Steinhoff-Aktie: Nach Zahlen – das ist zu beachten!

Am 24. Juni veröffentlichte Steinhoff seinen Finanzbericht zum ersten Geschäftshalbjahr. Begeisterung kam bei den Anlegern nicht auf. Das ist zu beachten.

Steinhoff, der Einzelhändler aus Südafrika, konnte am letzten Freitag, dem 24. Juni einen Anstieg des Kerngewinns um rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum vermelden. Das am 31. März endende erste Geschäftshalbjahr scheint somit gut gelaufen zu sein. Allerdings ist der Ausblick eher enttäuschend.

Hohe Nettoverschuldung bei steigenden Zinsen bei Steinhoff

Denn Steinhoff betont, dass aufgrund der stark gestiegenen Inflation sowie der Lieferkettenproblematik die Märkte, in denen der Konzern aktiv ist, volatil bleiben dürften. Ebenfalls dürfte den Anlegern der Anstieg der Nettoverschuldung von Steinhoff nicht gefallen. Diese stieg zum Bilanzstichtag, dem 31. März 2022, auf 10,24 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 8,12 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Diese Verbindlichkeiten teilen sich bei Steinhoff in verschiedene Klassen auf – mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten der Gläubiger und des Schuldners (Steinhoff). Die Gläubiger sind Investoren sowie laut Aussage des Konzerns  überwiegend Hedgefonds.

Hier wiederum vor allem Hedgefonds, die sich auf Unternehmen in schwierigem wirtschaftlichem Umfeld spezialisiert haben. Da nun die Zinsen und somit die Zinslast für die Schulden steigen, ist Steinhoff darum bemüht, in Gesprächen mit den Gläubigern Lösungen zu finden. Laut dem Vorstand ist die „Restrukturierung von Schulden dieser Größenordnung und Komplexität … eine äußerst herausfordernde Aufgabe“.

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Steinhoff betont, dass schon Fortschritte erzielt worden sind. Und will dem Markt sodann auch Informationen zur Verfügung stellen. Die Anleger fragen sich natürlich zu Recht, warum diese Fortschritte bei einer Milliarden-Verschuldung nicht schon veröffentlicht worden sind.

Fazit: Ausblick für Steinhoff eher getrübt

  • An der Börse wird bekanntlich Zukunft gekauft.
  • Der Anstieg des Kerngewinns beruht letztlich auf den Lockerungen nach der Corona-Krise.
  • Auch ein sehr guter Geschäftsverlauf der Tochter Pepkor brachte das Unternehmen insgesamt nach vorn.
  • Der Vorstand erwartet nun jedoch Druck auf die Konsumenten aufgrund der hohen Inflation.
  • Die Unsicherheiten in den globalen Lieferketten betont der Vorstand zusätzlich – ebenso die stark steigenden Zinsen.
  • Daher sieht das Management es als wichtig an, Fortschritte bei der Restrukturierung der Schulden und Finanzierungskosten zu erzielen.

Doch gerade diese Unwägbarkeiten dürfte die Anleger mit Skepsis gegenüber dem Wert erfüllen. Pro Jahr zumindest will das Unternehmen seine Schuldenlast um rund 1 Milliarde Euro verringern. Helfen soll dabei das gute Geschäft einzelner Töchter, wie Pepkor.

Letztlich darf dann allerdings nicht mehr viel dazwischen kommen. Der Ukraine-Krieg führt jedoch zu Unsicherheiten – ebenso nicht vorhersehbare Schadensereignisse wie eine Überschwemmung in Südafrika, bei der ein Logistikzentrum von Steinhoff unter Wasser geriet und seitdem nicht mehr den Betrieb aufnehmen konnte. Oder weiterhin stark steigende Zinsen – die den Konzern tief in die roten Zahlen drücken könnten.

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Steinhoff ein normaler, aber überschuldeter Konzern

Was bleibt bei Steinhoff ist die Realität. Nach der Euphorie und Hoffnung der Anleger auf eine Normalisierung bei Steinhoff nach dem Ende der Schadensersatzforderungen und gerichtlicher Klärung Ende 2021 ist der Wert auf den Boden der Tatsachen zurück gekommen. Der Wert ist und bleibt ein Hoffnungswert – denn die massive Überschuldung könnte bei einem ungünstigen Geschäftsverlauf außer Kontrolle geraten.

Anleger sollten daher in der Steinhoff-Aktie zwei Dinge beachten: Die Entwicklung der Zinsen und die Fortschritte bei der Rückführung der Schulden – sowie die allgemeine Kaufstimmung unter den Konsumenten. Verringert sich diese aufgrund der Inflation, könnte dies auch das Geschäft des Einzelhändlers Steinhoff und seiner Töchter negativ beeinflussen.

Steinhoff – Chart provided by guidants.com

Chartanalyse für die Steinhoff-Aktie: Das mahnt zur Vorsicht!

Wie ist nun die Stimmung für den Wert zu beurteilen? Diese ist laut Chartanalyse deutlich angeschlagen. Denn der seit 2020 laufende Aufwärtstrendkanal wurde schon vor einigen Wochen verlassen. Der Bruch der Aufwärtstrendlinie brachte zwar keine neuerliche Abwärtsdynamik mit sich. Doch Erholungen treffen auf Widerstand.

Mit Bruch des Aufwärtstrendkanals sowie auch einem vorherigen unterschreiten der 200-Tage-Linie ist der Wert per Definition nicht mehr bullish zu beurteilen. Vielmehr besteht das Worst-Case-Szenario, dass entsprechend dem Ausbruch aus dem Aufwärtstrendkanal nun dessen Schwankungsbreite als Kursziel nach unten abgetragen werden muss – an das Ausbruchsniveau.

Mithin wäre ein Worst-Case-Szenario, dass sich die Steinhoff-Aktie nochmals halbiert und unter 0,1 Euro gehandelt wird. Ein solches Szenario würde aktiviert und wahrscheinlicher werden, sofern das bisherige Jahrestief bei 0,132 Euro unterschritten werden würde.

Steinhoff – Chart provided by guidants.com

Aktuell hingegen pendelt der Wert hin und her. Die sich abwechselnden schnellen Richtungswechsel mit weiß-schwarzen Wochenkerzen seit Ende April 2022 weisen dabei auf eine erhöhte Unsicherheit als Phase im Markt für die Steinhoff-Aktie bei den Anlegern hin.

  • Ein Ausbruch aus dieser Range der vergangenen Wochen könnte so ein Richtungssignal liefern – nach unten mit dem Risiko, dass das Worst-Case-Szenario wahrscheinlicher wird.
  • Nach oben mit der Chance auf eine Erholung in Richtung 0,2 Euro. Hier lauert jedoch massiver Widerstand.
  • Bei einer Erholung mit Ausbruch aus der aktuellen Range könnte sich dann jedoch zumindest eine abwartende Haltung mit einer Pendelbewegung um die 200-Tage-Linie durchsetzen.
  • Dieser langfristig wirkende gleitende Durchschnitt verläuft aktuell bei 0,187 Euro.
  • Eine Rückkehr zu den jüngsten Tops Anfang 2022 hingegen erscheint aus charttechnischer Sicht sehr unwahrscheinlich.

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Steinhoff
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