WisdomTree Silver 3x: Silber fällt auf 58 Dollar

Ein Silber-Hebel-ETF erlebt heftige Tagesausschläge, während der Silberpreis seit Januar um fast die Hälfte gefallen ist. Der Volatilitätszerfall verschärft die Verluste.

Auf einen Blick:
  • Tägliche Schwankungen von über 16 Prozent
  • Silberpreis seit Januar nahezu halbiert
  • Fed-Politik belastet Edelmetallmärkte
  • Volatilitätszerfall zehrt Kapital auf

Ein Tag Plus 16,76 Prozent, ein Tag später minus 3,23 Prozent: Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETF zeigt gerade, was Hebelprodukte in unruhigen Märkten anrichten können. Am Freitag fiel das Papier auf 7,42 US-Dollar, nachdem es am Donnerstag noch bei 7,66 US-Dollar geschlossen hatte. Über sieben Tage steht ein Minus von 13,15 Prozent, über 30 Tage sogar von 27,20 Prozent zu Buche.

Der Silberpreis bricht ein

Hinter der Achterbahnfahrt steckt eine drastische Wende am Silbermarkt. Von einem Rekordhoch bei 121,62 US-Dollar je Feinunze Ende Januar ist der Preis bis zum 10. Juli auf etwa 58 US-Dollar gefallen. Damit hat sich der Wert des Edelmetalls binnen eines halben Jahres nahezu halbiert.

Auslöser ist die Geldpolitik der US-Notenbank. Die Fed hält an ihrem restriktiven Kurs fest und enttäuscht damit Markterwartungen, die für 2026 Zinssenkungen eingepreist hatten. Die Sitzungsprotokolle der Fed vom Juni zeigten ein tief gespaltenes Gremium bei der Frage möglicher Zinserhöhungen. Für Edelmetalle fiel damit ein wichtiger Kurstreiber weg.

Warum der Hebel-Effekt die Verluste verschärft

Der ETF soll die dreifache Tagesperformance des Solactive Silver Commodity Futures Index abbilden. Das Problem: Der tägliche Reset-Mechanismus sorgt dafür, dass sich die Rendite über längere Zeiträume deutlich von der einfachen Verdreifachung des Basiswerts entfernen kann.

Fachleute nennen diesen Effekt Volatilitätszerfall. Er trifft Hebelprodukte besonders hart in schwankungsreichen oder fallenden Märkten und kann Kapital über Zeit schleichend aufzehren. Die annualisierte Volatilität des Fonds liegt bei 157,49 Prozent über die vergangenen 30 Tage — ein Wert, der die Risiken der Konstruktion unterstreicht.

Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache

Auf lange Sicht bleibt das Bild für Silber uneinheitlich. Notenbanken kaufen weltweit weiter Gold in großem Stil, die Entdollarisierung in Schwellenländern hält an. Für 2026 rechnen Marktbeobachter mit dem sechsten Angebotsdefizit in Folge, geschätzt auf 46 Millionen Unzen.

Die Industrienachfrage stützt den Markt zusätzlich. Solarmodule, Elektronik, Elektrofahrzeuge und 5G-Infrastruktur treiben den Verbrauch. Einige Analysten erwarten deshalb bis Jahresende eine Erholung des Silberpreises auf 75 bis 85 US-Dollar je Unze — vorausgesetzt, die Industrienachfrage bleibt stabil und das Anlegerinteresse an Edelmetallen kehrt zurück.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs testet gerade eine kurzfristige fallende Trendlinie sowie den EMA50. Relative-Stärke-Indikatoren zeigen eine bärische Divergenz, ein Warnsignal für schwächelndes Aufwärtsmomentum. Der 14-Tage-RSI des ETF steht bei 35,7 und nähert sich damit überverkauftem Terrain.

Der Fonds verwaltet ein Vermögen von 330 Millionen Euro und verlangt eine Managementgebühr von 0,99 Prozent. Aufgrund der täglichen Hebelwirkung und der Zinseszinseffekte gilt das Produkt als Werkzeug für kurzfristige Handelsstrategien — nicht als langfristige Anlage.

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