Standard Lithium hat heute den technischen Bericht zur vorläufigen Wirtschaftlichkeitsbewertung des Franklin-Projekts bei SEDAR+ eingereicht. Die Untersuchung beschreibt ein erhebliches Produktionspotenzial und empfiehlt als nächsten Schritt eine vorläufige Machbarkeitsstudie. Für Anleger liefert sie damit eine wirtschaftliche Bewertungsgrundlage – noch keine Entscheidung über den Bau des Projekts.
Produktionspotenzial mit langfristigem Horizont
Nach Unternehmensangaben sieht die Untersuchung für Franklin in Osttexas eine jährliche Kapazität von bis zu 70.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität vor. Eine erste Produktion könnte Anfang der 2030er-Jahre beginnen. Sowohl die Kapazität als auch der mögliche Produktionsstart sind damit als Planung zu verstehen.
Die zeitliche Perspektive ist für die Einordnung entscheidend. Die heute eingereichte Bewertung beschreibt ein langfristiges Projektpotenzial und keine unmittelbar bevorstehende Produktion. Ihr Anlageargument liegt in der möglichen künftigen Größenordnung von Franklin, nicht in einem kurzfristigen Beitrag aus dem Betrieb.
Zugleich gibt die Empfehlung zur weiteren Untersuchung die Richtung vor: Standard Lithium soll das Projekt über eine vorläufige Machbarkeitsstudie weiterentwickeln. Die wirtschaftliche Bewertung bildet dafür die Grundlage.
Projektbewertung ist nicht Unternehmenswert
Die Studie beziffert den Kapitalwert vor Steuern auf US$5,9 Milliarden. Die interne Verzinsung beträgt demnach 25,7 %. Beide Kennzahlen beziehen sich auf eine Projektbasis von 100 %.
Diese Bezugsgröße ist für Aktionäre wesentlich. Die wirtschaftlichen Kennzahlen beschreiben das gesamte Franklin-Projekt und dürfen nicht unmittelbar mit dem Wert von Standard Lithium gleichgesetzt werden. Zudem handelt es sich um Ergebnisse einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsbewertung, nicht um bereits erwirtschaftete Erträge.
Der wirtschaftliche Anteil von Standard Lithium an Franklin beträgt 55 %. Damit ist das Unternehmen wesentlich am Projekt beteiligt. Die Unterscheidung zwischen Gesamtprojekt und Unternehmensanteil bleibt bei jeder Bewertung der veröffentlichten Kennzahlen zentral.
Nächster Schritt bleibt die Machbarkeitsprüfung
Franklin ist nicht das einzige Projekt mit einem Entwicklungsschritt im Blick. Medienberichten vom 12. Oktober zufolge näherte sich das South-West-Arkansas-Projekt einer Bauentscheidung. Der Bericht verwies dabei auf geplante Abnahmevereinbarungen.
Die unterschiedlichen Projektstände sollten Anleger auseinanderhalten. Bei Franklin steht nach der heutigen Veröffentlichung die empfohlene vorläufige Machbarkeitsstudie im Vordergrund. Die neue Nachricht konkretisiert somit das wirtschaftliche Potenzial des Projekts. Ihr Gewicht liegt in dieser Bewertungsgrundlage – nicht in einer bereits beschlossenen Umsetzung oder einem gesicherten Produktionsbeginn.
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