T-Mobile US: Wie der Mobilfunker den US-Markt aufmischt

Kaum ein Mobilfunkmarkt ist so stark umkämpft wie der amerikanische. Derzeit rangelt ein Trio von drei Firmen um die Gunst der Kunden – das Telekom-Urgestein AT&T, Verizon Communications und der relative Neuling T-Mobile US. Letzterer hat nach zwei vergeblichen Anläufen im vergangenen Jahr endlich die lang ersehnte Fusion mit der ehemaligen SoftbBank-Tochter Sprint genehmigt bekommen. Mit diesem Zusammenschluss hat sich T-Mobile US, lange Zeit mit ziemlichem Abstand gegenüber dem Führungs-Duo AT&T und Verizon agierend, spürbar nach vorne geschoben und sogar nach einigen Parametern in die FührungspUSition gebracht.

Dabei steht T-Mobile US wie auch die Wettbewerber vor besonderen Herausforderungen. Das gilt insbesondere für den Aufbau eines landesweiten 5G-Mobilfunknetzes. Damit hat sich T-Mobile US gleich zwei große Herausforderungen zu stellen. Einerseits 5G, andererseits natürlich die weitere Integration von Sprint. Wie die Zahlen allerdings zeigen, ist das dem Unternehmen bislang sehr gut gelungen. Wobei man hier immer wieder den Blick nach Deutschland lenken muss. Denn die Deutsche Telekom, die entsprechend vorhandenen Vereinbarungen schon jetzt T-Mobile US in ihrer eigenen Bilanz als Beteiligung voll konsolidieren kann, möchte nun auch anteilsmäßig die Mehrheit erwerben.

Damit könnten zwar die Geschicke von T-Mobile US in Zukunft noch stärker von Bonn aus gelenkt werden. Andererseits hätte die US-Tochter damit einen soliden Background, der insbesondere am Kapitalmarkt ankommt. Aus diesem Anlass im folgenden Einblick auf die Rahmendaten, die für ein längerfristiges Investment wichtig wären.

Das Unternehmen

T-Mobile US bietet klassische Mobilfunk-Dienstleistungen an. Diese machen von den Einnahmen her rund 75 % des Umsatzes aus. Der Rest entfällt auf Hardware und sonstige Services. Bei Mobilfunk baut T-Mobile US wie andere Wettbewerber auch auf zwei Säulen – einmal dem klassischen Abonnement (Postpaid), andererseits den Bereich Prepaid.

Von der Bedeutung her sind die Vertragskunden natürlich der wichtigere Bereich. Hier machte T-Mobile US im vergangenen Jahr über 50 % seiner Umsätze. Der Prepaid-Bereich, beispielsweise vorausbezahlte Handykarten, machte knapp zwar 14 % aus. Die Hardware trug rund 25 % zu den Erlösen bei.

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Fundamentaldaten

In den früheren Jahren gehörte T-Mobile US zu den mit Abstand wachstumsstärksten Unternehmen im amerikanischen Telekomsektor. Durch die Übernahme von Sprint mit entsprechend anfallenden Integrationskosten war das erst einmal passé. So sackte der Gewinn je Aktie von 4,01 Dollar in 2019 im vergangenen Jahr auf 2,65 Dollar ab.

Wobei das nicht nur auf die Fusion, besser Übernahme, zurückzuführen war. Denn natürlich musste das Unternehmen erhebliche Mittel aufwenden, um seine 5G-Aktivitäten voranzubringen. Das konnte man auch an der Umsatzentwicklung sehen. Denn nach knapp 45 Milliarden Dollar im Jahr 2019 schoss der Umsatz durch die Sprint-Übernahme auf über 68 Milliarden Dollar nach oben, ein Plus von über 50 %.

Auch in diesem Jahr dürfte das Ergebnis unter dem Eindruck der Sprint-Übernahme bleiben. So rechnen die von FactSet befragten Analysten mit einem Gewinn je Aktie von nur 2,18 Dollar, obwohl der Umsatz um weitere 15-17 % zulegen soll.

GJ 2020 2021e 2022e 2023e 2024e
EPS 2,65 2,18 3,31 6,21 9,43
Umsatz (Mrd. $) 68,3 79,7 81,7 84,6 88,9

Quelle: Factset

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Immerhin: Ab 2022 wird damit gerechnet, dass inklusive der 5G-Aktivitäten nicht nur die Integration von Sprint erfolgreich abgeschlossen sein wird, sondern durch die deutlich stärkere Marktstellung die Gewinne regelrecht sprudeln sollen.

Für 2022 wird somit mit einem Gewinn je Aktie von rund 3,30 Dollar je Aktie gerechnet. Im Folgejahr sollen es dann schon rund 6,20 Dollar je Aktie sein. Für 2024 und 2025 wird dann sogar mit Werten von derzeit 9,43 bzw. 12,09 Dollar je Aktie gerechnet. Und das, obwohl man beim Umsatz eher mit nur moderateren Wachstumsraten rechnet, die im Durchschnitt nur gut 3 % betragen sollen.

Bewertung

Auf Basis der dargestellten Gewinnerwartungen hat das Unternehmen derzeit zwar eine recht hohe Bewertung. Diese liegt geschätzt für dieses Jahr bei rund 67 im KGV. Im kommenden Jahr soll das zwar auf 44 zurückgehen, was allerdings immer noch recht ambitioniert klingt. Erst ab 2024 folgend wird es mit 15 bzw. 12 im geschätzten KGV sehr interessant.

Indes: Hier schaue ich auch noch stärker auf die Ratio Kurs/Gewinnwachstum, dem sogenannten PEG. Nach einem Peak in diesem Jahr von 2,3 sollte es in den Folgejahren deutlich nach unten gehen bis auf 0,4 für 2025. Das impliziert, dass die Aktie in den Folgejahren zunehmend in eine Unterbewertung, gemessen an ihrem Gewinnwachstum, läuft. Was letztendlich ja auch ein sehr starkes Kaufargument für die Aktie wäre.

Charttechnik

Wie viele andere Unternehmen aus diesem Sektor befindet sich auch die Aktie von T-Mobile US seit dem März letzten Jahres in einem dynamischeren Aufwärtstrend. Sicherlich mit temporären Rückschlägen, die allerdings immer sehr schnell wieder aufgeholt werden konnten. Aktuell notiert die Aktie in der Nähe ihres Top. Mit Blick auf die geschilderten Perspektiven für die Bewertung sollte eigentlich dieser Aufwärtstrend weiteren Bestand haben können.

Chart T-Mobile US
Chart T-Mobile US © Tradingview

Entscheidend ist natürlich hierbei, inwieweit T-Mobile US vor allem mit Blick auf das eigene 5G-Netz Kunden weiterhin gewinnen kann, weil hier davon auszugehen ist, dass hier am Ende die Margen deutlich höher ausfallen werden als in den bisherigen Angeboten.

Fazit

Bislang hat T-Mobile US alles richtig gemacht. Als Neuling hatte man sich auch durch eine sehr aggressive Preispolitik nach vorne arbeiten können. Im dritten Anlauf klappte dann die Übernahme des größenmäßig wichtigsten Rivalen Sprint, auch wenn man Teile des Geschäftes von Sprint abgeben musste (an Dish Network). Nun ist man auf Augenhöhe mit AT&T und Verizon. So wie diese beiden Firmen hat man zwar weiterhin hohe finanzielle Herausforderungen zu stemmen, um das 5G-Netz aufzubauen. Mit der Deutschen Telekom als Hauptaktionär ist man allerdings diesbezüglich in einer sehr guten Ausgangslage, auch wenn das keinen Automatismus einschließt. Denn auch die Bonner haben genügend eigene finanzielle Herausforderungen zu meistern.

Alles in allen ist T-Mobile US aber besonders für längerfristig orientierte Anleger im amerikanischen Mobilfunkmarkt ein attraktives Investment.

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Wird tmus telkom zu 7.61 übernehmen ... höchste Vorsicht...
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T-Mobile hat gestern einen starken Quartalsbericht vorgelegt. Das Ergebnis je Aktie war deutlich
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phantasien runterkommen und kleinere brötchen backen - in relation zu landesgrenzen und bevölkerung
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