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Valneva-Aktie: Ihnen bleibt wirklich nichts erspart!

Die Aktie von Valneva startete tiefrot in den Donnerstagshandel. Der französisch-österreichische Impfstoffhersteller verbreitete die nächste schlechte Nachricht.

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von Valneva ist mit einem herben Dämpfer in den Donnerstag gestartet. Am Handelsplatz Frankfurt verloren die Papiere des französisch-österreichischen Biotechkonzerns 2,5 Prozent auf 9,61 Euro. Nachdem die Valneva-Aktie am Dienstag bis auf 10,63 Euro gestiegen war, hat sie damit in weniger als zwei Tagen fast zehn Prozent ihres Werts eingebüßt. Nicht oihne Grund: Nach der jüngsten Enttäuschung mit dem Corona-Impfstoff VLA2001, bleibt dem Unternehmen gerade nichts erspart.

US-Verteidigungsministerium zieht Option nicht

Denn wie Valneva am Donnerstagmorgen bekanntgab, hat das US-Verteidigungsministerium beschlossen, das zweite Optionsjahr eines unterzeichneten Vertrags über die Lieferung des Impfstoffs IXIARO® gegen Japanische Enzephalitis (JE) nicht auszuüben. Das Verteidigungsministerium sei der Ansicht, „dass aufgrund der vergangenen und noch andauernden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf seinen Betrieb die bestehenden IXIARO® -Vorräte ausreichen, um den aktuellen Bedarf zu decken“, heißt es in der Valneva-Mitteilung. Das US-Verteidigungsministerium hat demnach allerdings „sein Interesse an der Aushandlung eines neuen Liefervertrags im Jahr 2023 bekundet, wenn die Lagerbestände wieder auf ein normales Niveau zurückgegangen sein werden“.

Der Mindestgesamtwert des bestehenden Liefervertrags betrug nach Valneva-Angaben rund 118 Mio. US-Dollar. Dies schloss jedoch die Inanspruchnahme des zweiten Optionsjahres, das einen Mindestwert von etwa  36 Mio. US-Dollar für 250.000 Dosen hatte, mit ein. Nicht ganz unbedeutend aber ist, dass das Unternehmen erwartet, dass diese Entscheidung keine Auswirkungen auf seine Finanzprognose für 2022 habe. Valneva werde die Lieferungen von IXIARO® gemäß den Bedingungen des ersten Optionsjahres, das das US-Verteidigungsministerium mit geänderten Bedingungen ausgeübt habe, bis zum vierten Quartal 2022 fortsetzen.

Valneva hofft auf neue Verhandlungen

Das Ministerium setzt laut Valneva seit 2010 auf IXIARO® um Mitarbeiter zu schützen, die in endemische Gebiete von Japanischer Enzephalitis entsendet werden, und für die eine JE-Impfung empfohlen wird. „Wir danken dem Verteidigungsministerium für die Partnerschaft und freuen uns auf weitere Vertragsverhandlungen in der Zukunft“, kommentierte Thomas Lingelbach, Chief Executive Officer von Valneva, die US-Entscheidung. „Parallel dazu sehen wir weiterhin eine deutliche Erholung des privaten Reisemarktes für IXIARO®, der sich in der ersten Hälfte dieses Jahres im Vergleich zur ersten Hälfte 2021 mehr als verdreifacht hat.“

Dies alles kann jedoch die negative Entwicklung beim so wichtigen COVID-Impfstoff von Valneva nicht kompensieren. Die schleppenden Verkäufe des inaktivierten Impfstoffs VLA2001 werden sich negativ auf die Jahresbilanz des Biotechunternehmens auswirken. Aufgrund der geringen Nachfrage in der Europäischen Union hatte das Umsatzziel bei der Präsentation der Halbjahreszahlen vor knapp einer Woche für das Gesamtjahr 2022 nach unten geschraubt. Der Arzneimittelhersteller rechnet nun mit einem Jahresumsatz zwischen 340 und 360 Millionen Euro, nachdem er laut Handelsblatt zuvor 430 bis 590 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte.

EU-Abnahme von Impfstoff drastisch reduziert

Überraschend kam das nicht: Im Februar noch war Valneva davon ausgegangen, aus dem Impfstoff zwischen 350 bis 500 Millionen Euro zu erlösen, jetzt geht man von 30 bis 40 Millionen Euro aus. In den ersten sechs Monaten brachten die Verkäufe lediglich 3,8 Millionen Euro ein, und das Unternehmen musste im Zusammenhang mit dem Produktionsbestand laut des Berichts Abschreibungen in Höhe von gut 100 Millionen Euro verbuchen. Hintergrund war, dass die EU im Juli ihre Bestellung von ursprünglich bis zu 60 Millionen Dosen auf nur noch 1,25 Millionen Dosen drastisch gekürzt hat. Nach der sich verzögernden Zulassung hatte die EU-Kommission den alten Vertrag aus dem Herbst aufgekündigt.

Das hatte merklich Auswirkungen auf die noch ungeprüften Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2022. Insbesondere die Verluste haben sich nach Valneva-Angaben deutlich ausgeweitet.

1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Gesamtumsätze 93.2 Mio. € 47.5 Mio. €
Produktumsätze 33.3 Mio. € 31.8 Mio. €
Nettoverlust 171.5 Mio. € 86.4 Mio. €
Bereinigter EBITDA-Verlust 136.0 Mio. € 80.1 Mio. €

Valneva-CEO betont Vertrauen durch Pfizer

Valneva-Chef Lingelbach war allerdings bemüht, auch die positiven Seiten zu beschreiben: So habe sein Unternehmen in der ersten Jahreshälfte weitere wichtige Meilensteine in der Forschung und Entwicklung erreicht. „Unsere aktualisierte Borreliose-Kooperationsvereinbarung mit Pfizer brachte eine beträchtliche Kapitalbeteiligung mit sich, die wir als ein starkes Zeichen des Vertrauens und der Anerkennung unserer Impfstoffexpertise ansehen“, so der CEO. Zudem habe der Chikungunya-Impfstoffprogramm alle klinischen Endpunkte der Phase 3 erfolgreich erreicht, „so dass wir für die Einreichung unseres BLA-Antrags bereit sind“.

Mehr noch: „Was unsere anderen kommerziellen Produkte angeht, so erholt sich der Markt für Reiseimpfstoffe schneller als erwartet“, sagte Thomas Lingelbach. Die Nachfrage könnte im späteren Verlauf des Jahres „sogar unsere derzeitigen Lieferkapazitäten übersteigen“. Der Kursverlauf der Valneva-Aktie allerdings lässt doch die Skepsis der Anleger erkennen. Nach dem Rücksetzer vom Donnerstag befindet sich die Aktie in Frankfurt über alle markanten Zeiträume hinweg deutlich im Minus:

  • 1 Woche: -6,3 Prozent
  • 1 Monat: -5,1 Prozent
  • 6 Monate: -35,5 Prozent
  • 12 Monate: -19,8 Prozent

Von wegen Alternative zu BioNTech und Moderna

Noch dramatischer zeigt sich die Entwicklung seit dem Allzeithoch der Valneva-Aktie, als man VLA2001 noch als bedeutende Alternative zu den mRNA- oder Vektorimpfstoffen von BioNTech, Moderna oder AstraZeneca ansah. Im November 2021 war die Aktie kurzzeitig bei 30,50 Euro gehandelt worden. Seitdem hat sie fast 70 Prozent ihres Werts eingebüßt.

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