Sollten Sie Gold kaufen? Die Fonds-Lösungen zur Vermögensabgabe

Liebe Leser,

in den vergangenen Wochen habe ich in der Regel über die Aussichten des Aktienmarktes gesprochen. Nun wird es möglicherweise noch ernster. Denn die Verschuldung der Staaten wie etwa in der EU oder auch der USA selbst nimmt astronomische Ausmaße an. Die Verschuldung entsteht technisch betrachtet dadurch, dass die Staaten immer mehr Geld quasi selbst produzieren oder produzieren lassen.

Daher stellt sich die Frage, ob Sie gewappnet für den Fall sind, dass der Euro eines Tages in sich zusammenfallen könnte. Gold könnte in den kommenden Monaten und auch in den nächsten Jahren „das“ Thema schlechthin sein.

Alternativen: Selbst kaufen, Fonds kaufen, Zertifikate kaufen

Dabei haben Sie grundsätzlich drei Alternativen: Sie kaufen selbst Gold bei einem Goldhändler in Form von Barren oder Münzen. Dies ist in der Regel bei kleineren Beträgen vergleichsweise teuer. Zudem müssen Sie das Gold lagern. Auch damit sind Kosten und Risiken verbunden – dennoch: eine interessante Alternative ist dies allemal.

Zusätzlich sollten Sie darüber nachdenken, ob sich der Goldpreis – nicht das Gold selbst – mit reinen Zertifikaten wie etwa Hebel-Zertifikaten abbilden lässt. Das ist mit einem Risiko verbunden: Mit dem Gold selbst hat diese Anlage am Ende wenig zu tun. Es ist eine Wette auf die Goldpreisentwicklung und darauf, dass der Anbieter – die entsprechende Bank, die das Zertifikat emittiert – künftig noch weiter existiert. In Krisenzeiten ist dies eine riskantere Wette.

Deshalb bieten sich generell Lösungen an, die Goldfonds entsprechen. Dazu nenne ich Ihnen Alternativen.

Warum könnte Gold jetzt aber interessant sein?

Die Schulden steigen und steigen

Die Schulden sind wie beschrieben nur ein Ausdruck der steigenden Geldmenge. Bester Parameter sind die Dollar-Geldmengen – im Vergleich zur Goldproduktion.

Quelle hier: www.finanztrends.de

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Diese Darstellung hat noch nichts mit dem gigantischen Schuldenberg zu tun, der sich nun nach und nach auftürmt. Er zeigt, dass vorher die Geldmenge um den Faktor 100(!) schneller gestiegen ist als die Weltgoldmenge. Warum ist das wichtig?

Fraglich wäre, ob Gold nicht insgesamt die bessere Geldeinheit wäre – schließlich wächst die Goldmenge jährlich um 1,8 %. Das ist fast genau solch ein Wachstum, wie wir es als Wirtschaftswachstum erleben. Die Dollarmenge hingegen kletterte um jährlich im Durchschnitt 6,4 % – bei einer wesentlich geringeren Wirtschaftsleistungs-Zunahme. Dementsprechend muss sich Geld entwerten.

Sehen wir uns die Situation vor Corona weiter an. Da die Goldmenge immer weniger stark wächst als die Geldmenge, wird nach und nach das Geld gegenüber Gold wertloser.

Gold wird wertloser: Die Gold-Kaufkraft steigt

Quelle hier: www.finanztrends.de

Nun zeigt die Europäische Zentralbank (EZB), dass die Geldmenge etwa in der Euro-Zone schon jetzt dramatisch ansteigt. Noch sind nicht alle Hilfsprogramme angelaufen – die Explosion wird jedoch unmittelbar sichtbar, wenn Sie sich diese Grafik ansehen.

Geldmenge in der Euro-Zone wächst weiter – und jetzt noch schneller

Sie sehen den Sprung mit Beginn der Corona-Krise. Wenn die EZB jetzt weiterhin Anleihen kauft und die Unterstützungsfonds mit Geld auflädt, dann wird die Geldmenge schneller steigen als wir dies bis dato gesehen haben. Dasselbe Bild zeigt sich beim Blick auf die vergangenen gut 20 Jahre – der Anstieg ist zwar ohnehin steil und linear, aber im Jahr 2020 sehen Sie eine erste noch steilere Spitze der Geldmengen-Produktion.

Geldmenge M3 in der Euro-Zone steigt auch langfristig noch schneller als bislang

Quelle: Tradingeconomics.de, EZB, eigene Bearbeitung

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Zwischenergebnis

Halten wir fest, dass die Geldmenge ganz offensichtlich explodiert. Der lineare Anstieg, den Sie in den vergangenen Jahren gesehen haben, täuscht über die wahre Qualität: Die Geldmenge ist seit dem Jahr 2000 um den Faktor gut 200 % gestiegen. Dies sind meiner Rechnung nach etwa 5,6 % jährlich. Das Wirtschaftswachstum beträgt typischerweise etwa 2 %. Das bedeutet, die Geldmenge wächst deutlich stärker als das, was wir produzieren. Das Geld entwertet sich, wie Sie es in der Grafik oben sehen konnten.

Die Schulden werden jetzt weltweit weiter steigen. Dies ist der zweite Fakt, den wir festhalten sollten. Die Schulden in Deutschland sollen jüngsten Berechnungen nach auf ungefähr 95 % bis 100 % des jährlichen Bruttoinlandsproduktes steigen. Das bedeutet wiederum, dass die Schulden bezogen auf das jährliche BIP damit um mindestens 30 Prozentpunkte klettern werden. Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, von einer solchen Schuldenhöhe aus könne kein Staat der Erde mehr seine Schulden je abbauen.

Der dritte Fakt:; Damit haben wir eine versteckte Inflationsrate, die steigt. Die weicht von der offiziellen Rate ab. Wenn Sie die jährliche Geldmengensteigerung betrachten und der Produktionsleistung gegenüber stellen, kommen Sie zu anderen Ergebnissen als die statistischen Behörden. Hier gilt, dass die Inflationsrate jetzt sogar deutlich steigt, weil die Wirtschaftsleistung in der Corona-Wirtschaftskrise bei uns um ungefähr 7 % oder etwas mehr sinken wird.

Die wahre Inflationsrate wird bei etwa 10 % liegen. Tatsächlich lag sie in den vergangenen Jahren bei uns in der Regel bei ungefähr 3,5 % bis 4,5 %. Jetzt also explodiert sie regelrecht.

Sie sehen selbst bezogen auf die offiziellen Inflationsraten, dass die Zinsen in Deutschland „real“, also nach Abzug der offiziellen Inflationsrate, langfristig inzwischen auf deutlich weniger als 0 % gefallen sind. In der folgenden Grafik sehen Sie dies unten direkt über der Zeitleiste.

Realverzinsung weit negativ

Quelle: www.realterm.de

Gold: Schutz gegen die Inflation

Deshalb ist Gold eine interessante Anlage. Dr. Gerd Kommer hat ermittelt, dass Gold inflationsbereinigt über mehr als 100 Jahre gut 1 % p.a. netto wertvoller gewesen ist. Das ist nicht viel, aber in Inflationszeiten sehr viel wert.

Ich erwarte, dass der Goldpreis weiterhin steigt. Sehen Sie hier die aktuelle Entwicklung der vergangenen Jahre für uns als Euro-Investoren.

Goldpreis langfristig für 12 Jahre gemessen für Euro-Investoren: Gold im Aufwärtstrend

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Deshalb können Sie Gold-„Fonds“ aus Deutschland kaufen. Ich setze diese in Anführungszeichen, da die ETCs keine Fonds im klassischen Sinn sind. Fonds und damit ETFs müssen mindestens zehn verschiedene Positionen halten. Dies können reine Gold-ETFs nicht. Daher sind diese ETFs formal Schuldverschreibungen, also Zertifikate und werden als ETCs geführt (Exchange Traded Commodities). Diese sind allerdings goldhinterlegt. Sie können sich das Gold – beim „Xetra Gold“ gegen höhere Gebühren – ausliefern lassen.

1. XetraGold – klassischer ETC über zehn Jahre, ISIN: XC0009655157

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Dieselbe Funktion erfüllt ein ETC der Euwax, Euwax Gold II. Hier können Sie sich auch kleine Mengen ausliefern lassen. Die Auslieferung ist grammgenau.

2. Euwax XetraGold – klassischer ETC über zehn Jahre, ISIN: DE000EWG2LD7

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Auch mit der Aussicht auf eine mögliche Wirtschaftskrise und dem Bedarf an Gold wünsche ich Ihnen weiterhin Geduld und Gesundheit.

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Gold
XC0009655157
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