Im zweiten Quartal flossen noch 20 Millionen Dollar in die Kasse. Danach meldete Uranium Energy plötzlich null Umsatz. Ein Schock für den Markt. Aber kein Unfall. Das Management hält sein Uran bewusst zurück.
Die Quittung der Börse fiel hart aus. Seit den Quartalszahlen Mitte Juni verlor das Papier massiv an Wert. Aktuell notiert die Aktie bei 9,29 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von rund 20 Prozent.
Vom Jahreshoch bei 17,34 Euro ist der Kurs mittlerweile 46 Prozent entfernt. Anleger strafen die fehlenden Einnahmen ab. Laufende Kosten für den Minenaufbau drücken hart auf die kurzfristige Profitabilität.
Taktisches Warten auf höhere Preise
Der Uranpreis gab zuletzt spürbar nach. Er rutschte mehr als 15 Prozent unter seine Höchststände von Anfang 2026. Deshalb verkauft Uranium Energy derzeit nichts auf dem Spotmarkt. Das Unternehmen lagert seine Bestände lieber ein.
Diese ungesicherte Strategie birgt Risiken. Sie bietet aber auch Chancen. Im Vorquartal verkaufte der Konzern einen Teil seiner Bestände für 101 Dollar pro Pfund. Das lag deutlich über dem damaligen Spotpreis und brachte 20 Millionen Dollar Umsatz.
Volle Kassen trotz Nullrunde
Um das Überleben müssen sich Aktionäre nicht sorgen. Die Kasse ist prall gefüllt. Uranium Energy beendete das Quartal mit 488 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Dem stehen lediglich 117 Millionen Dollar an Verbindlichkeiten gegenüber.
Parallel dazu treibt das Management die Expansion voran. Die Produktion in der neuen Burke-Hollow-Mine in Texas ist angelaufen. Es ist die erste neue In-situ-Uranmine in den USA seit über einem Jahrzehnt. Obendrein plant das Unternehmen eine eigene US-Konversionsanlage.
Analysten bleiben optimistisch
Der langfristige Ausblick für Uran bleibt stark. Tech-Giganten wie Meta und Microsoft sichern sich Atomstrom für ihre künftigen KI-Rechenzentren. Goldman Sachs rechnet bis 2045 mit einem massiven globalen Angebotsdefizit.
Die Wall Street hält dem Unternehmen daher die Treue. Goldman Sachs senkte das Kursziel zwar leicht auf 16 Dollar. Die Bank rät aber weiterhin zum Kauf. H.C. Wainwright bestätigt sogar ein Ziel von rund 27 Dollar.
Insgesamt raten acht von neun Analysten zum Einstieg. Niemand empfiehlt den Verkauf.
Die Strategie von Uranium Energy ist ein harter Stresstest für ungeduldige Anleger. Solange der Uranpreis schwächelt, belasten die laufenden Kosten für den Minenaufbau die Bilanz. Dreht der Markt nach oben, kann der Konzern seine ungesicherten Bestände direkt zu höheren Spotpreisen abverkaufen.
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