SolarEdge Aktie: 15-Prozent-Zoll ab 4. Dezember

Neue US-Importzölle und ein schwacher Ausblick setzen SolarEdge zu. Analysten senken die Kursziele, während das Unternehmen operative Fortschritte meldet.

Auf einen Blick:
  • US-Zölle auf Solarkomponenten ab Dezember
  • Analysten senken Kursziele nach Prognose
  • SolarEdge meldet positive operative Marge
  • BlackRock hält 15,2 Prozent an SolarEdge

Der Solarsektor sieht sich mit verschärften handelsrechtlichen Rahmenbedingungen in den USA konfrontiert. Die US-Regierung hat eine Proklamation erlassen, die einen Ad-Valorem-Zoll von 15 Prozent auf Polysilizium-Derivate sowie Mindestimportpreise für diese Produkte vorsieht.

Diese Maßnahmen sollen am 4. Dezember in Kraft treten. Während die SolarEdge-Aktie am 7. August in einer ersten Marktreaktion noch leicht zulegen konnte, wird die langfristige Entwicklung des Titels durch die veränderten Importbedingungen und eine anhaltende Nachfrageschwäche im US-Privatkundengeschäft überschattet.

Analysten korrigieren Kursziele deutlich

Nach der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen und des Ausblicks für das dritte Quartal haben zahlreiche Banken ihre Einschätzungen für das Unternehmen nach unten korrigiert.

Zwar konnte der Konzern im zweiten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis leicht übertreffen, doch die Prognose für das laufende Vierteljahr enttäuschte den Markt. SolarEdge stellt einen Umsatz zwischen 310 und 340 Millionen US-Dollar in Aussicht, was deutlich unter den vorherigen Schätzungen liegt.

In der Folge senkten namhafte Analysehäuser ihre Kursziele. Die Analysten von Morgan Stanley reduzierten ihren Zielwert am 6. August von 40 auf 35 US-Dollar und beließen die Einstufung auf „Equal Weight“.

Zeitgleich kappte die Deutsche Bank ihr Kursziel von 39 auf 33 US-Dollar bei einer Fortführung der „Hold“-Empfehlung. Einhellig verweisen die Experten auf die herausfordernde Lage im US-amerikanischen Markt für Photovoltaik-Anlagen im Wohnsegment, der weiterhin Anzeichen von Schwäche zeigt.

Operative Lichtblicke und strategischer Fokus

Trotz des schwierigen Marktumfelds und eines Kursrückgangs von 41 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage meldete SolarEdge operative Fortschritte. Im zweiten Quartal kehrte das Unternehmen erstmals seit dem Frühjahr 2023 zu einer positiven Non-GAAP-Betriebsergebnismarge zurück. Das bereinigte operative Einkommen belief sich auf 10,2 Millionen US-Dollar. Die Non-GAAP-Bruttomarge kletterte auf 28,6 Prozent, wobei hierin auch Zollvorteile nach dem IEEPA-Gesetz enthalten sind.

Strategisch konzentriert sich der Konzern verstärkt auf den Ausbau seines Geschäfts mit Bestandskunden und Speichernachrüstungen. In Europa, insbesondere in den Niederlanden und der DACH-Region, generierte SolarEdge im zweiten Quartal Umsätze von über 20 Millionen US-Dollar allein durch die Nachrüstung bestehender Anlagen mit Batteriespeichern.

Zudem setzt das Unternehmen auf eine starke Präsenz im Industriesektor: Laut Unternehmensangaben nutzen bereits mehr als 60 Prozent der Fortune-100-Unternehmen Technologien von SolarEdge.

Bewertung und institutionelle Beteiligungen

An der Börse wird die Aktie derzeit zu einem Schlusskurs von 27,90 Euro gehandelt. Damit notiert das Papier signifikant unter seinem 52-Wochen-Hoch von 69,10 Euro, von dem es aktuell 60 Prozent entfernt ist. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 1,71 Milliarden Euro.

Trotz der Kursverluste bleibt das Interesse großer institutioneller Anleger bestehen. Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, hielt der Vermögensverwalter BlackRock per Ende Juni einen Anteil von 15,2 Prozent an SolarEdge, was über 9,2 Millionen Aktien entspricht.

Für das weitere Jahr plant das Management Investitionen in Höhe von 60 bis 80 Millionen US-Dollar. Diese Mittel sollen primär in die US-Fertigung von Photovoltaik-Komponenten und Batterien sowie in die Forschung für KI-gestützte Produktionsprozesse fließen, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld zu sichern.

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