US-Aktien: Amazon – Das ist doch mal ein Kursziel!

Nach dem wohl dem Markt geschuldeten Rücksetzer vom Donnerstag, zieht die Amazon-Aktie wieder an. Dies könnte auch an einer jüngst ausgesprochenen Kaufempfehlung liegen.

Auch die Aktie von Amazon war am Donnerstag noch einmal unter Druck geraten. Nachdem die Aktie des E-Commerce-Giganten am Mittwoch von zuvor 101,43 US-Dollar deutlich auf 109 US-Dollar gestiegen war, brach sie in der allgemeinen Ausverkaufsstimmung wieder bis auf 102 Dollar ein. Nur knapp schrammten die Papiere somit zwei Mal am Jahrestief von 101,29 Dollar von Ende Mai vorbei. Am Freitag aber verbessert sich die Amazon-Aktie an der Nasdaq im frühen Handel wieder auf 105 Dollar – und die neue Zuversicht hat wohl ihren Grund.

JP Morgan sieht Amazon bei 200 Dollar

Da wäre zunächst eine neue Einschätzung durch die US-Bank JPMorgan: Sie hatte die Amazon-Aktie diese Woche auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 200 US-Dollar belassen. Die Aktie steht zudem laut Medienberichten weiterhin auf der „Analyst Focus List“ von JPMorgan. Das Wachstum des US-Onlinehandels habe sich im vergangenen Jahr verlangsamt, sollte in der zweiten Jahreshälfte 2022 aber wieder Fahrt aufnehmen, schrieb Analyst Douglas Anmuth. Amazon habe den US-Marktanteil 2021 auf 40 Prozent gesteigert und bleibe das am schnellsten wachsende US-amerikanische Handelsunternehmen.

Doch nicht nur JPMorgan ist bei Amazon zuversichtlich, auch andere glauben an eine Rückkehr der US-Aktie: Das durchschnittliche Amazon-Kursziel aus 52 Analysen unterschiedlicher Häuser liegt laut marcetscreener.com aktuell bei 177 US-Dollar, was ein Aufwärtspotenzial von immerhin knapp 70 Prozent verspricht.

Hohe Kursziele für Amazon-Aktie

Besonders zuversichtlich zeigte sich zuletzt die britische Investmentbank Barclays, die das Kursziel für Amazon zuletzt auf umgerechnet 212 US-Dollar festlegte und die Einstufung auf „Overweight“ beließ. Umsatzseitig seien die Erwartungen im ersten Quartal von Amazon erfüllt worden, der operative Gewinn sei aber enttäuschend genauso wie der Ausblick auf das zweite Jahresviertel, schrieb Analyst Ross Sandler Ende April. Fortan sollte sich der Trend für den Online-Händler aber wieder bessern.

Das derzeitige Kursniveau spiegle nur den Wert der Web-Services-Sparte wider. Den angestammten Handelsteil bekämen Anleger also „praktisch geschenkt“. Zur Einordnung: Am Tag vor der Analyse war die Amazon-Aktie noch mehr als 140 Dollar wert. Andere Experten hatten zuletzt ebenfalls hohe Kursziele für den weltgrößten Online-Händler aufgerufen, wie folgende Auflistung zeigt:

Kursziel Kurspotenzial
UBS AG 209,25$ +99%
Credit Suisse Group 185,00$ +76%
Deutsche Bank AG 170,00$ +66%
Merrill Lynch & Co 188,50$ +79%

Quelle: finanzen.net

Doch auch wenn die Amazon-Aktie derzeit wieder etwas Morgenluft schnuppert – die Anleger wollten den positiven Einschätzungen bislang nicht folgen. Der Kursverlauf der Papiere macht dies deutlich:

  • 1 Monat: -7 Prozent
  • 3 Monate: -29 Prozent
  • 6 Monate: -39 Prozent
  • 12 Monate: -41 Prozent

Selbst der Kniff des Aktiensplits, der die Amazon-Aktie für Kleinanleger wieder attraktiver machen sollte, hatte bis zuletzt nicht gefruchtet. Bei 2488 US-Dollar war die Amazon-Aktie am Freitag, 3. Juni, noch gehandelt worden, nach dem 1:20-Split entsprach das einer Bewertung von 124,40 Dollar. Am Montag, nach der Maßnahme, hatte es kurz den Anschein, als ob sich das psychologische Manöver gelohnt haben könnte, die Papiere stiegen bis auf 128,99 Euro. Seitdem allerdings kannte die Amazon-Aktie nur noch eine Richtung: nach unten.

Amazon Web Services (AWS) überzeugt Analysten

Das hat sich nun geändert, vorerst zumindest. Laut eines aktuellen Medienberichts könnte dafür auch eine Einschätzung durch US-Experten mit ein Grund sein: „Während das Verbrauchergeschäft von Amazon an einem Corona-Kater leidet, kann das Wachstum des Infrastrukturdienstes Amazon Web Services (AWS) weiterhin überzeugen“, heißt es auf der Anlegerseite Der Aktionär. Laut Morgan Stanley sei dafür ein Faktor ausschlaggebend: „Große Tech-Kunden sparen nicht an ihrer technologischen Innovation“, heißt es.

Die Analysten schrieben demnach zwar, dass ein Rückgang der Investitionen seitens der Kunden ein Problem darstelle, welches aber nur in kleinen Unternehmen ausgeprägt zu beobachten sei. Dies falle bezüglich Amazon „nicht so sehr ins Gewicht“, da kleine Firmen und Start-ups weniger als zehn Prozent der AWS-Umsätze einbringen würden. Die Einbußen auf das EBIT dürften nur bei ein bis zwei Prozent liegen. „Darüber hinaus glauben wir auch, dass AWS von seiner vielfältigen und wachsenden Kundenbasis (in einer wachsenden Zahl von Branchen) und einem starken Auftragsbestand mit steigenden Kundenausgaben profitieren sollte“, werden die Experten im Bericht zitiert.

Goldman Sachs senkte Amazon-Kursziel

Nicht ganz so euphorisch allerdings ist die US-Investmentbank Goldman Sachs: Sie hatte das Kursziel für Amazon vor einer Woche von 185 auf 170 US-Dollar gesenkt, die Einstufung  folglich aber auf „Buy“ belassen. Analyst Eric Sheridan reduzierte in einer Branchenstudie seine Prognosen für die von ihm beobachteten US-Technologie- und Internetunternehmen.

Dabei habe er versucht, „die Finanzschätzungen für das zweite Halbjahr 2022 und jene für die Folgejahre so zu gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit eines schwächeren makroökonomischen Umfelds und eines deutlich niedrigeren Umsatzwachstums in den kommenden Jahren berücksichtigt wird“, wie es hieß.

Amazon und Cartier ziehen vor Gericht

Unterdessen machte Amazon in dieser Woche auch operativ Schlagzeilen: Gemeinsam mit dem Juwelier Cartier wird der Onlinehändler gegen den Vertrieb von Produktfälschungen vor Gericht ziehen, wie unter anderem das gmx-Portal berichtet. Sie werfen demnach acht Firmen und einem Social-Media-Influencer vor, unter anderem über die Amazon-Plattform gefälschte Cartier-Armbänder zu verkaufen.

„Die Masche dabei sei gewesen, auf der Amazon-Plattform ein unverfängliches Armband-Modell zu vermarkten – zugleich sei aber bei Instagram ein Link zu dem Angebot mit dem Versprechen platziert worden, dass die Käufer eine täuschend ähnlich aussehende Cartier-Fälschung bekommen würden“, so der Bericht. Nach eigenen Angaben wurden 2021 mit Beteiligung des Amazon-Konzerns mehr als drei Millionen Produktfälschungen ausgehoben.

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