Terawulf forciert den Umbau seines Geschäftsmodells weg vom reinen Bitcoin-Mining hin zu einer umfassenden Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Mit dem Erwerb eines neuen Standorts im US-Bundesstaat Kentucky sichert sich das Unternehmen eine Kapazität von einem Gigawatt. Die Nachricht über den Ausbau der Rechenzentrums-Kapazitäten löste an den Märkten deutliche Kursgewinne aus, wobei die Aktie zeitweise um über 13 Prozent zulegte.
Milliardeneinnahmen durch Anthropic-Partnerschaft
Zentraler Baustein der Wachstumsstrategie ist ein langfristiger Mietvertrag mit dem KI-Spezialisten Anthropic. Die Vereinbarung für den Justified Data Campus in Kentucky hat eine Laufzeit von 20 Jahren und soll TeraWulf über diesen Zeitraum einen vertraglich gesicherten Umsatz von rund 19 Milliarden US-Dollar einbringen. Die Kooperation umfasst eine IT-Leistung von rund 401 Megawatt. Mit dem operativen Betrieb dieses Segments wird in der zweiten Jahreshälfte 2027 gerechnet.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer Standorte voran. Am Mittwoch erhielt die Tochtergesellschaft Chesapeake Data LLC von der staatlichen Energieaufsichtsbehörde FERC die Genehmigung für den Erwerb des Kraftwerks Morgantown im Bundesstaat Maryland. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 216 Megawatt. Während der Eigentumsübergang damit auf Bundesebene geklärt ist, stehen lokale Genehmigungen für den möglichen Bau von Rechenzentren an diesem Standort noch aus.
Schneller Ausbau der Rechenzentrums-Infrastruktur
Der operative Fokus liegt derzeit auf der Geschwindigkeit der Skalierung. Am Lake Mariner Campus in New York wurden innerhalb von weniger als einem Jahr drei Gebäude mit einer IT-Kapazität von mehr als 360 Megawatt errichtet. Für die technische Ausstattung mit Strom- und Flüssigkühlungssystemen besteht eine Vereinbarung mit Schneider Electric über ein Volumen von 290 Millionen US-Dollar. Insgesamt verfügt das Unternehmen mittlerweile über sechs Standorte mit einem Potenzial von etwa vier Gigawatt.
Analysten bewerten die Neuausrichtung überwiegend positiv und heben die im Vergleich zum Sektor starke Performance hervor. Das Analysehaus Bernstein nennt ein Kursziel von 36 US-Dollar, während die Experten von Cantor Fitzgerald das Ziel für das Papier bei 37 US-Dollar sehen. Am kommenden Mittwoch, dem 5. August, wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen.
An der Börse spiegeln sich die ambitionierten Pläne in der Bewertung wider. Am gestrigen Freitag schloss die Aktie bei 15,49 Euro. Trotz der jüngsten Volatilität im Technologiesektor weist das Papier seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 59,03 Prozent auf. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch, das am 22. Juni erreicht wurde, notiert der Wert aktuell rund 40,33 Prozent entfernt. Neben dem operativen Ausbau stützen auch verstärkte Käufe institutioneller Investoren wie Vanguard das Kursniveau, während das Management zuletzt Anteilsverkäufe im Rahmen von Diversifizierungen tätigte.
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