S&P 500: Ein gutes Zeichen?

Der S&P 500 geriet zum Dienstag zunächst schwer unter Druck, doch die Bullen trauten sich letztlich doch noch einmal aus der Deckung heraus.

Nach dem Feiertag am Montag startete der S&P 500 zunächst mit deutlichen Abschlägen in den Handel und zog damit auch so manchen ausländischen Index mit in die Tiefe. Bis zum Vormittag ging es zunächst um rund zwei Prozent in die Tiefe, was Experten auf erneut aufflammende Sorgen rund um eine mögliche Rezession zurückführten. Die schienen die Märkte erneut fest im Griff zu haben, doch im weiteren Handelsverlauf sollte das Blatt sich noch einmal wenden.

Am Nachmittag trauten die Schnäppchenjäger sich aus der Deckung und kauften fleißig bei im S&P 500 gelisteten Titeln ein. Das verhalf dem Index wieder spürbar auf die Sprünge und diese Entwicklung sollte sich noch bis Handelsschluss fortsetzen. Unter dem Strich verließ der S&P 500 den Handel mit einem Stand von 3.831 Punkten und damit ziemlich genau auf dem gleichen Stand wie noch am Wochenende. Ob das als gutes oder schlechtes Zeichen zu verstehen ist, liegt wohl im Auge des Betrachters. Angesichts des noch immer aktiven Bärenmarkts hätte es aber definitiv schlimmer kommen können.

Hat im S&P jetzt die Stunde der Schnäppchenjäger geschlagen?

Im vergangenen Jahr noch wurden viele US-Aktien von Analysen als hoffnungslos überbewertet angesehen. Gerade bei den Tech-Titeln trauten sich viele Anleger nicht mehr heran, da deren Bewertung derart in die Höhe geschossen war, dass sich das selbst mit viel Wohlwollen kaum noch erklären ließ. Mit Blick darauf dürfte manch einer sich nach Abwertungen von rund 20 Prozent im S&P 500 Hoffnungen darauf machen, dass nun Zukäufe wieder zu vernünftigeren Kursen möglich sind.

Generell ist eine solche Herangehensweise nicht verkehrt und vor allem auf lange Sicht spricht viel dafür, dass die Kurse sich wieder erholen werden. Fraglich ist jedoch, wann es soweit sein wird und ob es bis dahin nicht noch weiter in die Tiefe geht. Gerade im Falle einer Rezession könnten wir noch deutlich höhere Verluste zu Gesicht bekommen. Die Schnäppchenjäger gehen daher bei Investments derzeit große Risiken ein. Doch nur mit solchen lassen sich letztlich auch die höchsten Gewinne an der Börse erzielen.

Kein klares Bild im S&P 500

Bei einem Blick auf die Einzeltitel im S&P 500 stach am Dienstag sofort Etsy mit einem Plus von satten 10,56 Prozent ins Auge. Das Papier zehrt noch immer von einer Kaufempfehlung der Analysten, welche bei dem Versandhändler nach heftigen Abschlägen hohes Potenzial für eine kräftige Erholung sehen. Aus ähnlichen Gründen konnten auch die anderen Top-Performer im Index zulegen, was nur weiter unterstreicht, dass hier Schnäppchenjäger am Werk waren. Wirklich etwas Neues ist eine solche Entwicklung allerdings nicht. Ähnliches ließ sich im S&P 500 in den letzten Wochen schon das eine oder andere Mal beobachten. Bisher waren die Zugewinne allerdings nie besonders nachhaltig. Den Anlegern sei gewünscht, dass es dieses Mal anders laufen wird.

Aktie Kurs (USD) (5.7.22) Differenz zum Vortag
Etsy 88,24 +10,56 %
Norwegian Cruise Line 12,46 +9,97 %
Caesars Entertainment 42,26 +9,68 %
Paycom Software 313,29 +7,60 %
Ceridian HCM 50,86 +6,85 %
Freeport-McMoran 27,26 -6,64 %
Hess Corp. 98,19 -6,83 %
ConocoPhillips 84,64 -6,97 %
APA Corp. 32,73 -7,41 %
Halliburton 28,89 -8,08 %

Auf dem absteigenden Ast befanden sich derweil ganz klar Konzerne aus dem Sektor Öl und Gas, nachdem die Ölpreise einen deutlichen Rücksetzer erfahren haben. Die nordamerikanische Sorte WTI fiel zeitweise sogar zum ersten Mal seit Monaten unter die magische Linie von 100 US-Dollar je Barrel. Das lässt die Anleger natürlich daran zweifeln, ob die Konzerne aus der Branche noch lange ihre bisherigen Rekordgewinne einfahren können. Nicht wenige entscheiden sich da dafür, schon frühzeitig Gewinne einzustreichen.

Das lässt die Ölpreise purzeln und setzt dem S&P 500 zu

Gleich mehrere Faktoren sorgten dafür, dass die Ölpreise jüngst einen ungewöhnlich starken Abschwung erlebten. Zusammengefasst dürften vor allem diese Themen dabei ausschlaggebend gewesen sein:

  • Anhaltende Rezessionsängste
  • Ende von Streiks in Norwegen
  • Corona-Lockdown in China

Über die Rezessionsängste wurde schon zu viel geschrieben, als dass dieses Thema hier noch einmal ausgebreitet werden soll. Kurz zusammengefasst fürchten viele Marktakteure, dass aufgrund einer schwachen Konjunktur auch die Nachfrage nach Erdöl dramatisch nachlassen könnte. Letzteres wird nun auch in der chinesischen Millionenmetropole Xi’an vermutet, nachdem dieses kürzlich wieder in einen Corona-Lockdown gehen musste. Zwar hat die Stadt mit ihren rund 14 Millionen Einwohnern nicht ganz die Bedeutung von Shanghai. Unbedeutend ist ein Produktionsausfall vor Ort deshalb noch lange nicht.

Die norwegische Regierung schreitet ein

Weiteren Abschwung erhielten die Ölpreise durch ein Ende eines Streiks von norwegischen Arbeitern bei Öl- und Gasplattformen. Dafür musste die Regierung einschreiten, die nun eine Schlichtung zwischen den beiden Streitparteien angeordnet hat. In der Zwischenzeit wurden die Angestellten dazu aufgerufen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Die Behörden nannten es unverantwortlich, gerade in der aktuell mehr als angespannten Lage am Öl- und Gasmarkt einen flächendeckenden Streik zu beschließen.

Mit dem Ende des Arbeitskampfes schmälern sich auch die Sorgen vor einer möglichen Verknappung. Für den S&P sind das nur bedingt gute Nachrichten. Zwar kann der eine oder andere Titel von sinkenden Ölpreise profitieren. Allerdings finden sich eine ganze Menge Ölkonzerne im Index, welche mit ihren herben Verlusten den Index letztlich am Dienstag in die Tiefe gerissen haben. Vielleicht können die Anleger da sogar noch froh darüber sein, dass es letztlich nicht zu roten Vorzeichen gekommen ist.

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