In Kolumbien erlebt Zijin Mining derzeit ein Wechselbad aus juristischem Streit und neuen operativen Chancen. Während Kolumbiens Nationale Bergbauagentur dem Bergbaukonzern neue Verträge für strategische Mineralien zusprach, verschärfte die Regierung in Bogotá am Donnerstag ihre Vorwürfe rund um die Goldmine Buriticá.
Für das chinesische Rohstoffunternehmen prallen in dem südamerikanischen Land damit Zukunftsoptionen und gravierende Sicherheitsrisiken direkt aufeinander.
Neue Explorationsverträge für strategische Rohstoffe
Am Freitag teilte die kolumbianische Bergbauagentur mit, dass Zijin Mining zu den Unternehmen zählt, die Zuschläge für die Exploration und Ausbeutung strategischer Mineralien erhalten haben.
Laut Reuters umfassen die vergebenen Verträge ein geplantes Gesamtinvestitionsvolumen von 54 Milliarden Pesos, was umgerechnet 16,8 Millionen US-Dollar entspricht. Wie hoch der Anteil von Zijin Mining an dieser Gesamtsumme ausfällt, geht aus den Angaben nicht hervor.
Der Zuschlag zeigt jedoch, dass die Behörden den Konzern trotz anhaltender Meinungsverschiedenheiten weiterhin in die Erschließung strategischer Rohstoffvorkommen einbinden.
Scharfe Töne im Konflikt um Buriticá
Deutlich angespannter stellt sich die Lage an der Goldmine Buriticá dar. Kolumbien warf Zijin Mining am Donnerstag vor, Anlegern ein übertrieben optimistisches Bild der dortigen Sicherheitslage vermittelt zu haben. Zugleich fordert der Konzern von dem südamerikanischen Staat Schadenersatz für Sicherheitsprobleme vor Ort.
Zijin Mining verweist darauf, dass Angriffe im Umfeld des illegalen Bergbaus zu Opfern unter den Beschäftigten sowie zu schweren wirtschaftlichen Verlusten geführt haben. Eine offizielle Erwiderung des Unternehmens auf die Regierungsvorwürfe wird im November erwartet.
Verhandlungen über Verarbeitung und Rohstofftechnik
Abseits des Engagements in Südamerika lotet die Unternehmensführung technologische Kooperationen aus. Am 30. September trafen sich die Vorstandsvorsitzenden von Zijin Mining und der GRINM Group zu Gesprächen über eine Zusammenarbeit bei der Rückgewinnung kritischer Metalle, der Biometallurgie und fortschrittlichen Werkstoffen. Konkrete Projekte, Investitionen oder verbindliche Abkommen wurden bei diesem Austausch allerdings noch nicht beschlossen.
An der Börse notiert die Aktie von Zijin Mining derzeit bei 3,72 Euro, womit das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von 35,87 Milliarden Euro kommt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,05 Euro trennt den Titel damit ein Abstand von 26 Prozent. Nach den jüngsten Weichenstellungen in Kolumbien richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die für November anstehende Antwort im Streit um das Projekt Buriticá.
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