Die Europäische Union greift den heimischen Stahlherstellern unter die Arme. Am Freitag traten vorläufige Schutzmaßnahmen für Elektrobandstahl offiziell in Kraft. Vorgesehen sind feste Importquoten sowie Mindestpreise, die innerhalb der Kontingente zwischen 2.800 und 3.400 Euro je Tonne liegen. Liegen die Einfuhren oberhalb der festgelegten Quoten, greift ein Mindestpreis von 3.500 Euro pro Tonne.
Laut Reuters profitiert von dieser Regulierung neben dem polnischen Produzenten Stalprodukt vor allem die Thyssenkrupp-Stahlsparte TKSE. Kornorientierter Elektrobandstahl und daraus hergestellte Folgeprodukte stehen im Zentrum der Maßnahmen, mit denen die Kommission die heimischen Fertigungskapazitäten vor günstigem Wettbewerb absichern will. Die Regelung verschafft dem Essener Traditionskonzern spürbare Entlastung im margenstarken Spezialstahlbereich.
Rückenwind für die Neuausrichtung
Die Handelsschranken greifen zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Für das Stahlgeschäft steht bereits am morgigen Montag ein mit Spannung erwarteter Kapitalmarkttag auf der Agenda. Bei der Veranstaltung von Thyssenkrupp Steel Europe erhoffen sich Marktteilnehmer detaillierte Einblicke in die weitere operative und finanzielle Entwicklung der Division.
Analyst Tommaso Castello vom Analysehaus Jefferies beließ die Einstufung für die Aktie am Freitag auf „Buy“ mit einem Kursziel von 13 Euro. Er verwies dabei explizit auf den Kapitalmarkttag der Sparte als potenziellen nächsten Kurstreiber für den Gesamtkonzern.
Das Analysehaus rechnet zudem damit, dass sich die Stahlpreise nach einer Konsolidierungsphase im September und Oktober infolge des abgeschlossenen Lagerabbaus bei den Industriekunden wieder erholen dürften.
Solide Verfassung an den Märkten
An der Börse sorgten die regulatorischen Weichenstellungen zum Ausklang der Handelswoche für spürbaren Auftrieb. Die Aktie von Thyssenkrupp ging am Freitag mit einem Kursplus von 3,7 Prozent bei 15,39 Euro aus dem Xetra-Handel.
Damit setzt sich die deutliche Erholungsbewegung der vergangenen Monate fort: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier bereits einen Zuwachs von 65 Prozent. Neben dem operativen Umbau liefert der europäische Handelsschutz nun ein konkretes Fundament, um die Ertragskraft der Stahlaktivitäten in einem anspruchsvollen Branchenumfeld zu stabilisieren.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 27. September liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
