Die Papiere von Voestalpine haben am heutigen Freitag deutlich zugelegt. Der Aktienkurs kletterte um 5,8 Prozent auf 44,70 Euro. Für Rückenwind sorgte eine Hochstufung durch die Schweizer Großbank UBS, die den österreichischen Stahlkonzern im Sog erwarteter Verknappungen durch strengere EU-Importquoten nach oben setzte.
Analysten sehen Spielraum bis 64 Euro
Die Analysten der UBS hoben ihre Einstufung für den Titel von „Neutral“ auf „Buy“ an. Gleichzeitig schraubte das Institut das Kursziel deutlich nach oben: Statt der bisherigen Marke von 49 Euro veranschlagen die Experten nun ein Ziel von 64 Euro.
Die optimistischere Haltung stützt sich maßgeblich auf regulatorische Rahmenbedingungen im europäischen Stahlsektor. Die Vorgaben der Europäischen Union zu Einfuhrquoten dürften das Angebot spürbar verengen. Nach Berechnungen der Bank könnten die jährlichen Stahlimporte in die Region um rund 9 Millionen Tonnen sinken. Diese Verknappung verspricht den etablierten Herstellern im Binnenmarkt spürbare Entlastung beim Preisdruck.
Dass die Schutzmaßnahmen greifen, zeigen jüngste Marktdaten zu den Importströmen. Bereits in den ersten fünf Tagen der aktuellen Quotenperiode waren die Kontingente für ausgewählte Stahlkategorien aus Lieferländern wie China, Indien und der Türkei vollständig ausgeschöpft. Bei weiteren Produktgruppen lag der Auslastungsgrad rasch bei über 70 Prozent.
Fortschritte in Bahntechnik und Dekarbonisierung
Abseits der handelspolitischen Impulse setzt der Linzer Konzern auf operative Weichenstellungen in seinen Spezialsegmenten. Am Dienstag stellte die Bahntechnik-Sparte voestalpine Railway Systems ein neues Weichenstellsystem unter der Bezeichnung zentrak UNISTAR HR vor. Die Neuentwicklung zielt auf moderne Anforderungen im Schienenverkehr ab.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die Umgestaltung seiner Produktionsstandorte voran. Am 2. Oktober startete Voestalpine gemeinsam mit dem Energieversorger VERBUND die erweiterte Wasserstoff-Pilotanlage H2FUTURE am Werksgelände in Linz. Die Ausbaustufe umfasste Systeme zur Verdichtung, Reinigung, Speicherung und Verladung von grünem Wasserstoff, wobei das Investitionsvolumen bei 16,4 Millionen Euro lag.
Zudem nahm das Unternehmen in Linz eine Kraftwerksanlage in Betrieb. Diese nutzt den Dampf aus den Kühlprozessen des künftigen Elektrolichtbogenofens zur Stromerzeugung und dient der Vorbereitung auf die für 2027 anvisierte Umstellung der Stahlherstellung.
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