamte Sektor musste in den vergangenen Tagen mal wieder ordentliche Kursverluste verkraften. Nel ASA und Plug Power verloren in den letzten fünf Tagen um rund acht Prozent an Wert, anderswo ging es sogar noch sehr viel weiter abwärts. Auch die neue Woche startete mit roten Vorzeichen.

Deutschland setzt auf Wasserstoff

Zunächst beschäftigen wir uns aber mit den erfreulicheren Dingen. Ermutigende Meldungen gab es etwa aus Deutschland zu hören, und das ausgerechnet aus dem Bereich der Pkw, welchen manch einer vielleicht schon abgeschrieben hat. Dazu zählt nicht der bayrische Hersteller BMW, der im Rahmen der IAA einen neuen Blick auf seinen iX5 Hydrogen erlaubte.

Das Unternehmen verspricht, dass das Fahrzeug auch mit hohen Geschwindigkeiten und langen Strecken kein Problem haben soll, hielt sich mit konkreten Leistungsangaben jedoch zurück. Derweil wird Wasserstoff in Zukunft bei der Salzgitter AG eine große Rolle spielen. Der Rohstoff soll dabei helfen, den CO2-Ausstoß des Stahlkonzerns um 95 Prozent zu senken.

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Hier ist viel Geduld gefragt

Beides dürfte dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Wasserstofflösungen weiter ansteigt. Allerdings haben sowohl der Wasserstoff-BMW als auch die Pläne bei Salzgitter eines gemeinsam: sie werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Frühestens 2025 ist mit einem breiten Marktstart des iX5 Hydrogen zu rechnen.

Die Umstellung auf umweltfreundliche Lösungen bei der Salzgitter AG fordert die Geduld der Anleger noch weitaus mehr hinaus und ist bis ins Jahr 2050 ausgelegt. Aus unternehmerischer Sicht ist das nachvollziehbar. Derartige Zeiträume sind aber schlicht zu groß, um an der Börse momentan einen wirklich großen Effekt zu erzielen.

Wasserstoff: jetzt

Deutlich schneller geht es da schon bei der Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet in Herten. Wie die „Hertener Allgemeine“ berichtet, soll dort schon Ende kommenden Jahres eine komplette Wasserstoffproduktion samt entsprechender Tankstelle stehen. Angetrieben werden soll das Werk durch Abfall aus der Region.

Doch nicht nur in Deutschland entstehen viele neue Wasserstoff-Projekte. In Kalifornien wird nach wie vor der Plan verfolgt, mindestens 100 Wasserstofftankstellen entstehen zu lassen. Wie bei „fuelcellsworks.com“ zu lesen ist, geht es dabei derzeit wohl schneller als gedacht voran und einem Branchenbericht zufolge könnte das Ziel schon bis Ende 2023 erreicht werden.

Die große Enttäuschung

So aussichtsreich diese und andere Projekte auch sein mögen, an der Börse gingen sie zuletzt vollständig unter. Besonders gestern kam die Stimmung auf einem neuen Tiefpunkt an. Auslöser dafür waren frische Zahlen von ITM Power für das im April beendete Geschäftsjahr.

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Zu sagen, dass diese die Erwartungen an den Märkten verfehlten, wäre noch milde ausgedrückt. Selbst die Befürchtungen der Pessimisten wurden krachend verfehlt. Unter dem Strich stand ein Verlust von umgerechnet 25,1 Millionen Euro, die Umsätze gaben um etwa sechs Prozent nach und lagen bei überschaubaren sechs Millionen Euro.

Alles futsch?

Derartige Zahlen sind angesichts einer Marktkapitalisierung von 2,67 Milliarden Euro tatsächlich kaum mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein – und das ist die Bewertung nach dem heftigen Kursrutsch der ITM Power-Aktie am Montag. Jene stürzte zu Wochenbeginn um fast 20 Prozent in die Tiefe und nahm mehr oder weniger die gesamte Branche im Schlepptau mit.

Die vorsichtige Gegenbewegung der letzten vier Wochen hat sich damit schon wieder zu weiten Teilen erledigt und die kurzfristigen Aussichten bleiben erstmal düster. Die erschreckenden Zahlen von ITM dürften noch einige Tage, wenn nicht Wochen nachwirken.

Die eher kleinen Meldungen der letzten Tage können das nicht abfedern, es bräuchte jetzt wohl eine Sensation – oder zumindest zur Abwechslung mal gute Zahlen eines größeren Players aus der Branche.

Die nächste Einstiegschance?

Wie sehr die Branche im laufenden Jahr zu leiden hat, zeigt auch ein Blick auf den E-Mobilität Wasserstoff Index in Stuttgart. Der verlor in den letzten drei Monaten um knappe fünf Prozent an Wert. Verglichen mit den Höchstständen vom Jahresbeginn ging es sogar um annähernd 50 Prozent abwärts.

Die Stimmung bleibt also weiterhin alles andere als gut. Je nach Ansichtsweise mag das auch sein Gutes haben. Etwa die Tatsache, dass Wasserstoff-Aktien nun wieder so günstig wie seit Langem nicht mehr zu haben sind.

Es bleibt dabei

An den langfristigen Aussichten hat sich nichts geändert. Selbst die zuletzt schwer getroffene ITM Power-Aktie blickt im Jahresvergleich noch auf ein Plus von 85 Prozent. So richtig ins Wanken geraten ist der allgemeine Aufwärtstrend damit trotz der laufenden Phase der Konsolidierung nicht.

Nach wie vor ist beim Umgang mit Titeln aus dem Sektor vor allem Geduld gefragt. Wer diese aufbringen kann und sich auch von größeren Rückschlägen nicht beeindrucken lässt, dürfte mit Wasserstoff-Aktien in Zukunft noch stattliche Gewinne einfahren und eines Tages vielleicht sogar den nächsten Hype miterleben.

Auch die meisten Analysten rechnen unverändert fest damit, dass die Kurse mit zunehmender Bedeutung des alternativen Brennstoffs steil zulegen werden.

Es dürfte sich also lohnen, weiter am Ball zu bleiben und die aktuelle Flaute können Optimisten ohne Weiteres als Einstiegschance verstehen. Welche Titel dabei die richtige Wahl sind, darüber gehen die Meinungen dann allerdings doch sehr stark auseinander.

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