T1 Energy Aktie: Absturz auf 5,90 Euro

T1 Energy baut trotz deutlichem Kursrückgang die Solar-Lieferkette in Texas aus. Der CEO setzt auf lokale Partner und Fachkräfte.

Auf einen Blick:
  • Neue Solarzellen-Fabrik in Austin geplant
  • Suche nach US-Zulieferern für Komponenten
  • Aktie verliert über 21 Prozent in 30 Tagen
  • RSI deutet auf mögliche Stabilisierung hin

Während der Kurs von T1 Energy abstürzt, baut das Management gleichzeitig eine komplette Lieferkette in Texas auf. CEO Daniel Barcelo will die USA unabhängiger von asiatischen Solarzulieferern machen. Die Strategie klingt ambitioniert. Der Aktienkurs zeigt davon bisher wenig.

Austin als neuer Solar-Hub

T1 Energy betreibt bereits eine Fabrik für Solarmodule in Texas mit einer Kapazität von 5 Gigawatt. Bis Ende 2026 soll in Austin eine zusätzliche Anlage für TOPCon-Solarzellen ans Netz gehen, mit einer Kapazität von 2,1 Gigawatt.

Die Standortwahl ist kein Zufall. Austin verfügt über einen großen Pool an Fachkräften aus der Halbleiterindustrie. Genau diese Leute will T1 Energy für die Zellfertigung gewinnen. Das Unternehmen rechnet mit mehr als 1.500 neuen Arbeitsplätzen allein an diesem Standort.

Neue Partner für Dioden, Glas und Rahmen

Barcelo hat noch mehr vor. Er sucht aktiv nach US-Partnern für Bauteile wie Dioden, Anschlussdosen, Glas und Einkapselungsmaterialien. Bisher stammen viele dieser Komponenten aus dem Ausland.

T1 Energy nutzt dafür seine Einkaufsmacht. Das Unternehmen bietet langfristige Lieferverträge an, damit kleinere Zulieferer eigene Produktionslinien in den USA finanzieren können. Ein Ergebnis dieser Strategie steht bereits: Origami Solar liefert künftig Stahlrahmen für die Module. Das reduziert die Abhängigkeit von importiertem Aluminium.

Kurs fällt trotz Wachstumsplänen

Während die Pläne Fortschritte machen, gerät die Aktie unter Druck. T1 Energy schloss am Mittwoch bei 5,90 Euro. In den vergangenen 30 Tagen hat das Papier gut 21 Prozent verloren, allein in der letzten Woche waren es gut 7 Prozent.

Der Kurs liegt damit 19 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 7,28 Euro. Vom Jahreshoch bei 11,00 Euro, erreicht Anfang Juni, trennen die Aktie inzwischen mehr als 46 Prozent. Die Schwankungsbreite ist enorm: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 114 Prozent.

Ein Blick auf den Relative-Stärke-Index liefert zumindest einen Silberstreif. Der RSI notiert bei 38,9 — ein Bereich, in dem Marktbeobachter häufig eine Stabilisierung nach starken Abwärtsbewegungen erwarten. Die Marktkapitalisierung von T1 Energy liegt aktuell bei 1,60 Milliarden Euro.

Wettbewerb zieht nach

T1 Energy ist mit dem Reshoring-Kurs nicht allein. Auch QCells lokalisiert bereits Teile seiner Ingot- und Wafer-Produktion, in diesem Fall in Georgia. Der Fokus auf Halbleiter-Fachkräfte in Austin bleibt aber ein Alleinstellungsmerkmal von T1 Energy.

Ob das Unternehmen sein Ziel erreicht, hängt vor allem von einem Faktor ab: Findet T1 Energy genug lokale Zulieferer für Spezialteile wie Anschlussdosen? Nur dann lässt sich bis Ende 2026 eine wirklich robuste US-Lieferkette aufbauen.

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