Die Voestalpine-Aktie zeigt am Wiener Markt aktuell relative Stärke. Parallel dazu braut sich im Baltikum politischer Widerstand zusammen. Ein lukrativer Rahmenvertrag für das Infrastrukturprojekt Rail Baltica gerät ins Visier von Kritikern.
Kritik an Rail Baltica
Erst kürzlich sicherte sich der Stahlkonzern einen Rahmenvertrag über rund 470 Millionen Euro. Voestalpine soll High-Tech-Weichen und digitale Monitoringsysteme für das baltische Bahnprojekt liefern. Der lettische Parlamentarier Alexander Kiršteins bezeichnet das Vorhaben nun als völlig verspätet und unnötig. Er fordert den Ausbau von Autobahnen statt der neuen Bahnstrecke nach Warschau oder Berlin.
Für die Österreicher ist Rail Baltica ein wichtiges Referenzprojekt im Bereich Bahninfrastruktur. Zwar sind die Aufträge bereits vertraglich fixiert. Politische Debatten über Bauverzögerungen oder umgewidmete Mittel könnten die langfristige Planungssicherheit jedoch stören. Die Folge: Ein zentrales Wachstumssegment steht unter genauerer Beobachtung.
Starke Marktposition im Industrievergleich
Im aktuellen Branchenumfeld sticht Voestalpine positiv hervor. Wettbewerber wie Thyssenkrupp nucera enttäuschten zuletzt mit schwachen vorläufigen Quartalszahlen. Auch die Automobilindustrie bremst. Porsche-Chef Michael Leiters kündigte an, die Modellvielfalt zugunsten der Marge zu reduzieren. Voestalpine federt solche Schwankungen durch die frühe Spezialisierung auf Hochleistungsstähle besser ab.
Charttechnik stützt den Kurs
An der Börse honorieren Investoren diese Robustheit. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von gut 16 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs mit einem Zuwachs von fast 98 Prozent nahezu verdoppelt. Am Montag schloss die Aktie bei 44,94 Euro.
Damit liegt der Titel fast exakt auf der 50-Tage-Linie. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt intakt. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt komfortable 13,85 Prozent. Ein nachhaltiger Ausbruch über den 50-Tage-Durchschnitt von 44,88 Euro eröffnet kurzfristig weiteres Potenzial. Die nächste Hürde bildet dann das 52-Wochen-Hoch bei 49,22 Euro aus dem Februar.
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