Ein Milliarden-Deal bei den Branchenführern und ein Schock am US-Arbeitsmarkt treiben Goldminen-Aktien massiv an. Der VanEck Gold Miners ETF verzeichnete zuletzt einen Kurssprung von über 22 Prozent innerhalb eines Monats. Aktuell notiert der Fonds bei 89,92 US-Dollar.
Einigung beendet jahrelangen Streit
Ein wesentlicher Treiber für den Sektor war die Nachricht vom 10. August. Die Branchenriesen Barrick Gold und Newmont legten ihren langjährigen Rechtsstreit bei. Sie einigten sich auf einen Vergleich in Höhe von 1,95 Milliarden US-Dollar. Damit verschwindet eine jahrelange Unsicherheit für die beiden größten Positionen im ETF-Portfolio.
Besonders die Schwergewichte im Fonds profitierten von der neuen Rechtssicherheit. Innerhalb von nur fünf Handelstagen verzeichneten die wichtigsten Positionen kräftige Kursgewinne:
- Agnico Eagle Mines: +22,92 Prozent
- Newmont: +20,55 Prozent
- Barrick Gold: +19,22 Prozent
Arbeitsmarktdaten drücken die Zinsen
Parallel dazu lieferte die US-Wirtschaft neue Impulse. Der jüngste Arbeitsmarktbericht enttäuschte die Erwartungen deutlich. Die Zahl der Stellen sank überraschend um 23.000, während Experten mit einem Zuwachs gerechnet hatten. Diese Schwäche erhöht den Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve.
Die geänderten Rahmenbedingungen verschieben die Zinserwartungen der Anleger. Marktteilnehmer setzen nun verstärkt auf ein Zinsniveau zwischen 3,50 und 3,75 Prozent bis September. Niedrigere Zinsen schwächen meist den US-Dollar und stützen im Gegenzug den Goldpreis.
Profis greifen bei Minenwerten zu
Institutionelle Investoren nutzen die dynamische Erholung bereits für Zukäufe. Der Vermögensverwalter BlackRock erhöhte seinen Anteil am ETF zuletzt um knapp zehn Prozent. Trotz der jüngsten Rallye bleibt die Bewertung der Minenbetreiber mit dem elffachen erwarteten Gewinn im historischen Vergleich moderat.
Die technische Analyse signalisiert jedoch kurzfristige Risiken. Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht bei 70 und deutet auf eine Überhitzung des Marktes hin. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell knapp 15 Prozent. Solche Extremwerte führten in der Vergangenheit oft zu vorübergehenden Rücksetzern, bevor sich ein Trend stabilisierte.
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