WisdomTree Silver 3x: Fed-Test am 16./17. Juni nach Inflationsdaten

Gehebelter Silber-ETC verliert binnen einer Woche über 28 Prozent. Starke US-Arbeitsmarktdaten und Zinsängste belasten Edelmetalle massiv.

Auf einen Blick:
  • Wöchentlicher Kursverlust von 28,4 Prozent
  • US-Jobdaten lösen Zinsängste aus
  • Physischer Silbermarkt bleibt angespannt
  • Analysten uneins über Preisentwicklung

Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht zieht Edelmetalle massiv nach unten. Besonders hart trifft es gehebelte Papiere. Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged verlor innerhalb von sieben Tagen 28,39 Prozent. Das Papier schloss am Montag bei 12,23 US-Dollar. Die extreme Schwankungsbreite zeigt sich deutlich. Die annualisierte Volatilität liegt bei über 128 Prozent.

Zinsangst treibt die Märkte

Der jüngste Preisverfall bei Silber hat einen klaren Auslöser. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen. Das ist doppelt so viel wie erwartet. Investoren reagierten prompt. Sie preisen nun eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen ein.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterten auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Das macht unverzinsliche Edelmetalle für Anleger unattraktiver. Silber gab daraufhin stark nach. Selbst die jüngste Eskalation im Nahen Osten konnte den Preisverfall nicht stoppen.

Strukturelles Defizit stützt den Markt

Trotz der aktuellen Zinsbelastung bleibt der physische Silbermarkt extrem angespannt. Die Weltwirtschaft verbraucht im sechsten Jahr in Folge mehr Silber als Minen fördern. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit einem Defizit von 46,3 Millionen Unzen.

Die industrielle Nachfrage macht rund 56 Prozent des Gesamtmarktes aus. Branchen wie Solarenergie, Elektromobilität und KI-Rechenzentren brauchen das Metall dringend. Sie drosseln ihren Verbrauch auch bei steigenden Preisen nicht. Die Folge: ein kontinuierlicher Abbau der weltweiten Lagerbestände.

Hebelwirkung und Analysten-Ausblick

Der WisdomTree-ETC verstärkt die täglichen Schwankungen des Silberpreises um den Faktor drei. Fällt der Index um ein Prozent, verliert das Produkt drei Prozent. Dieser tägliche Reset führt bei hoher Volatilität zu starken Abweichungen von der Basisrendite.

Großbanken bewerten die weitere Entwicklung völlig unterschiedlich. J.P. Morgan erwartet für 2026 einen durchschnittlichen Silberpreis von 81 US-Dollar pro Unze. Die Analysten verweisen auf das anhaltende Angebotsdefizit. UBS-Strategen sehen die Lage deutlich skeptischer. Sie erwarten eine sinkende Investmentnachfrage und verweisen auf massiv gefallene ETF-Bestände.

Die kommenden Tage bringen nun die Entscheidung. Am Mittwoch stehen die US-Inflationsdaten an. Analysten erwarten einen Anstieg auf 4,2 Prozent. Direkt danach folgt die Sitzung der US-Notenbank am 16. und 17. Juni. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, dürfte der Abwärtsdruck auf den ETC anhalten.

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