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S&P 500: Anleger bleiben vorsichtig und warten auf neue Impulse!

Der S&P 500 ist in der vergangenen Woche bis zur 200-Tage-Linie (EMA200) vorgestoßen, hier aber zunächst auf Widerstand gestoßen.

Auf einen Blick:
  • S&P 500 befindet sich seit Mitte Oktober im Aufschwung
  • 200-Tage-Linie (EMA200) versperrt den Weg
  • Neue Wirtschaftsdaten am Mittwoch

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen vielerorts starke Aufwärtstendenzen gezeigt. In besonderem Maße gilt das auch für den deutschen Leitindex DAX, der zuletzt sechs Woche in Folge Gewinne erzielt hat und gegenüber den Jahrestiefs inzwischen mehr als 20 Prozent zulegen konnte. Deutlich erholt präsentiert sich auch die Weltleitbörse in New York, allen voran der US-Leitindex Dow Jones.

Dieser hat seit den Tiefständen fast 18 Prozent zulegen können und befindet sich damit anders als sein deutsches Pendant nach der allgemein verbreiteten Definition noch nicht in einem neuen Bullenmarkt. Von einem neuen Bullenmarkt spricht man ab einem Anstieg von 20 Prozent. Hierzu müsste der Index auf 34.394 Punkte klettern, es fehlen demnach lediglich 634 Punkte.

Nasdaq 100 und S&P 500 mit kleineren Sprüngen

Anders sieht die Gemengelage im Auswahlindex Nasdaq 100 und im marktbreiten S&P 500 aus. Beide Indizes konnten zwar ebenfalls von der jüngsten Erholungswelle profitieren, haben im Vergleich zum DAX und zum Dow aber nur kleinere Sprünge nach oben gemacht. Der Nasdaq 100 hat seit den Tiefständen 11 Prozent zugelegt, beim S&P betragen die Zuwächse immerhin gut 13 Prozent.

Da S&P 500 und Nasdaq 100 im vorherigen Abschwung aber auch deutlich stärkere Korrekturen hinnehmen mussten, stehen bei beiden Indizes seit Jahresbeginn nach wie vor deutliche Verluste zu Buche. Im Nasdaq 100 lautet die Year-to-Date-Bilanz immer noch fast -30 Prozent, im S&P 500 beläuft sich das Defizit auf knapp 18 Prozent. Der Dow hat die Verluste seit Jahresbeginn im jüngsten Aufschwung dagegen auf nur noch 8 Prozent eingedämmt. Im DAX belaufen sich die Abschläge seit Jahresbeginn auf etwas mehr als 10 Prozent.

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Niedriger als erwartete Inflationsdaten sorgen für Kauflaune

Getragen wurde die jüngste Erholungswelle von Zinshoffnungen, nachdem die letzten Inflationsdaten niedriger ausgefallen sind als erwartet. Im Oktober waren die Preise für Waren und Dienstleistungen im Jahresvergleich nur um 7,7 Prozent gestiegen. Damit lag die Teuerungsrate unter den von Experten erwarteten 8,0 Prozent.

Erstmals seit Februar ist die Gesamtinflation wieder unter die Schwelle von 8 Prozent gesunken. Damit ist die Teuerungsrate zwar noch weit von der Zwei-Prozent-Zielmarke der Fed entfernt, doch der vierte Rückgang in Folge nebst besser als erwartetem Ergebnis sorgt an den Märkten für neue Hoffnung. Auch die Kerninflation (Core CPI), die volatile Faktoren wie Energie und Lebensmittel ausklammert, fiel niedriger aus als von den Analysten prognostiziert.

Große Mehrheit prognostiziert Zinsschritt um 50 BP

Die Inflationsdaten schüren Hoffnungen, dass die Fed bei zukünftigen Zinserhöhungen das Tempo etwas drosseln könnte, nachdem es zuletzt vier XXL-Zinsschritte um 75 Basispunkte gegeben hat. Laut dem Fed Watch Tool der CME Group gehen Stand heute 85,4 Prozent der Marktteilnehmer davon aus, dass der Leitzins bei der nächsten Fed-Sitzung am 14. Dezember um 50 Basispunkte erhöht wird. Die restlichen 16,4 Prozent erwarten erneut einen Jumboschritt um 75 Basispunkte.

Die Aussicht auf eine weniger restriktive Gangart der US-Notenbank macht am Markt  riskante Anlagen wie Aktien für Investoren wieder attraktiver, auch wenn das Ende des Straffungszyklus noch nicht erreicht ist und das Zinsniveau nach den geldpolitischen Maßnahmen vermutlich längere Zeit beibehalten wird. Der Peak der Zinsen wird für Juni 2023 erwartet und dürfte im Bereich von 5 Prozent liegen.

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Neuer Corona-Schock aus China

Zusätzlich getragen wurde die Stimmung zuletzt auch von Signalen aus China hinsichtlich einer weniger strengen Corona-Politik. Allerdings bekommen die damit einhergegangenen Hoffnungen nun einen neuen Dämpfer. Hintergrund sind steigende Corona-Infektionen in mehreren Metropolregionen. Im bevölkerungsreichsten Bezirk von Peking wurden die Menschen dazu aufgefordert, zuhause zu bleiben, da die Corona-Fälle in der Stadt anstiegen. In der Hafenstadt Guangzhou wurde sogar ein ganzer Bezirk für fünf Tage abgeriegelt.

Am Markt lösen die Meldungen Sorgen vor einem weiteren Konjunktureinbruch aus. “Man ist wirklich besorgt über den Einfluss der chinesischen Wirtschaft auf die US-Konjunktur”, kommentierte Hugh Johnson, Chefvolkswirt von Hugh Johnson Economics.

Schwacher Wochenstart in Thanksgiving-Woche

Zum Auftakt in die neue Woche handeln die wichtigsten US-Börsen im Minus. Während der Dow im Tagesverlauf immer wieder die Vorzeichen wechselt, geht es für den Nasdaq 100 um 0,85 Prozent gen Süden. Der marktbreite S&P 500 kann die Verluste auf 0,3 Prozent begrenzen.

Es ist dennoch zu spüren, dass die durch den Inflationsbericht losgetretene Euphorie inzwischen verflogen ist. Dazu haben auch zahlreiche Fed-Verantwortliche beigetragen, indem sie erklärten, dass sie mehr als ein oder zwei Inflationsberichte sehen müssten, um einen dauerhaften Trend festzustellen und dass mehr Beweise nötig seien, um zu einem langsameren Straffungstempo überzugehen.

Neue richtungsweisende Daten wird es am Mittwoch geben, einen Tag vor Thanksgiving. Dann werden der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und den Bereich Services sowie die Auftragseingänge langlebiger Güter für den Monat November bekanntgegeben.

S&P 500 Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max