VanEck Seltene Erden ETF: Lynas-Quartal am 22. Juli

Der VanEck Seltene Erden ETF fällt trotz hoher Rohstoffpreise. Lynas baut in Malaysia aus, während die Beschaffung kritischer Metalle schwierig bleibt.

Auf einen Blick:
  • ETF-Kurs fällt trotz steigender Rohstoffpreise
  • Lynas investiert 50 Mio. Dollar in Malaysia
  • Verkaufsfrist für Northern Minerals verpasst
  • Quartalsbericht von Lynas am 22. Juli

Ein Fonds fällt, die Rohstoffpreise steigen – dieser Widerspruch prägt gerade den VanEck Seltene Erden ETF. Der Fonds schloss am Freitag bei 13,78 Euro, ein Plus von 0,57 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 6,86 Prozent zu Buche, und zum Rekordhoch von 18,76 Euro aus dem Mai fehlen weiterhin 26,56 Prozent.

Dabei läuft es für die Rohstoffbasis des Fonds eigentlich gut. Chinas Preisindex für Seltene Erden kletterte am 6. Juli auf 269,2 Punkte, deutlich über das Niveau vor der jüngsten Verschärfung der Exportkontrollen. Marktbeobachter erwarten für 2026 weiter steigende Aufschläge auf nicht-chinesische Lieferungen, besonders bei Magnetmaterialien wie Neodym-Praseodym sowie bei schweren Seltenen Erden. Treiber sind Robotik und die fortschreitende Elektrifizierung.

Trotz dieses günstigen Rohstoffumfelds hat sich der Kursverlauf des ETF von der Story um steigende Preise gelöst. Käufer kritischer Rohstoffe kämpfen unabhängig vom Preis mit Beschaffungsproblemen. Dysprosium, Terbium und Lutetium in kommerziellen Mengen zu bekommen, bleibt schwierig.

Lynas baut Lieferkette in Malaysia aus

Lynas Rare Earths, eine der Kernpositionen des Fonds, treibt seine Position außerhalb der chinesischen Lieferkette voran. Das Unternehmen investiert 50 Millionen Dollar in eine Partnerschaft mit JS Link für eine Magnetfabrik in Malaysia. Das baut auf der bestehenden Präsenz von Lynas im Land auf, wo der Konzern bereits Anteile an einer Anlage für hochentwickelte Materialien in Gebeng hält – neben seinen australischen Minen- und Verarbeitungsbetrieben.

Malaysia entwickelt sich rasant zum weltweit wichtigsten Verarbeitungs- und Magnetproduktionsstandort außerhalb Chinas. Neben Lynas treiben auch Carester, Solvay und US-Interessen ihre Pläne im Land voran. Branchenkenner betonen: Nicht der Preis ist für westliche Käufer inzwischen das kritische Thema, sondern die Verfügbarkeit schwerer Seltener Erden. Die Beschaffung von Dysprosium und Terbium ähnelt zunehmend strategischer Rohstoffsicherung statt gewöhnlichem Rohstoffhandel.

Northern Minerals: Verkaufsfrist verstreicht ungenutzt

Ein weiterer Fall mit Relevanz für das Portfolio betrifft Northern Minerals, einen australischen Anbieter schwerer Seltener Erden. Chinesisch verbundene Aktionäre widersetzen sich bislang einer behördlichen Anordnung, ihre Anteile zu verkaufen.

Die Verkaufsfrist verstrich am 2. Juli, ohne dass die betroffenen Investoren Anstalten machten, der Anordnung nachzukommen. Das geht aus einer Mitteilung an der australischen Börse ASX hervor. Am 7. Juli bestätigte Northern Minerals, dass die Aktien weiterhin bei den ursprünglichen Investoren liegen. Das Unternehmen erklärte, es habe der zuständigen Investitionsprüfstelle im Finanzministerium aktualisierte Informationen zum Aktienregister übermittelt, um die Prüfung der Einhaltung zu unterstützen. Weitere Updates sollen folgen, sobald der Prozess voranschreitet.

Quartalsbericht von Lynas rückt in den Blick

Anleger im VanEck-Fonds richten den Blick nun auf frische operative Daten von Lynas, einer der bedeutendsten Positionen im Index. Der Konzern veröffentlicht seinen Quartalsbericht für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2026 am 22. Juli. Interims-CEO Pol Le Roux wird die Zahlen in einem Webcast für Analysten und Aktionäre erläutern.

Die Zahlen dürften den bislang klarsten Hinweis liefern, wie sich der Ausbau in Malaysia und das erhöhte Preisumfeld tatsächlich im Umsatz niederschlagen – für eine der größten Positionen im Fonds.

Charttechnik zeigt überverkaufte Lage

Der Kursverlauf spiegelt den scharfen Rückgang von den Frühjahrshochs deutlich wider. Der Fonds notiert 14,10 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 16,04 Euro und 4,47 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,42 Euro. Der 14-Tage-RSI von 31,4 signalisiert nach Wochen mit Verkaufsdruck eine überverkaufte Lage.

Auf Jahressicht bleibt der Fonds mit 7,39 Prozent im Plus, über zwölf Monate steht sogar ein Zuwachs von 83,98 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie weit das Thema Seltene Erden gelaufen ist, selbst nach der jüngsten Korrektur. Die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die auf 30 Tage annualisierte Volatilität liegt bei 42,87 Prozent. Das zeigt, wie unterschiedlich einzelne Positionen auf die Entwicklungen in Malaysia, Australien und China reagieren.

Der Quartalsbericht von Lynas am 22. Juli dürfte zeigen, ob sich die Investitionen in Malaysia und die steigenden Preise bereits in harten Umsatzzahlen niederschlagen – oder ob die Lücke zwischen Rohstoffstory und Kursverlauf weiter besteht.

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