Uranium Energy liefert operative Fortschritte, aber die Börse straft das Papier gnadenlos ab. Nach den Zahlen zum dritten Quartal brach der Kurs zweistellig ein. Ein fehlender Umsatz drückt gewaltig auf die Stimmung.
Der Markt reagierte auf den jüngsten Geschäftsbericht mit einem harten Abverkauf. Am Freitag ging die Aktie bei 9,54 Euro aus dem Handel. Das entspricht einem massiven Wochenverlust von über 13 Prozent.
Damit setzt sich ein negativer Trend fort. Auf Monatssicht verlor der Titel rund 27 Prozent an Wert. Der Kurs notiert nun deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 11,87 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 17,34 Euro ist das Papier weit entfernt.
Produktion startet, Umsatz fehlt
Hauptgrund für die schlechte Stimmung ist die leere Kasse im operativen Geschäft. Uranium Energy verbuchte im abgelaufenen Quartal schlichtweg keinen Umsatz. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres flossen lediglich 20,2 Millionen US-Dollar in die Kassen. Das sorgt bei Investoren für Nervosität.
Parallel dazu meldet das Management operative Fortschritte. Das Burke-Hollow-Projekt in Texas startete die Produktion. Auf der Christensen-Ranch in Wyoming förderte das Unternehmen gut 32.000 Pfund Uran. Die Gesamtkosten pro Pfund lagen dabei bei 54,61 US-Dollar.
Höhere Steuern und späte Genehmigungen trieben diese Kosten kurzfristig in die Höhe. CEO Amir Adnani verweist auf hohe Fixkosten bei vorübergehend niedrigeren Produktionsmengen. Die Bilanz bleibt indes stabil. Der Konzern sitzt auf liquiden Mitteln in Höhe von 794 Millionen US-Dollar und ist schuldenfrei.
Analysten bleiben optimistisch
Wall Street lässt sich von dem Kursrutsch nicht beirren. Goldman Sachs senkte zwar das Kursziel von 18 auf 16 US-Dollar. Die Investmentbank rät aber weiterhin zum Kauf. Auch HC Wainwright bleibt bei einer Kaufempfehlung mit einem Ziel von 26,75 US-Dollar.
Die Analysten von HC Wainwright passten lediglich ihre Gewinnerwartungen an. Sie rechnen nun mit einem Verlust von 14 US-Cent pro Aktie für das laufende Jahr. Die Experten setzen auf die Strategie des Unternehmens. Uranium Energy verzichtet komplett auf Preisabsicherungen.
Die Folge: Das Unternehmen profitiert voll von steigenden Uranpreisen. Fällt der Spotpreis, schlägt das aber direkt auf die Bilanz durch. Marktbeobachter erwarten in den nächsten sechs bis 18 Monaten steigende Preise. Die Lücke zwischen sinkendem Angebot und stabiler Nachfrage wächst.
Blick auf die Pipeline
Der Fokus richtet sich nun auf die kommenden Jahre. Das dritte Projekt namens Ludeman soll 2027 an den Start gehen. Das Bohrprogramm ist bereits abgeschlossen. Flankiert wird der Ausbau von politischen Initiativen. Das US-Energieministerium will die heimische nukleare Lieferkette massiv stärken.
Für das vierte Geschäftsquartal kündigt das Management eine deutlich höhere Produktion an. Neue Anlagen an den bestehenden Standorten sollen dann die Kosten pro Pfund senken. Technisch ist die Aktie nach den jüngsten Verlusten stark überverkauft. Fällt der Uran-Spotpreis weiter, drohen trotz höherer Fördermengen weitere Kursverluste.
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