TUI baut seine Flusskreuzfahrt-Flotte aus, während der Ölpreis wegen des Nahost-Konflikts schwankt. Der Konzern bestellt zwei neue Schiffe beim Bauer Concordia Damen. Ausgerechnet jetzt, mitten in einer volatilen Marktlage, setzt TUI auf Wachstum statt Zurückhaltung.
Flotte wächst auf zehn Schiffe
TUI River Cruises erweitert seine Kapazitäten deutlich. Die beiden Neubauten sollen bis 2028 ausgeliefert werden. Damit wächst die Flotte in diesem Segment von sechs auf zehn Schiffe.
Die neuen Schiffe sind „methanol-ready“ gebaut. Das bedeutet: Sie können später auf emissionsärmere Kraftstoffe umsteigen. Jedes Schiff bietet 94 Kabinen für 188 Gäste und ist speziell für den britischen Markt gedacht. Die Route führt über wichtige europäische Wasserwege wie den Rhein.
Die Ankündigung fiel zeitlich mit einem symbolträchtigen Ereignis zusammen. In Frankfurt taufte TUI die „Aria“ – das größte renovierte Schiff der europäischen Flusskreuzfahrt-Flotte.
Ölpreis schwankt nach US-Angriffen auf Iran
Der Reisesektor kämpft aktuell mit unsicheren Treibstoffkosten. Nach US-Angriffen auf Ziele im Iran zeigte sich der Ölpreis in den letzten 48 Stunden nervös. Die Sorte Brent Crude stieg zeitweise auf fast 80 US-Dollar pro Fass, bevor sie sich bei rund 76 US-Dollar einpendelte.
Der Grund: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus lief trotz der Spannungen weiter. Es gab zwar Einschränkungen, aber keinen dauerhaften Stopp.
Für TUI bedeutet das eine Gratwanderung. Die Reisenachfrage bleibt robust, doch steigende Treibstoffkosten könnten die Margen im Flug- und Kreuzfahrtgeschäft belasten. Anleger beobachten genau, wie sich die geopolitische Lage auf das Sommergeschäft auswirkt.
Aktie kämpft sich vom Jahrestief hoch
Der Aktienkurs zeigt die Spuren eines schwierigen Jahres. TUI schloss am Donnerstag bei 7,08 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 20,69 Prozent zu Buche.
Der Blick auf die letzten Wochen macht Hoffnung: Auf Monatssicht legte die Aktie um 8,29 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Tief bei 6,11 Euro, markiert Ende April, hat sich der Titel um 15,91 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Hoch bei 9,50 Euro fehlen aber weiterhin 25,49 Prozent.
Technisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 6,89 Euro liegt bei nur 2,74 Prozent – ein Hinweis auf kurzfristige Bodenbildung. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 7,65 Euro fehlen dagegen noch 7,42 Prozent. Der RSI von 48,6 liegt im neutralen Bereich und signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situation.
Die kommenden Monate entscheiden, ob TUI seinen Investitionskurs trotz der geopolitischen Unsicherheit halten kann. Die Ausrichtung auf den britischen Markt und die Modernisierung der Flotte nach ESG-Kriterien zielen auf langfristige Wettbewerbsvorteile. Kurzfristig bleibt die Aktie aber an zwei Faktoren gekoppelt: die Nachrichtenlage im Nahen Osten und die Entwicklung der Energiepreise.
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