Nebius hebt die Preise für seine GPU-Rechenleistung um rund 30 Prozent an — wirksam ab Juni. Das ist kein Routineschritt. Es zeigt, wie stark die Nachfrage nach KI-Infrastruktur derzeit das Angebot übersteigt.
Bloom Energy, Pennsylvania, Missouri: Kapazität auf allen Fronten
Den Ausbau treibt Nebius mit Nachdruck voran. Mit Bloom Energy schloss das Unternehmen einen Rahmenvertrag über Brennstoffzellen-Kapazitäten ab. Der Deal hat ein Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Dollar über drei Zehnjahresphasen und liefert 328 Megawatt installierte Leistung — davon rund 250 Megawatt garantiert, betriebsbereit bis Ende 2026.
Parallel dazu baut Nebius sein Rechenzentrum-Netz aggressiv aus. In Pennsylvania entsteht ein KI-Fabrikstandort mit 1,2 Gigawatt Kapazität. In Independence, Missouri, hat das Unternehmen kürzlich den Grundstein für ein weiteres Gigawatt-Projekt gelegt. Hinzu kommt ein Colocation-Standort in Spanien.
Das Ergebnis: Nebius erhöhte seine Zielmarke für vertraglich gesicherte Leistung bis Ende 2026 auf über 4 Gigawatt — nach zuvor 3 Gigawatt.
Umsatz explodiert, Verluste bleiben
Im ersten Quartal 2026 erzielte Nebius einen Umsatz von 399 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettoverlust lag bei 100 Millionen Dollar.
Für das Gesamtjahr hält das Management an seiner Prognose fest: ein annualisierter wiederkehrender Umsatz zwischen 7 und 9 Milliarden Dollar. Die Investitionsbudgets steigen auf 20 bis 25 Milliarden Dollar — das Geld fließt in Kapazitäten für 2027 und in bestehende Kundenverpflichtungen.
Die Finanzierungsbasis ist solide. Nebius schloss das Quartal mit 9,3 Milliarden Dollar in bar ab. Im Quartal selbst flossen über 6 Milliarden Dollar frisches Kapital herein: 4,3 Milliarden Dollar über Wandelanleihen und 2 Milliarden Dollar als Direktinvestition von Nvidia.
Bewertung nähert sich CoreWeave
Die Aktie hat in diesem Jahr 176 Prozent zugelegt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 58,6 Milliarden Dollar — damit rückt Nebius dem Konkurrenten CoreWeave spürbar auf die Pelle.
Analysten vergeben mehrheitlich ein Kaufvotum. Die Kursziele streuen erheblich: Der Durchschnitt liegt je nach Aggregation zwischen 195 und 238 Dollar. Ein Analyst hob sein Ziel zuletzt auf 415 Dollar an — deutlich über dem aktuellen Kurs von 226 Dollar.
Langfristig will Nebius EBIT-Margen von 20 bis 30 Prozent erreichen. Ankerpunkte dafür sind Großverträge mit Meta und Microsoft, gegen die das Unternehmen künftig auch Asset-backed-Finanzierungen aufnehmen will. So soll der Kapitalausbau ohne weitere Verwässerung der Aktionäre gelingen.
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