Liebe Leserinnen und Leser,
Mitte der 2010er Jahre schossen die Kurse von Unternehmen mit Bezug zu seltenen Erden in den Himmel. Die Kursraketen crashten, doch schnell war Ersatz da: Wasserstoff-Aktien sollten es richten, doch auch diese brachten nur kurzzeitig den gewünschten Erfolg. Wasserstoff-Aktien wie Plug Power haben sich in den vergangenen 5 Jahren mit -80% dabei noch deutlich besser geschlagen als die hoch angepriesenen Cannabis-Aktien, die nicht selten bei -90% in einigen Privatkunden-Depots ein Schattendasein führen. Mit Quantum-Aktien soll diesmal alles anders sein – ich drücke Ihnen ganz fest beide Daumen, Sie werden es brauchen, wenn Sie investiert sind.
Ich hatte Ihnen bereits vor einigen Wochen an dieser Stelle geschrieben, dass nicht jede gute Investitionsstory automatisch zum Börsenerfolg führt und wie wichtig es ist, einen angemessenen Preis zu zahlen. Was angemessen ist, ist dabei für Privatanleger schwierig zu beziffern. In Zukunftsmärkten kommen die Gewinne spät – oftmals deutlich später als von Auftragsstudien in Aussicht gestellt. Vernachlässigt werden dann auch oft Konkurrenz- oder Sättigungseffekte und Sie stoßen auf Gewinnreihen, die im Nachhinein absurd erscheinen. Leider ist es dann zu spät. Der Hype ist vorbei, die Fonds mangels Interesse geschlossen, und die Bagholder, die den Absprung nicht schafften, sitzen auf hohen Verlusten.
Das muss aber nicht sein! Oftmals ist es ganz einfach von Zukunftstrends zu profitieren. Die Stories rund um seltene Erden, Wasserstoff, Cannabis oder Quantum sind ja alle keine Hirngespinste sondern richtig und eine echte Chance für Anleger. Um davon zu profitieren, müssen Sie aber nicht auf irgendwelche vermeintlichen early-adopter setzen, die sich mit wiederkehrenden Kapitalerhöhungen über Wasser halten.
Viel schlauer ist es doch, wenn Sie sich da positionieren, wo ein intaktes Forschungszentrum mit der dicken Brieftasche in der Hose wartet. Wer in disruptiven Märkten auf die Champions innerhalb der Branche setzt, macht so gut wie nie etwas verkehrt – und umgeht unkalkulierbare Risiken. Sicher, es gibt die Nokias oder andere Dinos, die eine Entwicklung verschlafen, doch das ist die Ausnahme. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Sie mit einer „langweiligen“ Investition in einen Marktführer mehr Geld verdienen als mit einer „heißen“ Neuentdeckung, über die jeder zweite deutsche Börsenstammtisch plaudert.
Heute möchte ich Ihnen das anhand unserer beiden Masterclass-Positionen Iberdrola und Technip Energies (Performance bei beiden ca. +70% zzgl. Dividenden) zeigen, wie Sie mit konservativen europäischen Energietiteln an heißen Stories wie „Wasserstoff und die Energiewende“ mitverdienen können. Denn anders als vor 5 Jahren, ist es spätestens jetzt wirklich ratsam, in das einstige Hype-Thema zu investieren.
Iberdrola im Portrait
Warum Iberdrola? Das Masterclass-Unternehmen zählt zu den Pionieren im Bereich erneuerbarer Energien in Europa und hat sehr frühzeitig auf Wind- und Solarenergie gesetzt. Jetzt setzen die Spanier auf die nächste Ausbaustufe der Dekarbonisierung; grünem Wasserstoff. Bereits 2020 kündigte Iberdrola ein großangelegtes Wasserstoffprogramm an und hat seitdem mehrere Projekte in Betrieb genommen oder in Planung, darunter eine der größten Anlagen zur grünen Wasserstoffproduktion Europas im spanischen Puertollano. Hier werden Photovoltaikstrom, Batteriespeicher und ein 20-MW-Elektrolyseur miteinander kombiniert, ein Leuchtturmprojekt mit Signalwirkung für die gesamte Branche.
Iberdrola zeigt damit, dass grüner Wasserstoff nicht mehr die Zukunftsvision von einst ist – als es noch zu früh war, in Wasserstoff zu investieren, sondern Gegenwart geworden ist. Und die Spanier denken schon weiter. In einem nächsten Schritt soll die Technologie in die industrielle Wertschöpfung eingebunden werden, etwa durch Kooperationen mit der Düngemittelindustrie oder der energieintensiven Stahlbranche.
Technip Energies im Portrait
Warum Technip Energies? Unser zweites Masterclass-Investment wiederum steht auf der anderen Seite der Kette: als Ingenieur- und Technologiepartner für die Großprojekte der Energiewende. Das Unternehmen, das aus dem französischen TechnipFMC-Konzern hervorgegangen ist, hat sich strategisch auf Clean-Tech-Projekte fokussiert – und Wasserstoff ist dabei eines der Kernthemen. Mit dem Bau von Elektrolyseanlagen, Ammoniak-Exportterminals und Infrastruktur für Wasserstofftransport bringt der Projeltierer jahrzehntelange Erfahrung aus dem Öl- und Gasgeschäft in die Planung mit ein.
Der Vorteil von Größe und Netzwerk
Beide Unternehmen – Iberdrola wie Technip Energies – setzen dabei bewusst auf strategische Allianzen. Iberdrola kooperiert mit Thyssenkrupp, Fertiberia und BP, um eine durchgängige Wertschöpfung vom Strom über den Wasserstoff bis zur Anwendung zu sichern. Technip wiederum arbeitet mit Plug Power, Linde oder H2-Enterprises zusammen, um insbesondere die Produktionstechnologie und die Wirtschaftlichkeit großer Anlagen voranzutreiben. Zugleich werden die Technologien verständlicherweise im Nahen Osten stark nachgefragt, QatarEnergy zählt ebenso zu den Kunden wie ADNOC oder TotalEnergies.
Die Allianzen sind von hohem strategischen Wert, denn langfristig gedacht erfordert der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft koordinierte Anstrengungen – von der Forschung über die Finanzierung bis hin zur Umsetzung. Einzelne Player allein können die Transformation nicht stemmen, was unserer Ansicht nach ein triftiger Grund dafür ist, dass sich die Kunden für führende Branchenspieler entscheiden und sich die Aktienkurse deshalb in verschiedene Richtungen entwickelten.
Dabei darf auch der politische Rahmen nicht unterschätzt werden. Die EU fördert Investitionen in grüne Wasserstoffprojekte massiv. Mit der IPCEI-Initiative (Important Projects of Common European Interest) wurde ein Mechanismus geschaffen, der Milliardenförderungen ermöglicht.
Iberdrola und Technip profitieren direkt davon: Einerseits durch Projektzuschüsse, andererseits durch regulatorische Erleichterungen. Auch die geopolitische Lage verleiht dem Thema neue Dringlichkeit. Spätestens seit dem Ukrainekrieg ist klar: Energiesouveränität ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch der nationalen Sicherheit. Wasserstoff bietet hier ein Entkopplungspotenzial von fossilen Importen – besonders wenn er lokal und mit erneuerbarem Strom erzeugt wird. Hier zu nennen wäre von den kleinen Branchenspielern der BHKW-Hersteller 2G, den wir ebenfalls für einen strategischen Gewinner der Wasserstoff-Zukunft halten.
Iberdrola und Technip Energies: Hohe Cashgenerierung ermöglicht Milliardeninvestitionen
Zusammenfassend lassen sich die beiden Masterclass-Investitionen so beschreiben, dass Iberdrola sich gezielt als zukünftiger Wasserstoffversorger Europas positioniert – vergleichbar mit der Rolle, die früher klassische Energieversorger bei Erdgas eingenommen haben. Und Technip wiederum profiliert sich als technischer Knowhow-Partner – vergleichbar mit den großen EPCs der Ölindustrie, allerdings mit Fokus auf Dekarbonisierung. Beide Unternehmen besetzen eine starke Position in einem Zukunftsmarkt mit enormem Wachstumspotenzial. Während Iberdrola vom wachsenden Bedarf an grünem Wasserstoff in Europa profitiert, ist Technip Energies global diversifiziert und kann skalierbare Großprojekte realisieren – sowohl in Schwellenländern als auch in fortgeschrittenen Märkten.
Während die beiden Unternehmen also unterschiedliche Wasserstoff-Geschäftsfelder beackern, haben sie auch Gemeinsamkeiten – und zwar bilanziell. Iberdrola verfügt über eine hohe Eigenkapitalquote von 37%, stabile Cashflows und plant in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als 40 Milliarden Euro, ein erheblicher Teil davon fließt in Wasserstoff- und Stromnetzinfrastruktur. Technip Energies wiederum glänzt mit hoher Profitabilität, überdurchschnittlicher Auftragslage und einer exzellenten Positionierung im Engineering-Markt – was sich auch in einer attraktiven Aktienperformance und einer verlässlichen Kapitalallokation niederschlägt.
Das Fazit fällt entsprechend positiv aus: Wasserstoff ist inzwischen kein Modewort mehr, sondern Gegenwart und fester Teil der Energiewende – technologisch notwendig, wirtschaftlich zunehmend tragfähig und politisch gewollt. Iberdrola und Technip Energies erscheinen auf den ersten Blick wie teilstaatliche Langeweiler, stehen aber an der Speerspitze dieser Entwicklung. Sie sind nicht nur Symbolunternehmen für die grüne Transformation, sondern auch Beleg dafür, dass Europa – in verschiedenen Bereichen leider abgehängt – mit Innovationskraft, Projektumsetzung und internationaler Vernetzung eine zentrale Rolle in der neuen Energieordnung spielen kann. Davon profitieren dann nicht nur die Aktionäre – sondern auch nicht investierte Europäer.
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