Schnäppchenjagd auf der Seidenstraße (Teil 2)

Letzte Woche gab ich Ihnen eine Übersicht über die interessantesten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Zentralasiens bevölkerungsreichstem Land, Usbekistan. Mittlerweile machte das Land auch international Schlagzeilen, denn eine von Usbekistan angebotene Anleihenzeichnung war 17-fach (!) überzeichnet.

Während meiner Reise nach Usbekistan traf ich mich mit Ministern, Bankern und erfolgreichen Unternehmern in den beiden wichtigsten Kommerzstädten des Landes, Samarkand und Taschkent. Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, wie wichtig es ist, solche Länder auf dem Investmentradar zu haben.

Wer überdurchschnittliche Renditen erzielen möchte, ist gut beraten, Pionierländer wie Usbekistan näher unter die Lupe zu nehmen. Ein gutes Beispiel aus dem realen Wirtschafts- und Investorenleben ist Kamol Abdulloev, den man durchaus als den „Teppichkönig von Usbekistan“ bezeichnen könnte.

Eine globale Erfolgsgeschichte, versteckt in der Provinz Usbekistans

Wer sich seiner Vorurteile über Länder wie Usbekistan entledigen und sich stattdessen ein realistisches Bild der dortigen Investmentchancen machen möchte, ist gut beraten, einmal die Fabrik von Kamol zu besichtigen.

Dort stehen reihenweise modernste Maschinen aus Deutschland, und auch ansonsten ließe sich nicht erkennen, dass man sich hier in einem Entwicklungsland befindet. Vielmehr bekommt man durch den Besuch der Anlagen ein Gespür dafür, was in einem solchen Land eben noch möglich ist.

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Im Jahr 2000 hatte Kamol gerade mal 40 Mitarbeiter, die in einer kleinen Anlage von Hand Teppiche woben. Heute hat er über 10.000 Mitarbeiter, quer über Usbekistan verteilt. Sein Unternehmen, SAG Gilamlari, ist zu einem Unternehmen von Weltformat herangewachsen:

  • SAG wurde aus dem Nichts heraus zum weltweit viertgrößten Teppichhersteller.
  • Das Unternehmen verkauft sogar Teppiche nach Afghanistan. Da kommt einem der berühmte Witz „Schnee an die Eskimos zu verkaufen“ in den Sinn.
  • In seinen Fabriken laufen jeden Tag zwischen 5.000 und 6.000 Teppiche vom Band.

Wie Kamol diese unternehmerische Meisterleistung vollbracht hat?

Er machte sich eben die Vorteile zugute, die man in dieser Form nur in Pioniermärkten und Schwellenländern finden und nutzen kann:

  • Wettbewerb gab es in Usbekistan in der Stunde Null nach der Sowjet-Zentralwirtschaft praktisch nicht.
  • Die Lohnkosten waren verschwindend gering, gleichzeitig gab es in der Bevölkerung viele gebildete Facharbeiter.
  • Aufgestaute lokale Nachfrage, bedingt durch die junge Bevölkerung und die Bildung neuer Haushalte, verhalf dem lokalen Teppichmarkt zu einem ersten Wachstumsschub.

In weniger als 20 Jahren wurde aus Kamol ein wohlhabender Mann, der es nunmehr mit Unternehmern aus entwickelten Ländern der Welt aufnehmen kann.

SAG Gilamlari ist auch ein gutes Beispiel dafür, wieso es sich lohnen kann, in diese Art von Ländern zu investieren. Gemeinsam mit einigen anderen Schwellenland-Investoren, die mit mir auf dieser Reise waren, habe ich eine Liste aufgestellt, welche Vorteile diese Länder Anlegern bieten können.

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10 Gründe, um in Pioniermärkte und Schwellenländer zu investieren

  1. Höhere Wachstumsraten: Während die Politiker westlicher Industrienationen meist schon froh sind, wenn sie 2% oder 2.5% jährliches Wirtschaftswachstum erzielen, liegt die Wachstumsrate in weniger entwickelten Ländern wegen des Basiseffekts und der ehrgeizigen, erfolgshungrigen Bevölkerung oft bei 5% bis 6% p.a. In Einzelfällen werden in manchen Jahren sogar jährliche Wachstumsraten von 10% bis 12% erzielt. In einem solchen wirtschaftlichen Umfeld gelingt es Unternehmen natürlich viel eher, hohe Zuwächse bei Umsatz und Ertrag zu erzielen.
  2. Niedrige Bewertungen: Pioniermärkte und Schwellenländer haben weniger Zugang zu Kapital. Weil es weniger Wettbewerb um gute Investments gibt, liegen die Bewertungen meist deutlich niedriger.
  3. Große Chancen in risikoarmen Basisbranchen: In westlichen Industrieländern müssen Sie in riskante Branchen wie Pharma oder High-Tech investieren, um Ihr Geld um den Faktor 10, 20 oder 50 zu vermehren. In Pionier- und Schwellenländern reicht es meist schon, auf relativ risikoarme Basisbranchen wie Zement, Konsumgüter oder Einzelhandel zu setzen. Ein guter Freund von mir war CEO einer Bank in einem solchen Land, und unter seiner Führung legte die Aktie seines Bankhauses in nur vier Jahren um den Faktor 180 (!) zu. Dabei bot die Bank eigentlich nur relativ normale Dienstleistungen für ganz gewöhnliche Kunden an. Mit Bankenaktien aus Europa oder Amerika wäre eine solche Performance unmöglich gewesen.
  4. Günstige Bevölkerungsdaten: In Usbekistan sind 55% der Bevölkerung jünger als 30 Jahre. Das bedeutet Hausbau, Erstausstattungsbedarf und jugendlicher Optimismus. Deswegen gibt es dann auch die oben genannten höheren Wachstumsraten.
  5. Keine Schuldenblase: In Europa vergeht kein Tag ohne neue Schlagzeilen über die Finanzkrise von Ländern wie Italien, wo die Staatsschulden bereits 131% der Wirtschaftsleistung ausmachen. In Usbekistan liegt die Staatsverschuldung nur bei 13% der Wirtschaftsleistung. Italien steht finanziell auf der Kippe, Usbekistan dagegen hat kein Problem mit Schulden. Welches Land ist demnach riskanter als Anlagedestination, Italien oder Usbekistan?
  6. Geringe Korrelation: Zwischen den Börsen in Pionier- und Entwicklungsländern und den großen Weltbörsen besteht nur eine relative geringe Korrelation. Wenn es an den Leitbörsen gerade mal nicht vorwärts geht (oder die Kurse vielleicht sogar sinken), lässt sich an den wenigen bekannten Börsen der Welt oft gutes Geld verdienen.
  7. Mangelnde Transparenz als Chance: Die Aktienmärkte weniger entwickelter Länder haben fast immer ein Transparenzproblem. Wenn Sie es aber schaffen, durch lokale Kontakte an bessere Informationen über die dortigen Unternehmen zu gelangen, verwandelt sich das Problem in einen Informationsvorsprung.
  8. Urbanisierung: In Pionier- und Schwellenländern gibt es oft eine starke Tendenz, in die Landeshauptstadt zu ziehen. In Usbekistan wohnt derzeit nur 8% der Bevölkerung in der Hauptstadt, weil der Zuzug in die größte Stadt des Landes früher streng reguliert war. Mittlerweile gibt es diese Restriktionen nicht mehr. Wer in Taschkent in Immobilien investiert oder in Unternehmen, welche die wachsende lokale Bevölkerung bedienen, wird wahrscheinlich von ziemlich guten Wachstumsraten profitieren.
  9. „Hot money“: Wenn ein Pionier- oder Schwellenland erst einmal entdeckt ist, kommt es meist zu einer spekulativen Welle durch ausländische Kapitalzuflüsse. Die Bewertungen erreichen dann oft völlig überzogene Relationen. Wer zu diesem Zeitpunkt seine frühzeitig gekauften Aktien verkaufen kann, erzielt manchmal geradezu spektakuläre Gewinne.
  10. Höhere Dividendenrendite: Die einheimischen Investoren in Pionier- und Schwellenländern legen meist einen höheren Wert auf maximale Dividendenausschüttungen. Deswegen gibt es in diesen Ländern oft sehr attraktive Dividendenrenditen, was Anleger, deren Fokus auf laufenden Kapitalerträgen liegt, für sich ausnutzen können.

Sicher gibt es noch weitere Gründe, und diese Liste ist naturgemäß etwas verallgemeinert. Hiermit wollte ich Ihnen jedoch schon einmal eine erste Übersicht geben. Pionier- und Schwellenländer sind zwar nicht der Schwerpunkt meines Blogs auf Undervalued-Shares.com. Allerdings beschäftige ich mich doch regelmäßig mit diesen Märkten, aus genau den oben genannten Gründen.

„Klar, aber wie kann man als Normalanleger dabei mitverdienen?“

Derzeit ist es in der Tat nicht möglich, einfach die Deutsche Bank oder Online-Broker wie Consors anzurufen, um an der Börse von Taschkent in lokale Aktien zu investieren.

Es gibt zwar bereits über 200 börsennotierte Unternehmen in Usbekistan, und nach Schätzung einiger meiner Gesprächspartner werden bald noch 50 weitere dazukommen. Die Börse ist jedoch noch nicht an das internationale Clearing-System angeschlossen.

Wie aber fast immer gibt es clevere Lösungen, um dieses Problem zu umgehen:

In der nächsten Woche liefere ich Ihnen eine Übersicht:

  • Welche Art von Opportunitäten Sie an der Börse Taschkent finden können.
  • Welche Usbekistan-bezogenen Investments Sie schon heute an der Börse London handeln können.
  • Mit wem Sie sprechen müssen, um von der ersten Stunde an bei einem neuen Usbekistan-Fonds mit Börsennotiz in London dabei zu sein.

Wir sehen uns nächste Woche, bis dahin!

Viele Grüße

Swen Lorenz
Undervalued-Shares.com

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