T-Shirts und der Börsen-Stopp

Liebe Leserin, lieber Leser,

mich erreichten einige Mails zum Thema „Stopp“. Auch wenn die meisten Verfasser die Notwendigkeit eines – wie auch immer gearteten – Stopp nicht in Frage stellen, schien bei einigen Worten eine tiefe emotionale Abneigung gegen diese „Notbremse“ durch.

Dann versuche ich doch einmal, diese Abneigung zumindest ein wenig zu verringern.

Aktien, Stopp und T-Shirts

Sie kennen ja diese drolligen Fragen in manchen Tests. „Welches Wort passt nicht in diese Reihe?“

In diesem Fall scheint es das Wort T-Shirt zu sein. So ganz richtig ist das nicht, denn wer mit T-Shirts handelt, für den ist ein Stopp ein fast tägliches Geschäft.

Lassen Sie uns T-Shirts mit Stopp verkaufen!

Stellen Sie sich einfach einmal vor, Sie hätten ein Geschäft, dass sich auf den Vertrieb von T-Shirts spezialisiert hat.

Sie führen die neuesten und aktuell besonders gefragten T-Shirts. Das ist zumindest Ihr Anspruch. Dumm ist nur, dass Sie den Großteil der Ware weit vor Saisonbeginn kaufen müssen.

Denn das ist der Zeitpunkt, an dem Sie Ihr Lager mit großen Stückzahlen günstig bestücken können.

Nun ergeben sich nach dem Füllen der Lager zwei Möglichkeiten.

Variante 1:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei ?

Sie hatten den „richtigen Riecher“ und die Modelle, für die Sie sich entschieden haben, gehen weg „wie warme Semmeln“.

Sie können Ihre Preise durchsetzen. Das Lager verkauft sich ab. Das in diesen T-Shirts gebundene Kapital fließt wieder zurück und zusätzlich erzielen Sie einen Gewinn.

Das ist vergleichbar mit einem Aktien-Käufer, der Aktien erwirbt und diese dann mit schönem Gewinn wieder verkauft.

Sie merken: Das Wort „Stopp“ spielt bei diesem Szenario weder im T-Shirt-Laden noch im Depot eine Rolle.

Freuen wir uns für unsere Protagonisten mit. Für beide läuft es wirklich optimal.

Wie oft läuft etwas optimal?

Das ist eine durchaus berechtigte Frage. Denn jeder von uns hat eine gewisse Lebenserfahrung. Und diese sagt in der Regel ganz klar: Das Optimum ist auf jeden Fall nicht die häufigste Variante. Kommen wir also zur zweiten Möglichkeit:

Der T-Shirt-Laden:

Sie hatten leider nicht das richtige Gespür für die Wünsche Ihrer Kunden. Sie hatten vermutet, dass rote T-Shirts ein wahrer „Renner“ werden würden.

Stattdessen liegen die im Nachhinein betrachtet teuren Kleidungsstücke wie Blei in den Regalen. Was war passiert?

Mehrere Prominente trugen bei öffentlichen Anlässen ausschließlich blaue T-Shirts. Auch wenn diese in der Qualität vielleicht nicht an Ihre roten T-Shirts heranreichten, blaue T-Shirts sind jetzt „hip“.

Gratis PDF-Report zu sichern: Hier kostenlos herunterladen

Ihr Problem: Sie haben Ihr Kapital in den roten T-Shirts gebunden. Deshalb können Sie keine blauen mehr kaufen. Wenn Sie jetzt nichts tun, werden Sie wohl bis zum Beginn des Winters auf Ihren T-Shirts sitzen bleiben.

Der Aktienbesitzer:

Sie haben sich wirklich Mühe gegeben. Sie haben Ihre Aktien vor dem Kauf auf Herz und Nieren geprüft. Das Geschäftsmodell stimmt.

Die Dividendenzahlungen erfolgen seit Jahren konstant oder gar mit steigender Tendenz. Die Firma verdient jedes Jahr mehr. Und vielleicht winkt ja auch noch ein weiterer Großauftrag.

Leider laufen Ihre Aktien aktuell so überhaupt nicht. Trotz der Qualität fällt der Kurs immer weiter. Aktuell laufen aber zum Beispiel Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien absolut fantastisch.

Schade, dass Sie davon nichts haben. Sie können diese Werte nicht kaufen, weil Ihr Kapital in den anderen Aktien gebunden ist.

Wenn Sie jetzt nichts tun, werden Sie die Rally dort verpassen.

Bei T-Shirts ist das weitere Vorgehen jedem klar

Als Besitzer eines T-Shirts-Ladens bleibt Ihnen nur noch die Chance, den Verkaufspreis für Ihre Shirts zu senken.

Denn in diesem Fall können Sie nur über den Preis gehen. Schließlich brauchen Sie Kapital, um dann die T-Shirts zu kaufen, die zum regulären Preis nachgefragt werden.

Oft müssen Sie dabei unter Einkaufspreis auszeichnen. Den Verlust nehmen Sie dann billigend in Kauf, um mit dem „frischen Geld“ neu einzukaufen.

Das ist ein ganz normales Vorgehen. Ich kann das nur mit dem oft gescholtenen Begriff „alternativlos“ beschreiben.

Machen Sie das nicht, wird Ihr T-Shirt-Laden nur sehr kurz existieren.

Bei Aktien scheint es aber Probleme zu geben

An sich müssten alle Investoren ohne „emotional bedingte Bauchschmerzen“ reagieren, wie es der Ladenbesitzer tut.

Eine Aktie läuft nicht, das Kapital ist gebunden. Die Lösung: Diese Aktie wird – auch unter Einstand – verkauft. Das so frei werdende Kapital können Sie dann in Werte investieren, die besser laufen.

Was macht den Stopp so unangenehm?

Wir Menschen sind ja nun ständig im Zwiespalt zwischen Logik und Emotionen. Welche Seite „gewinnt“ ist zu einem großen Teil von der eigenen Persönlichkeit abhängig.

Dem einen fällt es leichter, der Logik zu folgen. Andere empfinden das eben problematischer. Sollten Sie zu dieser Gruppe gehören, kann es hilfreich sein, sich im Fall der „Stopp-Fälle“ das T-Shirt-Beispiel vor Augen zu führen.

Denn der Ladenbesitzer hat ebenso wie der Aktienkäufer Mühe in die Auswahl seiner Produkte gesteckt. Und es ist nicht sein Fehler, dass der Markt das nicht honoriert.

Lösen Sie sich bitte von dem Gedanken, dass es irgendetwas mit Ihrer Recherche zu tun hat, dass eine Aktie nicht steigt.

Wenn der Markt es eben anders sieht, müssen Sie ganz cool reagieren. Es hat eben nicht geklappt und Sie starten nach dem Verkauf einen neuen Versuch.

Klingt einfacher als getan, ich weiß, aber es lohnt sich auf lange Sicht gesehen immer!

Sollten Hensoldt Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg?

Wie wird sich Hensoldt jetzt weiter entwickeln? Ist Ihr Geld in dieser Aktie sicher? Die Antworten auf diese Fragen und warum Sie jetzt handeln müssen, erfahren Sie in der aktuellen Analyse zur Hensoldt Aktie.





Neueste News

Uhrzeit
Artikel
Autor

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)