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TUI-Aktie: Sollten sie doch Recht behalten?

Die Aktie von TUI hatte nach Quartalszahlen zunächst weiter zugelegt, nun hat die Stimmung gedreht. Setzen sich die Skeptiker bezüglich des Reisekonzerns doch noch durch?

Liebe Leserin, lieber Leser,

noch bis zum Mittwoch sah es so aus, als ob die Aktie von TUI auf dem Weg zurück keinen Grenzen kenne. Binnen eines guten Monats hatten sich die Papiere des Touristik-Konzerns von 1,42 Euro bis auf 1,86 Euro gesteigert – ein sagenhaftes Plus von gut 30 Prozent. Selbst negative Analystenkommentare konnten der TUI-Aktie zunächst nichts anhaben. Doch ohne neue Nachricht aus dem Konzern hat die Stimmung gedreht: Bis Donnerstagabend gaben die Papiere am Handelsplatz Frankfurt auf 1,71 Euro ab, der Freitag begann ebenfalls im Minus. Sollten die Skeptiker doch Recht behalten?

Deutsche Bank senkte Kursziel für TUI massiv

Es war insbesondere die Deutsche Bank, die bereits vor einer Woche nach den Quartalszahlen von TUI das Kursziel für die Aktie massiv von 3,30 auf 1,90 Euro gesenkt hatte, die Einstufung auf „Hold“ beließ. Um Sonderaufwendungen bereinigt betrage das operative Ergebnis 48 Millionen Euro und wäre mithin erstmals sei Beginn der Corona-Pandemie wieder positiv, schrieb Analyst Andre Juillard zwar. Er passte die Schätzungen für den Reiseveranstalter dennoch an. Die TUI-Aktie aber stieg weiter.

Dabei hatte das Chaos an den Flughäfen und tausende ausgefallener Flüge im Mai und Juni TUI tatsächlich die Bilanz verhagelt. Rund 200 Abflüge musste der Konzern streichen, vor allem in Großbritannien. 75 Millionen Euro zusätzlicher Kosten seien im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 dadurch aufgelaufen, teilte TUI mit. Ohne diese Zusatzkosten sei man „klar in der Gewinnzone“, hieß es. Das bereinigte EBIT in Q3 betrug demnach 48 Millionen Euro; inklusive der Aufwendungen für Zusatzkosten stand am Ende allerdings ein Minus von 27 Millionen Euro.

Konzern will Flughäfen offenbar zur Kasse bitten

Möglicherweise hatten die Anleger Mut daraus geschöpft, dass TUI die Flughäfen für die teuren Flugstreichungen offenbar zur Kasse bitten will. Der Konzern werde mit “signifikanten Schadensersatzforderungen“ an Airportbetreiber herantreten, kündigte Finanzvorstand Sebastian Ebel laut des Branchenportals aero.de an. Denn neben den Flugausfällen starteten demnach zudem 600 Flüge mit mehr als drei Stunden Verspätung – „und lösten damit Entschädigungsansprüche der Passagiere aus“, so der Bericht.

Möglicherweise hatte das Management diese Strategie im Hinterkopf, als es sich durchaus positiv über den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres äußerte. Nach neun Monaten erwarte TUI weiter „ein signifikant positives bereinigtes EBIT für 2022“, hieß es. Das bekräftigten TUI-Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen und sein designierter Nachfolger Sebastian Ebel unisono. TUI sei gesichert sowie wirtschaftlich und operativ zurück auf Kurs, wenn er am 30. September den Vorstandsvorsitz an Ebel übergebe, sagte Joussen.

TUI erwartet starken Reisesommer

„Der Reise-Sommer der TUI wird stark, mit Kapazitäten nahezu auf dem Vor-Krisen Niveau 2019“, sagte Sebastian Ebel. Das Geschäft habe sich im dritten Quartal gut entwickelt – trotz der operativen Herausforderungen für den europäischen Tourismussektor. Das zeige die Robustheit des integrierten Geschäftsmodells, die Stärke der Marke TUI und die unverändert hohe Nachfrage nach Urlaubsreisen, so der künftige TUI-Chef. „Wir setzen alles daran, unseren Gästen auch in schwierigem Umfeld die hohen TUI Standards bei Qualität und Service zu bieten.“ Blumige Worte, die das Unternehmen mit Zahlen unterlegte:

  • Zwischen April bis Juni 2022 lag die Gästezahl im Vergleich zu 2019 bei 84 Prozent
  • der Umsatz verbesserte sich nach 650 Millionen Euro im Vorjahr auf 4,43 Milliarden Euro
  • für den Sommer 2022 zählt TUI aktuell bereits 11,5 Millionen Kunden

TUI-Aktie: Kaufen oder nicht?

Das US-Analysehaus Bernstein Research hatte all das überzeugt: Richard Clarke beließ die Einstufung für TUI nach den Quartalszahlen auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 2,50 Euro – sieht demnach ein Aufwärtspotenzial von aktuell knapp 50 Prozent. Der Sommer schaue „sonnig aus für den Reiseanbieter“, schrieb er in einer ersten Reaktion. Die Buchungen betrügen 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Die Preise lägen sogar 20 Prozent darüber. Die Frage sei nur, „was der europäische Verbraucher nach dem Sommer tue angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten“.

Die britische Investmentbank Barclays ist deutlich skeptischer, sie hatte die Einstufung für TUI nach den Zahlen auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 125 Pence belassen, umgrechnet gerade einmal 1,48 Euro. Die Zahlen des Reisekonzerns hätten eine fortgesetzte Verbesserung der Geschäftstätigkeit gezeigt, schrieb Analyst James Rowland Clark zwar. Probleme wegen Flugausfällen und -verspätungen aber dürften zu Abstrichen bei den Konsensschätzungen führen.

Unterschiedlichste Kursziele für TUI

Insgesamt allerdings halten sich negative und positive Analystenerwartungen, die nach dem Quartalbericht veröffentlicht worden waren, die Waage:

Kursziel Kurspotenzial
Deutsche Bank 1,90€ +13,0%
Barclays Capital 1,48€ -12,6%
UBS 1,55€ -8,9%
Bernstein Research 2,50€ +48,8%

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Bei TUI selbst ist man zuversichtlich, die schwierigste Zeit hinter sich zu haben: Ein strategischer Fokus liege weiterhin auf einem disziplinierten Cash- und Kostenmanagement, ließ man wissen. „Darüber hinaus sollen Chancen zur weiteren Refinanzierung genutzt werden, um die Corona-Schulden sowie das Engagement des deutschen Staats weiter zu reduzieren“, so TUI. Mittelfristig erwartet der Konzern einen deutlichen Anstieg des bereinigten EBIT gegenüber den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2019, „getrieben durch Umsatzwachstum und die Vorteile aus dem in der Pandemie eingeleiteten Effizienzprogramms“.

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