VanEck Seltene Erden ETF: 22 Prozent Monatsverlust

Der VanEck Seltene Erden ETF verliert weiter an Wert, während Portfoliounternehmen wie Mineral Resources und Iluka Rekordproduktionen und strategische Verträge vermelden.

Auf einen Blick:
  • ETF verliert über 22 Prozent in 30 Tagen
  • Mineral Resources meldet Rekordverkäufe von Lithium
  • Iluka sichert sich langfristigen Abnahmevertrag
  • Neue Projekte erhalten staatliche Finanzierung

Der VanEck Seltene Erden ETF fällt weiter, während seine wichtigsten Portfoliounternehmen Rekorde vermelden. Diese Diskrepanz wirft eine Frage auf: Wie lange kann der Kurs operative Stärke ignorieren?

Am Mittwoch notiert der Fonds bei 11,38 Euro, ein Minus von 2,38 Prozent zum Vortag. Damit setzt sich ein steiler Abwärtstrend fort. Binnen 30 Tagen hat der ETF über 22 Prozent verloren und liegt fast 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro. Der RSI von 23,4 signalisiert eine überverkaufte Situation.

Mineral Resources meldet Rekordproduktion

Mineral Resources hat am Mittwoch seinen Quartalsbericht für das bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr veröffentlicht. Das Unternehmen erreichte in allen Sparten Rekordvolumina. Im Lithiumgeschäft, einem zentralen Baustein der ETF-Strategie, stiegen die Jahresverkäufe auf 559.000 Tonnen Spodumen-Konzentrat.

Besonders stark lief es an der Wodgina-Mine. Dort übertrafen die Verkäufe von 317.000 Tonnen die zuvor angehobene Prognose des Unternehmens deutlich. Mineral Resources senkte parallel seine Nettoverschuldung auf rund 4,3 Milliarden australische Dollar und baute die Liquidität auf 2,4 Milliarden australische Dollar aus. Die Aktie legte nach der Meldung um mehr als 5 Prozent zu — ein deutlicher Kontrast zur schwachen ETF-Performance.

Iluka Resources sichert sich Meilenstein-Deal

Auch Iluka Resources lieferte am 28. und 29. Juli positive Nachrichten. Die Eneabba-Raffinerie für Seltene Erden, die als erste vollintegrierte Anlage Australiens gilt, hat 60 Prozent der Bauarbeiten abgeschlossen. Die Schlüsselausrüstung ist bereits vor Ort, das Projekt liegt im Zeitplan.

Zusätzlich hat sich Iluka einen langfristigen Abnahmevertrag mit einem globalen Automobilhersteller gesichert. Der „Take-or-Pay“-Vertrag startet 2028 und umfasst jährlich 1.200 Tonnen Magnet-Seltenerdoxide. Es ist der erste große Kommerzialvertrag des Unternehmens im Seltenerd-Segment und schafft langfristige Umsatzsicherheit.

Im Mineralsand-Geschäft brach die Produktion im ersten Halbjahr zwar um 62,3 Prozent im Jahresvergleich ein. Eine hohe Steuerrückerstattung und die Fortschritte bei Seltenen Erden halfen aber, einen soliden freien Cashflow von 200 Millionen australischen Dollar zu sichern.

Neue Projekte, neue Kapitalgeber

Der Sektor bekommt zusätzlichen Rückenwind durch frische Infrastrukturprojekte. Energy Fuels startete am Mittwoch den Bau einer Erweiterung seiner White-Mesa-Mühle in Utah. Die Anlage soll künftig bis zu 20 Tonnen Terbium und 120 Tonnen Dysprosium pro Jahr produzieren — beides schwere Seltene Erden mit hoher strategischer Bedeutung. US-Regierungsdarlehen finanzieren das Projekt mit, ein Zeichen für die anhaltende politische Rückendeckung heimischer Lieferketten.

Am selben Tag verpflichtete sich die US-Entwicklungsfinanzierungsagentur DFC mit 4,8 Millionen US-Dollar zur Unterstützung von Harena Rare Earths. Das Geld fließt in das Ampasindava-Projekt in Madagaskar und bringt es näher an die Pilotanlagen-Phase. Parallel dazu platzierte IMC Rare Earths sein Börsendebüt an der NYSE American erfolgreich zu 5,00 US-Dollar je Aktie und sammelte damit 20 Millionen US-Dollar ein — Kapital für die Erschließung einer Tonmineral-Lagerstätte in Brasilien.

Chinas Preisindex bleibt stabil

Während westliche Produzenten operative Fortschritte melden, verharrt Chinas Preisindex für Seltene Erden bei 268,4 Punkten — nahe seinem Mehrjahreshoch. Nur bei einzelnen schweren Seltenerdprodukten zeigt sich eine leichte Abschwächung. Die Kombination aus stabilen chinesischen Preisen und westlichen Produktionsrekorden nährt die Frage, ob der ETF-Kurs die fundamentale Lage gerade unterschätzt.

Investoren richten den Blick nun auf den Quartalsbericht von MP Materials am 6. August. Er dürfte zeigen, ob sich die positiven Produktionstrends von Mineral Resources und Iluka auf die gesamte Branche übertragen lassen.

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