Der französische Energiekonzern TotalEnergies SE stellt klar: Man halte an den Offshore-Windprojekten in der Nord- und Ostsee fest. Das ist überraschend. Noch vor wenigen Tagen hatten deutsche Medien über einen möglichen Ausstieg spekuliert.
Insiderberichte zeichneten ein düsteres Bild. TotalEnergies habe angeblich erwogen, sich von mehreren Windpark-Flächen zu trennen. Die Projekte haben eine Gesamtleistung von rund 7,5 Gigawatt. Die Verpflichtungen aus den Auktionen zwischen 2023 und 2025 belaufen sich auf knapp 8 Milliarden Euro.
Das Management dementiert nun offiziell. Man arbeite „aktiv an der Realisierung“ dieser Projekte, teilte der Konzern Ende Mai 2026 mit. Gleichzeitig suche man nach „praktischen Lösungen“, um die sich verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen und die Verzögerungen bei den Netzanbindungen zu bewältigen.
Bislang hat TotalEnergies rund 800 Millionen Euro seiner Gesamtverpflichtung gezahlt. Hinzu kommt eine Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro. Kein Betrag, den ein Konzern einfach abschreibt.
Behörden bleiben hart
Das Bundeswirtschaftsministerium zeigt wenig Verständnis für Rückzugsgedanken. Die aktuellen Gesetze böten keine rechtliche Grundlage für einen Ausstieg, so die Behörde. Man erwarte, dass alle Projekte wie geplant umgesetzt werden.
Die gesamte Offshore-Windbranche leidet unter steigenden Kapitalkosten und Lieferkettenproblemen. Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) schlug kürzlich ein gesetzliches Verfahren vor, um Projekte freiwillig zurückgeben zu können. Ziel: Schaden von der Energiewende abwenden.
Der Vorstoß hat einen konkreten Hintergrund. Eine Ausschreibung im Jahr 2025 blieb vollständig ohne Gebote. Die finanziellen Risiken für integrierte Energiekonzerne sind offenbar zu hoch geworden.
Amerika war anders
In den USA lief der Rückzug glatter. Anfang 2026 einigte sich TotalEnergies mit der dortigen Regierung auf die Aufgabe von zwei Offshore-Windflächen vor Carolina und New York. Im Gegenzug erhielt der Konzern fast eine Milliarde Dollar an Pachtgebühren zurück.
Gleichzeitig hält TotalEnergies an seiner Aktionärspolitik fest. Der Vorstand genehmigte die erste Zwischendividende für das Geschäftsjahr 2026. Sie liegt bei 0,90 Euro je Aktie – ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mitte Mai schloss das Unternehmen zudem ein Aktienrückkaufprogramm ab. Rund 1,63 Millionen eigene Aktien wurden für geschätzte 127 Millionen Euro zurückgekauft. Klare Signale an die Anleger: Die Cash-Generierung aus dem Kerngeschäft läuft.
Hauptversammlung als Richtschnur
Am 26. Mai 2026 findet in Paris die ordentliche und außerordentliche Hauptversammlung statt. Das Management wird voraussichtlich Details zu den CO2-Reduktionszielen für 2030 nennen. Und erklären, wie sich die Entwicklungen in Deutschland und den USA auf die Netto-Null-Ambitionen auswirken.
Die Aktie notiert aktuell bei 79,41 Euro – nahe am 52-Wochen-Hoch von 80,01 Euro. Stabile Ölpreise und starke Cashflows aus dem konventionellen Energiegeschäft stützen den Kurs. Die entscheidende Frage bleibt: Lenkt TotalEnergies Kapital aus dem Offshore-Wind ab – hin zum wachsenden LNG- und flexiblen Stromerzeugungsportfolio?
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