Uniper-Aktie: Ein Wahnsinn!

Die Aktie des 2022 in Schieflage geratenen Energieversorgers Uniper steigt schon wieder. Die Analysten warnten allesamt vor den Papieren.

Auf einen Blick:
  • Die Uniper-Aktie hat ihre Korrekturphase offenbar bereits beendet
  • Am Montag ging es mit den Papieren des Energiekonzerns wieder über 6 Euro
  • Institutionelle Analysten halten die Bewertung für viel zu hoch

In der vergangenen Woche sah es so aus, als ob die Anleger bei Uniper zur Vernunft kommen. Zumindest aus Sicht der institutionellen Analysten. Sie alle hatten nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen des Energiekonzerns gewarnt. Die ausgewiesenen Gewinne des 2022 noch mit Milliarden gestützten Unternehmens sollten nicht überwertet werden, hieß es. Doch die Märkte entscheiden zunächst anders und schickten die Uniper-Aktien in ungeahnte Höhen. Die folgende Korrektur endete jedoch am Freitag bei 5,84 Euro – nun ist die Aktie wieder mehr als 6 Euro wert.

UBS sagt Kurseinbruch bei Uniper voraus

Ein Wahnsinn, glaubt man zumindest bei der UBS. Die schweizer Großbank hatte die Einstufung für Uniper Ende Juli auf „Sell“ mit einem Kursziel von gerade einmal 1,70 Euro belassen – gut 70 Prozent unter ihrem aktuellen Kursstand. Der Markt dürfte positiv auf die Eckdaten zum ersten Halbjahr reagieren, vermutete Analyst Sam Arie. Er erinnerte aber an die sehr niedrige Liquidität der Aktien angesichts des geringen Streubesitzes.

Auch andere Experten warnten vor einem Einstieg beim Energiekonzern, der durch seine Abhängigkeit von billigem, russischen Gas in Not geraten war. Wäre der Bund nicht eingestiegen, hätte fraglos die Pleite bedeutet. Und so sehen die übrigen Kursziele für die Uniper-Aktie nicht viel besser aus:

  • Das mittlere Kursziel für die Papiere liegt laut finanzen.net derzeit bei 3,62 Euro
  • Im Schnitt erwarten die Beobachter somit einen Kursrückgang von gut 40 Prozent

Kursziel nur leicht auf 3,30 Euro angehoben

Deutsche Bank Research etwa hatte das den fairen Wert für Uniper nach den vorläufigen Zahlen am 27. Juli zwar von 3,00 auf 3,30 Euro angehoben, aber die Einstufung auf „Hold“ belassen. Der Versorger habe extrem starke Eckdaten zum ersten Halbjahr vorgelegt, schrieb Analyst James Brand, hob seine Schätzungen für das laufende Jahr. Nichtsdestotrotz geht auch er von einem satten Kursrutsch um knapp 50 Prozent aus.

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