Bekanntlich hat Vapiano im April beim zuständigen Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Seitdem ist klar, dass hier für Aktionäre ein Totalverlust droht. Der Aktienkurs steht aber keineswegs bei nahezu Null, sondern sprang in den vorigen Wochen durchaus signifikant. Anfang Juni stieg die Notierung sogar zwischenzeitlich über die 1-Euro-Marke. Hier einige Fakten, Hintergrundwissen: Vapiano ging 2017 zu 23 Euro je Aktie an die Börse. Es gibt ca. 26,06 Mio. Vapiano Aktien. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags notierte die Aktie im Bereich von 0,34 Euro – damit errechnete sich eine Marktkapitalisierung von knapp 9 Mio. Euro.
Vapiano Aktie: 12-Monats-Performance im Bereich von -94%
Es gilt, zwischen dem, was den Aktionären gehört, und dem, was aus der Insolvenzmasse heraus gekauft worden ist, zu unterscheiden. Denn wenn – wie offensichtlich geschehen – ein Investor diverse Restaurants der Gruppe gekauft hat und diese danach wieder eröffnet werden und schöne Gewinne einfahren, dann kann sich der Investor freuen. Ob das für die Aktionäre von Vorteil ist, wird sich zeigen. Denn in einem Insolvenzverfahren haben grundsätzlich die Gläubiger des Unternehmens (= Fremdkapitalgeber) bessere Karten als die Eigenkapitalgeber (= Aktionäre). Mehr Informationen wären hier wünschenswert – doch auf der Internetseite von Vapiano ist die aktuellste Nachricht (Stand Wochenbeginn, Rubrik „Investor Relations“) eine von 6. Mai gewesen.
