Vulcan Energy vollzieht an der Konzernspitze einen Wechsel: Angus Barker übernimmt zum 12. September das Amt des Non-Executive Chair. Er löst Francis Wedin ab, der als Executive Chair bislang die operative Führung innehatte und sich künftig als Gründer auf das Wachstumsportfolio und die Geschäftsentwicklung konzentriert. Die Ankündigung erfolgte über eine reguläre Kapitalmarktmitteilung.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Vulcan Energy hat gerade erst die Vorstudie für das zweite deutsche Projekt Ludwig abgeschlossen – ein 1,26 Milliarden Euro schweres Vorhaben im Oberrheingraben, das vor rund zwei Wochen präsentiert wurde und seither das Papier um 8,0 Prozent belastet hat.
Mit dem Führungswechsel signalisiert das Unternehmen offenbar, dass die nächste Phase – Finanzierung und Umsetzung von Ludwig neben dem laufenden Bau des ersten Projekts Lionheart – eine andere Führungsstruktur erfordert als die Gründungsphase.
Zwei Lizenzen für Lionheart als operative Basis
Parallel zum Personalwechsel hat Vulcan Energy die zweite Lithium-Förderlizenz für das Lionheart-Projekt gesichert. Die als Ilka bezeichnete Lizenz ist bis zum 9. September 2032 gültig und ergänzt die zuvor erteilte LiThermEx-Lizenz. Beide zusammen sollen einen Förderbetrieb von mindestens 30 Jahren ermöglichen – eine wichtige Voraussetzung, um die milliardenschweren Investitionen in Lionheart über die geplante Laufzeit refinanzieren zu können.
Lionheart selbst befindet sich seit Februar im Bau, finanziert über ein im Dezember 2025 fixiertes Paket von 2,2 Milliarden Euro, das Bankkredite, staatliche Zuschüsse und Eigenkapitalbeteiligungen unter anderem der KfW sowie von HOCHTIEF und Siemens Financial Services kombiniert.
Die erste Produktion ist für 2028 vorgesehen, mit einem Ausbau auf 24.000 Tonnen Lithiumchemikalien sowie 275 Gigawattstunden Strom und 560 Gigawattstunden Wärme jährlich.
Ludwig als nächste Wachstumsstufe
Das im August präsentierte Projekt Ludwig soll diese Basis erweitern: 21.100 Tonnen batteriefähiges Lithiumcarbonat pro Jahr über eine geplante Laufzeit von 30 Jahren, ein Kapitalwert nach Steuern von 1,73 Milliarden Euro und eine interne Verzinsung von 20,2 Prozent bei einem unterstellten Lithiumcarbonat-Preis von 20.588 Euro je Tonne.
Die Investitionsentscheidung für Ludwig wird für 2029 erwartet – erst nachdem Lionheart die kommerzielle Produktion aufgenommen hat. Diese sequenzielle Logik erklärt auch, warum der Markt Ludwig noch nicht als unmittelbaren Kurstreiber goutiert: Zwischen Vorstudie und Baubeginn liegen Jahre.
Kursbild bleibt angespannt
Der neue Führungswechsel ändert an der schwachen Kursverfassung zunächst wenig. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,50 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent auf Tagesbasis, und liegt damit nur noch 3,1 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,46 Euro. Der Rückstand von 30 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt zeigt, wie stark sich der mittelfristige Abwärtstrend verfestigt hat.
Für Anleger bündelt der aktuelle Moment damit zwei Erzählstränge: operativ macht Vulcan Energy mit den Lionheart-Lizenzen und der Ludwig-Vorstudie greifbare Fortschritte, während die Führungsspitze neu geordnet wird, um diese Wachstumsagenda zu managen.
Der Kapitalmarkt honoriert das bislang nicht – die Bewertung der Marktkapitalisierung von rund 698 Millionen Euro spiegelt eher Skepsis über die Finanzierungslast der kommenden Jahre wider als Zuversicht in die langfristigen Projektkennzahlen.
Vulcan Energy Resources-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vulcan Energy Resources-Analyse vom 13. September liefert die Antwort:
Die neusten Vulcan Energy Resources-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vulcan Energy Resources-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Vulcan Energy Resources: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
