Die Ölmärkte zeigen am Donnerstag ein ungewöhnliches Bild: Während Brent-Futures um 6,8 Prozent auf 114,71 Dollar pro Barrel kletterten, legte WTI lediglich um 0,2 Prozent auf 96,47 Dollar zu. Die Differenz zwischen beiden Benchmarks weitete sich damit auf rund 18 Dollar aus. Hintergrund sind verschärfte Angriffe des Iran auf Energieanlagen arabischer Golfstaaten, nachdem Israel das iranische Gasfeld South Pars ins Visier genommen hatte.
Rohöl Brent Chart
Nahost-Benchmarks zeigen die wahre Knappheit
Analysten von JPMorgan weisen in einer aktuellen Einschätzung darauf hin, dass die etablierten Benchmarks Brent und WTI die tatsächliche Marktlage nur unzureichend abbilden. „Benchmarks aus dem Nahen Osten wie Dubai und Oman bieten eine genauere Darstellung der physischen Verwerfungen“, schreiben sie. Beide Sorten handeln derzeit bei etwa 155 Dollar pro Barrel und verdeutlichen damit die Schwere der Knappheit bei Öl aus der Golfregion.
Die relative Stabilität von Brent und WTI sollte nicht als Zeichen für ausreichendes globales Angebot missverstanden werden, warnen die Analysten. Vielmehr würden regionale Lagerüberhänge, die Zusammensetzung der Benchmarks und politische Interventionen einen temporären Puffer schaffen. Rebecca Babin, Senior Energy Trader bei CIBC Private Wealth, erklärt gegenüber Bloomberg News: „Dubai handelt bei etwa 150 Dollar und spiegelt die physische Realität der Knappheit in der Region wider, während WTI eher Erwartungen über mögliche Regierungseingriffe abbildet.“
Neubewertung droht bei anhaltender Blockade
Sollte die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werden, dürfte diese Divergenz nicht von Dauer sein. JPMorgan warnt: „Brent und WTI werden letztlich höher bewertet werden müssen, wenn die Lagerbestände im atlantischen Raum abgebaut werden und der globale Markt gezwungen ist, sich auf einem wesentlich engeren Angebotsniveau einzupendeln.“
Die Analysten verweisen auf mögliche Regierungsmaßnahmen wie strategische Reservefreigaben, Exportbeschränkungen oder steuerliche Anpassungen, die darauf abzielen könnten, mehr Öl im Inland zu halten. Diese Erwartungen dämpfen derzeit die Preise der westlichen Benchmarks.
Für Anleger stellt sich die Frage, wie lange dieser künstliche Puffer halten kann. Die Preisdifferenz von fast 40 Dollar zwischen Dubai und WTI lässt sich kaum dauerhaft aufrechterhalten, wenn die geopolitischen Spannungen anhalten und die physische Knappheit zunimmt.
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