Silber: Der Silberpreis in 10 Jahren

Der anziehende Dollar und steigende Zinsen machen dem Silberpreis zu schaffen. Wie könnte sich der Kurs in 10 Jahren entwickeln und wo könnte Silber dann stehen?

Zuletzt ist der US-Dollar deutlich stärker geworden und dies hat den Silberpreis in US-Dollar zur Unterseite getrieben. Auch die steigenden Zinsen sind gerade ein Problem. Anleger wählen lieber die risikofreie Zinsanlage, als dass sie in volatile Anlagen gehen. Dies ist auch am Preis von Silber zu sehen. Denn dieser verliert aktuell und setzt neue mehrmonatige Tiefpunkte. Doch – wo wird der Silberpreis in 10 Jahren stehen?

Die Frage, wo der Silberpreis in 10 Jahren stehen wird, kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten. Es können jedoch Einschätzungen und Prognosen gemacht werden, die auf Analysen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte beruhen. Damit kann man dann versuchen, in die Zukunft zu blicken. Einen genauen Kurswert von Silber in 10 Jahren kann allerdings niemand heute schon wissen, daher versuchen wir die Frage etwas zu vereinfachen: Wird der Silberpreis in 10 Jahren höher oder niedriger sein als heute?

Silber – eine sichere Anlageform seit Jahrtausenden

Wie auch das klassische Edelmetall Gold ist Silber ein Edelmetall, dessen Vorkommen auf der Erde begrenzt ist. Durch die Seltenheit und natürliche begrenzte Verfügbarkeit wird Silber ein hoher Wert zugeschrieben. Trotzdem kommt es aber so häufig vor, dass Silber schon seit sehr langer Zeit als Tauschwährung in Form von Münzen verwendet wird. In Deutschland waren beispielsweise bis 1871 alle Münzen aus Silber und Papiergeld hatte einen festen Gegenwert in Silber.

Die Menschen vertrauen schon Jahrhunderte auf Silber als Zahlungsmittel und darauf, dass es seinen Wert behalten wird. In der jetzigen Zeit wird Silber, im Gegensatz zu Gold, nicht hauptsächlich als Wertanlage verwendet. Circa 50 % des geförderten Silbers wird in der Industrie verwendet, da es für Elektronikanwendungen ausgezeichnete Eigenschaften hat. Durch diese hohe Nachfrage aus der Industrie ist Silber stärker von der Konjunktur abhängig als Gold, aber nichts destotrotz wertbeständiger als Papiergeld.

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Silber wertbeständiger als Papiergeld?

Vergleicht man beispielsweise die Kursverläufe von EUR/USD und Silber, so bewegt sich der Kurs von EUR/USD mehr oder weniger waagrecht und unterliegt relativ hohen Schwankungen. Der Silberpreis hingegen gewinnt stetig an Wert und hat seit der Jahrtausendwende etwa 350 % zugelegt. Der Silberpreis erreichte 2011 schließlich einen Höchstwert von rund 47 US-Dollar pro Feinunze. Im Jahr 2021 folgte ein Preisverfall von Silber auf 12 US-Dollar in Folge der Corona-Pandemie.

Dieser Tiefstand des Silberpreises wurde nicht durch einen Abverkauf der Anleger verursacht, sondern vielmehr durch das Herunterfahren der weltweiten Industrie während der Pandemie. Zu aktueller Stunde steht der Silberpreis bei 22,25 US-Dollar pro Unze. Auch wenn der Höchstwert von 2011 noch nicht wieder erreicht ist, zeigt sich doch ein stetiger Wertzuwachs von Silber über die letzten Jahrzehnte.

Dieser kontinuierliche Wertgewinn ist für Anleger das überzeugende Argument, neben Gold auch in Silber zu investieren. Insbesondere der niedrigere Preis ermöglicht Anlegern auch zu Beginn ihrer Investitionen einen Teil in Silber anzulegen und der Inflation entgegenzuwirken. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten kaufen Menschen bevorzugt Edelmetalle. Ganz einfach zum Schutz vor Inflation und Wertverlust des Geldes.

Nach der Finanzkrise flüchteten viele Investoren in Silber und andere Edelmetalle, was zum Höchststand des Silberpreises der letzten 30 Jahre führte. Nachdem sich 2011 zum einen die Börsen wieder stabilisiert hatten, zum anderen einige Investoren ihren Gewinn im Silberpreis realisieren wollten, fiel der Silberpreis wieder. Die Dauerhaftigkeit, Wertbeständigkeit und ständige industrielle Verwendung von Silber sorgen dafür, dass es eine gute Absicherung gegen Krisen ist.

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Ist Silber also eine Art „Krisenwährung“?

Ja, denn Silber ist im Gegensatz zu Gold deutlich günstiger und somit auch für den kleinen Geldbeutel eine hervorragende Absicherung für Krisen. Sebastian Weißschnur, Finanzberater aus Köln sagt dazu „Silber erfüllt als Edelmetall das Bedürfnis nach sachwertorientierter Absicherung vor dem Hintergrund steigender globaler Verschuldung und desperater Notenbankpolitik. Neben Gold gilt Silber schon immer als Krisenwährung.“ Eine wesentliche Rolle spielt hierbei der intrinsische Wert des Silbers. Denn es ist selten und Abbau und Recycling des Edelmetalls kosten große Arbeitsleistung für Mensch und Maschinen.

Für Anleger ist auch interessant, dass Silber als Anlageklasse einfach zu verstehen ist. Insbesondere der Silberpreis ist intuitiv nachvollziehbar im Vergleich mit anderen Anlagemöglichkeiten wie Zertifikate oder Optionen. Es braucht auch keine Finanzinstitute, um in Silber zu investieren. Eine Münze oder einen Barren kann man entweder bei Scheideanstalten, Edelmetallhändlern oder auch bei der Hausbank kaufen und hat dann das Produkt direkt in den Händen. Sicherlich ist es sinnvoll, größere Mengen Silber nicht unterm Kopfkissen aufzubewahren, sondern eher in einem Tresor oder Bankschließfach.

Alles hat Vor- und Nachteile

Natürlich hat nicht Silber nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Im Vergleich zu Aktien gibt es beispielsweise keine jährliche Rendite in Form von Dividenden oder Zinserträge. Gewinne können lediglich mittels steigenden Silberpreisen, also über günstiges Kaufen und teureres Verkaufen, erzielt werden. Wer also das schnelle Geld durch eine Anlageform sucht, ist bei Silber womöglich falsch. Wobei auch der Silberpreis an der Börse mitunter größeren Schwankungen innerhalb eines Tages unterliegen kann.  

Jetzt, wo die wichtigsten Faktoren zu Silber dargestellt wurden, geht es um die tatsächliche Investition in Silber. Wer es kaufen möchte, der bezahlt im Endeffekt mit US-Dollar, da Silber in dieser Währung an den internationalen Börsen gehandelt wird. Das heißt, dass beim Kauf nicht nur der Silberpreis beobachtet werden sollte, sondern auch ein gewisses Währungsrisiko besteht.

Anleger sollten beim Silberkauf nicht nur den Silberpreis beachten

Stellen Sie sich vor, der Euro-Dollar-Kurs liegt bei 1,15. Das heißt, 1 Euro entspricht 1,15 US-Dollar. Würde eine Unze Silber 25 US-Dollar kosten, so müssten circa. 21,25 Euro investiert werden. Gleiches gilt auch für den Verkauf. Der Preis wird abermals in US-Dollar ermittelt. Würde ein Euro jetzt nur noch 1,10 US-Dollar Wert sein, würde die Anlage in einer Unze nur noch einem Wert von ca. 23,37 US-Dollar entsprechen. Der Silberpreis selbst bleib in diesem Beispiel jeweils derselbe. Wichtig zu wissen ist, dass der Kauf von Silber in physischer Form als Münze, oder Barren auch mit einem gewissen Währungsrisiko durch den US-Dollar einhergeht.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Silber zwar größeren Schwankungen unterliegt wie Gold (Der Goldpreis in 10 Jahren), aber nie komplett an Wert verloren hat. Vor allem in Krisenzeiten vertrauen viele Menschen Edelmetallen mehr als Wertpapieren, um sich vor Inflation zu schützen. Durch diese erhöhte Nachfrage steigt der Silberpreis an. Sobald sich die Lage wieder entspannt, sinkt auch der Silberpreis.

Wo steht denn nun der Silberpreis in 10 Jahren?

Wo der Silberpreis in 10 Jahren steht, kann rein preislich nicht vorhergesagt werden. Allgemein sind Prognosen über zukünftige Entwicklungen nur schwer zu treffen und sind stets mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Ob der Silberpreis wahrscheinlich höher oder niedriger liegen wird als heute, kann zumindest vom heutigen Zeitpunkt, und unter Berücksichtigung historischer Daten, abgeleitet werden. Der Tagespreis von Silber stieg über die letzten 10 Jahren trotz einiger Schwankungen deutlich an.

Dieser schleichende Wertgewinn bei den Tagespreisen dürfte auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten anhalten. Zumindest gibt es aus rein fundamentaler und technischer Sicht keine Anzeichen, dass der Silberpreis massiv unter Druck gerät. Die globale Gemeinschaft steht vor vielen Herausforderungen. Politisch als auch wirtschaftlich. Mit Krisen ist dabei (leider) zu rechnen. Und Krisen bedeuten häufig eine Flucht in Edelmetalle und damit Preisgewinne bei Silber. Daher kann mit gewissen Vorbehalten prognostiziert werden, dass der Silberpreis in 10 Jahren höher liegen wird als heute.

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