Vanguard FTSE All-World: 5,32 Prozent US-Rendite belastet

Der Vanguard FTSE All-World ETF verliert angesichts des ausgelaufenen Iran-Abkommens und hoher Anleiherenditen. Trotz des Rücksetzers bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt.

Auf einen Blick:
  • ETF verliert 0,8 Prozent am Dienstag
  • Ölpreis steigt nach Iran-Konflikt
  • US-Anleiherenditen auf Höchststand
  • Langfristiger Aufwärtstrend bleibt bestehen

Ein ausgelaufenes Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran schickt die globalen Börsen auf Talfahrt. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF verliert am Dienstag 0,8 Prozent und rutscht auf 162,16 Euro. Erst vor fünf Tagen hatte der Fonds mit 164,92 Euro sein 52-Wochen-Hoch markiert.

Der breit gestreute ETF bildet Aktien aus Industrie- und Schwellenländern ab. Genau diese Streuung macht ihn jetzt zum Seismografen für eine Krise, die an mehreren Fronten gleichzeitig eskaliert.

Ölpreis und Iran-Konflikt treffen die Märkte

Am Montag lief die 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran aus. Berichte, wonach eine Anschlussvereinbarung nicht in Sicht ist, ließen die Ölpreise sofort steigen. Brent-Rohöl kletterte in Richtung 92 US-Dollar je Barrel.

Die Folge: neue Inflationssorgen rund um den Globus. In Asien reagierten die Börsen besonders heftig. Der japanische Nikkei 225 brach um 2,5 Prozent ein, der südkoreanische Kospi verlor 1,6 Prozent.

Für den Vanguard-ETF ist das keine Randnotiz. Der Fonds hält substanzielle Positionen in japanischen und asiatischen Schwellenlandaktien und bekommt die Verluste direkt zu spüren.

Anleiherenditen setzen Tech-Schwergewichte unter Druck

Parallel zur Ölpreis-Rally bewegt sich auch der Anleihemarkt in eine ungünstige Richtung. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg am Dienstagmorgen auf 5,32 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2007.

Steigende Renditen belasten vor allem wachstumsstarke Technologiewerte – und die sitzen ganz oben im FTSE All-World Index. Nvidia und Apple machen zusammen fast neun Prozent des Fondsgewichts aus, Microsoft kommt als drittes Schwergewicht hinzu. Als die Nasdaq-100-Futures am Dienstag um mehr als ein Prozent nachgaben, spürte der ETF die Konzentration in US-Technologiewerten sofort.

Charttechnik bleibt intakt

Trotz des Rücksetzers zeigt der langfristige Trend nach oben. Der Fonds liegt seit Jahresbeginn 14 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar 21 Prozent. Er notiert weiterhin 8,6 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 149,33 Euro – ein Zeichen für einen intakten Aufwärtstrend.

Der RSI von 53,4 signalisiert neutrales Terrain, keine Überhitzung und keine Panik. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei moderaten 12 Prozent.

Marktteilnehmer richten den Blick jetzt auf zwei Termine: die anstehenden FOMC-Protokolle und weitere Entwicklungen im Nahen Osten. Beide dürften zeigen, ob sich die aktuelle Risikoaversion verfestigt oder ob der Ölpreis-Schock rasch wieder abklingt.

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