Sieben Milliarden US-Dollar für die Aktionäre – eine gute Entscheidung?

Lange Zeit waren die großen Ölproduzenten Garanten für hohe Dividendenrenditen. Doch mit dem deutlichen Kursrückgang des Ölpreises seit Mitte 2014 begannen die Probleme.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nachdem wir uns letzte Woche den Tabaksektor und seine Dividendenentwicklung angesehen haben, werfen wir in dieser Ausgabe einen Blick auf den Ölsektor. Lange Zeit waren die großen Ölproduzenten Garanten für hohe Dividendenrenditen.

Doch mit dem deutlichen Kursrückgang des Ölpreises seit Mitte 2014 begannen die Probleme vieler Ölfirmen. Dies gipfelte im starken Kursverfall des Ölpreises, ausgelöst durch die Corona Pandemie, im Frühjahr 2020.

Doch mittlerweile haben sich die Ölpreise wieder deutlich erholt. Gilt dies auch für die Dividenden der großen Ölunternehmen?

Massive Dividendenkürzungen im Jahr 2020

Ein gutes Beispiel um das Herauszufinden ist die Aktie von Royal Dutch Shell.

Über Jahre hinweg war das Papier beliebt bei Dividendenjägern, versprach es doch hohe Renditen und kontinuierliche Ausschüttungen. Doch dies änderte sich schlagartig mit der ersten Quartalsdividende in 2020.

Der Ausschüttungsbetrag wurde von zuvor 0,47 US-Dollar auf nur noch 0,16 US-Dollar pro Aktie drastisch gekürzt. Dies entsprach einer Dividendenkürzung von mehr als der Hälfte!

Der drastische Ölpreisverfall durch die Corona Pandemie hinterließ massive Spuren in den Bilanzen der Ölkonzerne. Kaum ein europäisches Unternehmen der Branche konnte die Ausschüttungen stabil halten.

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Eine der wenigen Ausnahmen war der französische Ölkonzern Total, hier sank die Jahresdividende von 2,68 Euro pro Aktie in 2019 nur minimal auf 2,64 Euro in 2020.

Doch auch ohne die Coronakrise hätten die Unternehmen wohl nicht die hohen Dividendenniveaus halten können, zu stark war der Ölpreis in den Jahren zuvor schon gefallen.

Wie sieht die Lage nun aktuell aus? Sind die Dividenden mit der Erholung des Ölpreises und der Gesamtwirtschaft wieder gestiegen?

Ausschüttungen vor Corona bleiben unerreicht

Beim Blick auf Royal Dutch Shell wird deutlich, dass die Dividendenausschüttungen wieder im Steigen begriffen sind.

Zahlte Royal Dutch Shell im ersten Quartal dieses Jahres noch einen Betrag von 0,1735 US-Dollar pro Aktie aus, waren es im zweiten Quartal bereits wieder 0,24 US-Dollar pro Anteilsschein.

Dies entspricht immerhin einer Erhöhung um 38 Prozent. Gehen wir davon aus, dass dieser Betrag zumindest in den nächsten Quartalen gehalten werden kann, dann entspricht das beim derzeitigen Kursniveau einer Dividendenrendite von rund 4,6 Prozent p.a.

Eine recht ordentliche Verzinsung, welche oberhalb der aktuellen Inflation liegt. Es wird aber auch deutlich, dass Royal Dutch Shell gerade mal die gute Hälfte des ursprünglichen Betrages vor der Coronakrise von 0,47 US-Dollar zahlt.

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Ein langer Weg also bis zu den alten Höhen und ob diese jemals wieder erreicht werden, bleibt fraglich.

Denn die Ölkonzerne stehen massiv unter Druck, ist ihr Hauptgeschäft doch das mit fossilen Brennstoffen.

Und genau von diesen will und muss sich die Welt möglicherweise viel schneller verabschieden, als wir uns vorstellen können bzw. uns lieb ist. Daher ist aktuell eine sehr spannende Phase in der Ölindustrie zu beobachten.

Wer von den großen Konzernen schafft es, den Umbau weg von Öl und Gas hin zu erneuerbaren Energien so zu gestalten, dass die Rendite für die Aktionäre möglichst nicht leidet und das Unternehmen sich gleichzeitig für eine CO2 neutrale Zukunft solide aufstellt?

Geldregen bei Royal Dutch Shell?

Diese spannende Frage lässt sich heute noch nicht beantworten, genauso wie sich heute und morgen Öl und Gas noch nicht komplett ersetzen lassen.

Aber Tendenzen, wie gut einem Unternehmen dieser Wandel gelingt und wie fähig das Management auf eine grüne Zukunft hinarbeitet, können Sie und ich bereits heute schon beobachten.

So verkündete Royal Dutch Shell in dieser Woche, dass es für 9,5 Milliarden US-Dollar ein Schiefergasvorkommen an den Rivalen ConocoPhillips verkauft.

Die Erlöse aus diesem Geschäft sollen zum größten Teil, genauer gesagt sieben Milliarden US-Dollar, wohl in Aktienrückkäufe gesteckt, der Rest zur Stärkung der Unternehmensbilanz eingesetzt werden.

Als ich dies im ersten Moment las, dachte ich mir, das klingt gut, denn schließlich kommt ein Aktienrückkaufprogramm ja den Aktionären zugute. Wenn die Anzahl der verfügbaren Aktien sinkt, dann erhöht sich bei einer gleichbleibenden Ausschüttungssumme die Dividende pro Aktie.

Im gleichen Moment stellte ich mir die Frage, ob es nicht langfristig noch besser wäre, wenn das Management die sieben Milliarden US-Dollar in den Ausbau des Geschäftes mit erneuerbaren Energien steckt. Wäre dies nicht viel nachhaltiger für alle, als nur das kurzfristige Glück der Aktionäre im Fokus zu haben?

Nicht dass Sie mich falsch verstehen, auch ich möchte, dass ich als Aktionär zusammen mit dem Umweltaspekt nach wie vor im Vordergrund stehe und ich mit den Dividendenerträgen meiner Wertpapiere verlässlich rechnen kann.

Auf der anderen Seite wäre ich auch bereit, mich eine gewisse Zeit mit konstanten Dividenden zufrieden zu geben, wenn das Geld clever investiert wird und damit auch die Dividenden in den nächsten Jahren für mich gesichert werden.

Wenn dies dann auch noch der Umwelt dienlich ist, dann würde aus einem Unternehmen wie Royal Dutch Shell für mich schon fast ein grünes Investment!

Leider hat sich das Management in meinen Augen in diesem Fall nicht für eine grüne Zukunft entschieden. Genauso wenig wie das von ConocoPhillips, welches mit dem Kauf weiterhin auf fossile Brennstoffe setzt. Irgendwie schade!

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit investiert.

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