Siemens Energy-Aktie: Chance vertan!

Nach erneuter Gamesa-Gewinnwarnung wird der Chefposten bei der Siemens-Energy-Windkrafttochter neu besetzt. Der Mutterkonzern hat vorerst eine Chance vertan.

Nach nicht einmal zwei Jahren ist es schon wieder so weit: Bei der Siemens-Energy-Tochter Gamesa muss der Chef seinen Hut nehmen. Zwei Gewinnwarnungen innerhalb von 6 Monaten haben den Unternehmenslenker Andreas Nauen seinen Job gekostet. Der designierte neue CEO Jochen Eickholt kommt geradewegs aus dem Vorstand des Mutterkonzern.

Vor knapp drei Wochen hatte die spanische Windkrafttochter Siemens Energy einmal mehr einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Gamesa musste seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr (per Ende September) nach unten korrigieren – wegen Lieferkettenproblemen, steigenden Kosten, Projektverzögerungen und Mängeln an seiner Landturbine. Im ersten Quartal schrieb Turbinenbauer millionenschwere Verluste.

Bei den Münchener ist der Unmut nun groß über das defizitäre Treiben der Tochtergesellschaft. Dabei sollte im Windkraft-Geschäft der Spanier die Zukunft von Siemens Energy liegen. Nun ist aus dem Hoffnungsträger Gamesa ein Sorgenkind geworden. Auch Anlegern sehen den Turbinenbauer nun mit Sorge.

Übernahmegerüchte: Gamesa-Aktie erholt sich

Was Siemens Energy tun könnte, um die Windkraft-Tochter wieder auf Kurs zu bringen, darüber wurde am Markt schon viel spekuliert. Das Problem: Mit seiner Zwei-Drittel-Mehrheit hat Mutterkonzern nur bedingt Einfluss auf die operativen Entscheidungen bei Gamesa. Man müsste die spanische Tochter schon komplett übernehmen, um durchgreifen und das Geschäft schnell restrukturieren zu können.

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Die Nachrichtenagentur Reuters hatte die Gerüchte über einen derartigen Coup zuletzt weiter angefüttert. „Unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen“ berichtete das News-Outlet, dass Siemens Energy diesen Schritt nun tatsächlich erwägt. Eine mögliche Transaktion könne demnach bis zum Sommer abgeschlossen werden.

Nachdem die Aktien der beiden Unternehmen aufgrund der Gewinnwarnungen zunächst um rund 15% eingebrochen sind, konnte sich der Gamesa-Titel durch das Übernahme-Gerücht vom Kursschock mehr oder weniger erholen.

Viele Baustellen bei der spanischen Tochter

Der neue Gamesa Chef Eickholt wird eine Menge leisten müssen, um den Windturbinenbetreiber wieder flott zu machen. Priorisierung muss dabei das seit Jahren schwächelnde Onshore-Turbinen-Geschäft haben.

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Die zu Fixkosten geschlossenen Projektverträge wirken sich in dem Segment inzwischen nachteilig für die Siemens-Energy-Tochter aus. Beim Hochlauf der neuen Landturbine 5.X hakt es zudem aufgrund technischer Mängel gewaltig. Mit Blick auf lukrative Service-Verträge könnte der Onshore-Bereich für das Unternehmen noch sehr wichtig werden.

Maßnahmen zur Stabilisierung hatte der Ex-Chef Nauen bereits angekündigt. Um die hohen Kosten aufzufangen, dringt Gamesa bei seinen Kunden auf Preiserhöhungen. Weitere Schritte müssen auch eingeleitet werden, um den steigenden Kosten in der Lieferkette zu begegnen und die Personalkosten unter Kontrolle zu halten. Es gibt zudem Überlegungen, sich von der Windanlagen-Pipeline in Südeuropa zu trennen. Das hätte zumindest kurzfristig einen positiven Effekt auf das Ergebnis.

Das flasche Signal

Mit der Ernennung von Siemens-Energy-Vorstand Eickholt zum Gamesa-CEO steigert der Mutterkonzern seinen Einfluss bei der spanischen Tochter sofort und ohne einen einzigen Cent zu zahlen. Mit dem Schritt signalisieren die Münchener, den Turnaround in der Windkraft-Sparte zunächst ohne eine Komplettübernahme versuchen wollen.

Ich sehe das als ein fatales Signal und eine vertane Chance. Denn nur wenn Siemens Energy das Windkraft-Geschäft unter volle Kontrolle bringen würde, wären Restrukturierungen im erforderlichen Umfang möglich. Nur so könnten synergetische Effekte erzielt werden, um Kosten nachhaltig einzusparen. Maßnahmen wie der Verkauf der südeuropäischen Turbinen-Pipeline schaden hingegen der Unternehmensentwicklung und dienen einzig dazu, die Bilanzen kurzfristig aufzupolieren.

Die Perspektiven von Siemens Energy in der Windkraftbranche belieben derweil gut. Damit die EU ihre neuen Klimaziele erreichen kann, sind laut Branchenverband Wind Europe in den nächsten 10 Jahren 450 Gigawatt an neuen Windkraftkapazitäten erforderlich. Aktuell kommen jährlich etwa 15 Gigawatt hinzu, somit gibt es viel Aufwärtspotenzial.

Um die Trendwende zu schaffen, wäre es an der Zeit, das unrentable Eigenleben von Gamesa zu beenden. Allzu viel Zeit bleibt dafür nicht mehr.

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